Fair Trade wirkt: Auch in der Umgebung

Foto: GEPA - The Fair Trade Company

Reiseblog
von Anne Bien

Foto:

Im Juli 2016 habe ich unsere Einkaufsmanagerin Silvia Kurte zu unserem Kakaopartner COOPROAGRO in die Dominikanische Republik begleitet. Am dritten Tag bei COOPROAGRO wird deutlich, wie sich die Kakaogenossenschaft vor Ort vernetzt. Der Faire Handel zieht also Kreise.

Einen Überblick über unsere Reise sehen Sie hier

Die Klinik in Loma de Jaya

Auch heute holen uns Nicolas Ortiz und Joan Manuel Heredia, zwei Agrartechniker von COOPROAGRO, nach dem Frühstück ab. Sie fahren uns als Erstes zur Poliklinik in der Gemeinde Loma de Jaya. COOPROAGRO hat den Bau mitfinanziert. Die Klinik betreibt jetzt der Staat, das Land hat die Dorfgemeinde zur Verfügung gestellt. 

In der Bildergalerie erfahren Sie mehr darüber, wie die Gesundheitsversorgung hier funktioniert:

Porfinia Altagracia Rodriguez (links) und Zulenny Francisca Paulino sind die beiden Krankenschwestern in der Poliklinik in Loma de Jaya. Außer ihnen arbeitet hier noch ein Arzt. Foto: GEPA - The Fair Trade Company
Porfinia Altagracia Rodriguez (links) und Zulenny Francisca Paulino sind die beiden Krankenschwestern in der Poliklinik in Loma de Jaya. Außer ihnen arbeitet hier noch ein Arzt. Foto: GEPA - The Fair Trade Company
„Die meisten Medikamente können wir selbst an die Patienten ausgeben”, erklärt uns Zulenny Francisca Paulino. Einmal im Monat werden Medikamente vom Staat geliefert. „Das 
ist eine Basisausstattung. Hat jemand eine spezielle Krankheit, muss er oder sie in die Stadt. Von uns bekommt der Patient dann ein Empfehlungsschreiben, sodass er im Krankenhaus schneller behandelt wird.” Foto: GEPA - The Fair Trade Company
„Die meisten Medikamente können wir selbst an die Patienten ausgeben”, erklärt uns Zulenny Francisca Paulino. Einmal im Monat werden Medikamente vom Staat geliefert. „Das ist eine Basisausstattung. Hat jemand eine spezielle Krankheit, muss er oder sie in die Stadt. Von uns bekommt der Patient dann ein Empfehlungsschreiben, sodass er im Krankenhaus schneller behandelt wird.” Foto: GEPA - The Fair Trade Company
Gerade ist das Krankenhausteam dabei, auf einer Karte zu markieren, wo chronisch Kranke in der Umgebung wohnen, z. B. Menschen mit Bluthochdruck, Diabetes oder Krebs. So haben sie im Notfall schneller den Überblick. Foto: GEPA - The Fair Trade Company
Gerade ist das Krankenhausteam dabei, auf einer Karte zu markieren, wo chronisch Kranke in der Umgebung wohnen, z. B. Menschen mit Bluthochdruck, Diabetes oder Krebs. So haben sie im Notfall schneller den Überblick. Foto: GEPA - The Fair Trade Company
Foto: GEPA - The Fair Trade Company
Blick in den Wartebereich Foto: GEPA - The Fair Trade Company
Blick in den Wartebereich Foto: GEPA - The Fair Trade Company

 

Fließendes Wasser und Strom

Wir fahren auf einer kleinen Straße, die sich einen Hügel hochschlängelt, bis wir vor einem grauen Betonkasten stehen: einem Aquädukt. Vier Kilometer entfernt steht ein Wassertank. Per Pumpe kommt das Wasser hier an und wird an die umliegenden Häuser weiterverteilt. Dies ist, zusammen mit der Klinik, eines der ersten Projekte, das durch den Fairen Handel verwirklicht wurde.

Kakaoproduzent Ramon Marte Nuñez hat sein Haus gleich daneben. Er ergänzt: „Dank des Fairen Handels sind auch die ganzen Stromleitungen hier.“

Kakaobauer Ramon Marte Nuñez – kennen Sie ihn?

Vielleicht kommt Ihnen Ramon Marte Nuñez bekannt vor? Dann haben Sie ihn sicher schon einmal auf einer unserer Schokoladenverpackungen gesehen. Zum Fairen Handel sagt er: „Es ist wie ein Kreislauf: Je mehr wir verkaufen, desto mehr können wir mit den Prämiengeldern bewirken und umso mehr Bauern möchten teilnehmen, weil sie die vielen Vorteile sehen.“

Kakaobauer Ramon Marte Nuñez (links) – er ist auf vielen GEPA-Schokoladen abgebildet. Neben ihm steht der gewählte Präsident des Distrikts Loma de Jaya. Foto: GEPA - The Fair Trade Company
Kakaobauer Ramon Marte Nuñez (links) – er ist auf vielen GEPA-Schokoladen abgebildet. Neben ihm steht der gewählte Präsident des Distrikts Loma de Jaya. Foto: GEPA - The Fair Trade Company
Aquädukt in Loma de Jaya Foto: GEPA - The Fair Trade Company
Aquädukt in Loma de Jaya Foto: GEPA - The Fair Trade Company

„Es ist wichtig, dass ihr persönlich hier seid.“ — Kakaobauer Ramon Marte Nuñez

Vorteile sieht er unter Anderem in der Beratung durch die Agrartechniker. „Sie zeigen einem, wie man die Finca gut bewirtschaftet, wie man Schädlinge z. B. ökologisch bekämpfen kann. So erwirtschaftet die Finca mit ökologischem Anbau mehr Ertrag als vorher." Vier bis fünf Mal im Jahr kommen die Techniker zu den Bauern.

