GEPA - The Fair Trade Company


Der faire Ball bringt was ins Rollen
- Porträts von Ballnäherinnen und Ballnähern aus Pakistan –

Das Nähen der fairen Bälle für die GEPA hat bereits Einiges bewirkt im ganz persönlichen Leben der Ballnäherinnen und – näher.

Lesen Sie hier die Geschichten von Misbah, Sabur, Rahila, Shabnam, Roma und Zahida - alle sind Näher und Näherinnen aus dem pakistanischen Sialkot.

Portät: Misbah Ikram


Als Misbah Ikram 18 Jahre alt war, begann sie als Näherin. In Gillan Chak, einem kleinen Dorf bei Sialkot, nähte sie Fußbälle für unseren Handelspartner Talon Sports. Misbah Ikram trägt Schleier und ein langes rotes Kleid. Beim Gehen zieht sie ein Bein nach – eine Folge der Kinderlähmung.

Als sie 23 Jahre alt war, übernahm sie in der Näherei in Gillan Chak die Vorschule. Seither unterrichtet sie 50 Kinder ab dem Alter von dreieinhalb Jahren. Einen Raum weiter sitzen die Mütter dieser Kinder und nähen Fußbälle.

Als Misbah Ikram 29 Jahre alt war, nahm sie einen Kleinkredit auf. Die „Fair Trade Workers Welfare Society“ bewilligte ihr 20 000 Rupien, das sind rund 284 Euro. Mit diesem Darlehen richtete Familie Ikram eine bescheidene Werkstatt ein: Der Vater kaufte eine Bohr- und eine Schleifmaschine, gemeinsam mit Misbahs Bruder und Onkel baute er eine Esse neben dem schmalen Schuppen. Hier schmieden die drei Männer große Schneiderscheren. Dank der Schmiedewerkstatt können sich die Ikrams drei Büffel leisten, deren Milch die Großfamilie ernährt.

Porträt Mishba Ikram zum Herunterladen (PDF-Dokument, 6 KB)

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Portät: Rahila


Rahila ist 40 Jahre alt und eine geachtete Person in ihrem Dorf. Zu ihr kommen die Frauen vor allem, wenn es Probleme bei der Arbeit gibt. Eine der am häufigsten gestellten Fragen ist, ob die Aufträge für GEPA-Bälle gerecht aufgeteilt werden. Denn wer einen Ball der Qualität B näht, auf dem „Fair pay, Fair play“ steht, erhält 74 % mehr, also 47 statt 27 Rupien – kein Wunder, dass die fairen Bälle heiß begehrt sind.

Rahilas Tag beginnt morgens um 5 Uhr mit der Zubereitung des Frühstücks für ihre acht Kinder und ihren Mann und endet spät abends, wenn alle gegessen haben und Rahila die erste Pause des Tages machen kann. Gemeinsam mit ihrer ältesten Tochter näht sie für Talon Sports in einem Frauennähzentrum Bälle.

Dass Rahila für Talon Fußbälle näht, erwies sich als Glücksfall für die Familie. „Talon ist einer der besten Arbeitgeber in der Region“, sagt sie.

Dank der Zusammenarbeit mit der GEPA bietet Talon seinen Arbeitern weit mehr als der pakistanische Durchschnittsfabrikant. So gibt es eine kostenlose Gesundheitsvorsorge für alle Arbeiter und ihre Familien. Rahilas Sohn Saha besucht im Nähzentrum eine kleine Vorschule, wo er schon mal Zählen und das ABC auf Urdu und Englisch lernt.

Porträt Rahila zum Herunterladen (PDF-Dokument, 489 KB)

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Portät: Roma


Romas Hände fliegen. In jeder Hand hält sie eine Nadel, gleichzeitig stößt sie die gegenläufg durch die vorgestanzten Löcher und zieht den Faden mit einem Ruck fest. Dabei lacht und scherzt sie mit ihren Nachbarinnen, die ebenfalls Fußbälle nähen. Doch was so leicht aussieht, erfordert eine Menge Übung und Konzentration, denn die Löcher zu treffen ist ganz schön knifflig. Für ihren ersten Ball, erinnert sie sich, hat sie noch über zwei Stunden gebraucht. Jetzt schafft sie es in knapp eineinhalb Stunden die 32 Kunstlederstück zu einem Ball zusammen zu fügen.

Auch wenn die Arbeit manchmal etwas eintönig ist - Roma weiß genau, warum sie jeden Tag hier hin ins Frauennähzentrum im Dörfchen Gillan Chak bei Sialkot in Pakistan kommt: Mit den Fußbälle, die sie näht, finanziert sie den Schulbesuch ihrer Geschwister. Roma ist die älteste Tochter der Familie, und damit kommt der 21jährigen eine besondere Verantwortung zu. Ihr Vater verdient als Schmied zwar genug um seine Familie zu ernähren. Doch um auch noch Schuluniformen, Hefte und Bücher für Romas vier Schwestern und vier Brüder zu bezahlen, dazu reicht sein Einkommen nicht.

Fußbälle zu nähen, das ist eigentlich eine schlecht bezahlte Arbeit. Doch Roma hat Glück: Ihr Arbeitgeber Talon stellt auch die Fußbälle für die GEPA her. Und jedes mal, wenn Roma einen Ball zusammen näht, auf dem das GEPA-Logo steht, bekommt sie fast das Doppelte von dem, was sie üblicherweise mit einem Ball verdient.

Roma hofft, dass sich so der Traum ihrer Familie erfüllen wird: Ihre Geschwister sollen einmal Ärzte, Lehrerinnen und Manager werden.

Porträt Roma zum Herunterladen (PDF-Dokument, 84 KB)

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Portät: Sabur


Seit er 15 Jahre alt ist, näht Sabur Fußbälle. Und da ist nicht der einzige in seiner Familie. Auch seine Frau und sein ältester Sohn nähen Fußbälle, und mit den drei Einkommen kann die neunköpfige Familie so gerade eben überleben. Für kleine Extras reicht es aber trotzdem kaum. Beim letzten Id al-Adha, dem islamischen Opferfest, musste er sich Geld leihen, um seine Familie so, wie es der Brauch an diesem wichtigen religiösen Fest will, neu einkleiden zu können. Und an das traditionelle Festessen wäre ohne ein kleines Darlehen auch nicht zu denken gewesen.

Aber Sabur hat Glück, denn es ist allgemein bekannt, dass er bei Talon arbeitet und so immer wieder faire Fußbälle nähen darf. Dann verdient er fast doppelt soviel wie normalerweise, und das macht ihn kreditwürdig.
Letzten Monat zum Beispiel, da waren 80 Prozent der Bälle die er nähte, für die GEPA und Sabur konnte auf einen Schlag all sein Schulden zurück bezahlen.

Porträt Sabur zum Herunterladen (PDF-Dokument, 114 KB)

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Portät: Shabnam


Eigentlich wäre Shabnam gerne Modedesignerin geworden. Abends, wenn sie vom Fußball nähen nach Hause zu ihren Eltern kommt, schneidert sie immer noch nach eigenen Entwürfen ein paar Kleider für die Nachbarinnen.

Überhaupt hat Shabnam die selben Träume wie alle 19jährigen Mädchen auf dieser Welt: Hübschen Schmuck und Make-up hätte sie gerne, um vielleicht einmal so schön auszusehen wie Nasiba, ihre Lieblingssängerin. Oder einen Walkman, damit sie während der Arbeit Musik hören kann.

Doch an all das ist nicht zu denken. All das Geld, das sie bei Talon mit dem Fußballnähen verdient, fließt in ein ehrgeizige Projekt ihrer Eltern: Ihr kleines Haus soll endlich fließend Wasser und Strom bekommen, damit ein Ventilator gegen die Hitze angeschafft werden kann und das Wasser nicht immer vom Brunnen geholt werden muss. Und weil Shabnam auch immer wieder faire Fußbälle nähen kann, für die sie fast doppelt soviel Lohn erhält, könnte dieser Traum tatsächlich bald Wirklichkeit werden.

Porträt Shabnam zum Herunterladen (PDF-Dokument, 126 KB)

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Portät: Zahida


Zahida ist die Herrin über ein kleines Reich, in dem es all das gibt, was man in Pakistan für das tägliche Leben braucht: Tee und Henna, Eier und Waschmittel, Mehl und bunte Bangles, wie die Armreifen hier genannt werden.

Zu verdanken hat die 50jährige diesen Reichtum den Fußbällen. Aus den Mehreinnahmen, die Talon dank der Aufträge der GEPA für fair gehandelte Bälle hat, werden Kleinkredite an Näher vergeben. Vor drei Jahren hat sich Zahida um so einen Kredit von 20.000 Rupies, etwa 280 Euro, beworben um ihren Laden einzurichten.

Der Laden läuft gut – der Kredit ist längst zurück gezahlt und das Geschäft wirft genug ab, damit die Familie ihre sechs Töchter und den Sohn zur Schule schicken kann.

Es bleibt sogar etwas für Investitionen übrig: Vor kurzem hat Zahida eine Kühltruhe gekauft. „Etwas so luxuriöses wie gekühlte Getränke gab es in dem kleinen Dorf bis lang nicht“ sagt sie stolz.

Porträt Zahida zum Herunterladen (PDF-Dokument, 164 KB)

 

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