Ramon Marte Nuñez meint zu uns: „Es ist wichtig, dass ihr persönlich hier seid. Das ist mehr, als nur bei COOPROAGRO anzurufen und Kakao zu bestellen. Man muss vor Ort sein, um die Situation zu verstehen.“ Das Gespräch führen wir unter einer Maracujapflanze, die Lieblingsfrucht unserer Einkaufsmanagerin Silvia Kurte. Und natürlich lässt Ramon Marte Nuñez sie nicht ohne eine frisch gepflückte Maracuja weiterziehen.

Kakaowein und mehr im selbstorganisierten Dorfladen

Wieder unten im Dorf, nur wenige Schritte von der Poliklinik entfernt, liegt ein kleiner Dorfladen. Betrieben wird er von einer Frauengruppe aus ca. 20 Frauen – diese sind nur zum Teil Mitglieder von COOPROAGRO. Die Kooperative hat jedoch das Gebäude mitfinanziert, insbesondere die Dachkonstruktion. Wir dürfen dort Wein und Marmelade aus Kakao probieren. 

Machen Sie per Klick auf die Bildergalerie mit uns einen Rundgang durch den Laden:

Ysabel Paulino (rechts) ist Teil der Frauengruppe und selbst Mitglied bei COOPROAGRO – die Frauengruppe an sich ist jedoch unabhängig von der Kooperative. Hier unterhält sie sich mit GEPA-Einkaufsmanagerin Silvia Kurte. Foto: GEPA - The Fair Trade Company
Ysabel Paulino (rechts) ist Teil der Frauengruppe und selbst Mitglied bei COOPROAGRO – die Frauengruppe an sich ist jedoch unabhängig von der Kooperative. Hier unterhält sie sich mit GEPA-Einkaufsmanagerin Silvia Kurte. Foto: GEPA - The Fair Trade Company
Ana Beatriz Bonilla (links) und Ysabel Paulino von der Frauengruppe begutachten eine Tafel GEPA-Schokolade. Foto: GEPA - The Fair Trade Company
Ana Beatriz Bonilla (links) und Ysabel Paulino von der Frauengruppe begutachten eine Tafel GEPA-Schokolade. Foto: GEPA - The Fair Trade Company
Gerne probieren wir natürlich den Kakaowein, den die beiden uns anbieten – Wein aus Kakao haben wir drei noch nie getrunken. Sie können ihn sich ähnlich vorstellen, wie Pflaumenwein. Meine Kolleginnen Judith Kolb und Silvia Kurte stoßen an.  Foto: GEPA - The Fair Trade Company
Gerne probieren wir natürlich den Kakaowein, den die beiden uns anbieten – Wein aus Kakao haben wir drei noch nie getrunken. Sie können ihn sich ähnlich vorstellen, wie Pflaumenwein. Meine Kolleginnen Judith Kolb und Silvia Kurte stoßen an. Foto: GEPA - The Fair Trade Company
Schade: Der Wein ist schon ausverkauft. Foto: GEPA - The Fair Trade Company
Schade: Der Wein ist schon ausverkauft. Foto: GEPA - The Fair Trade Company
Die Kakaomarmelade testen wir natürlich ebenfalls mit Genuss. Die Frauen kochen sie aus dem Teil, der übrig bleibt, wenn man die Bohnen aus der Schote entfernt hat. Hier von Hand ins Bild gehalten. Foto: GEPA - The Fair Trade Company
Die Kakaomarmelade testen wir natürlich ebenfalls mit Genuss. Die Frauen kochen sie aus dem Teil, der übrig bleibt, wenn man die Bohnen aus der Schote entfernt hat. Hier von Hand ins Bild gehalten. Foto: GEPA - The Fair Trade Company
Foto: GEPA - The Fair Trade Company
Foto: GEPA - The Fair Trade Company
Foto: GEPA - The Fair Trade Company

 

Einblicke: Familienleben bei den Ferreiras

Auch heute sind wir wieder zum Mittagessen eingeladen – diesmal bei Wilfreddy Ferreira und seiner Familie. Frau und Tochter haben köstlich gekocht. Wie auch bei Familie Hidalgo gestern ist der Garten reich bepflanzt und wir bekommen zum Nachtisch frische Bananen angeboten. Seitdem hat das Wort „Banane“ für mich eine neue Bedeutung: der intensive Geschmack ist mit den Früchten aus einem deutschen Supermarkt nicht vergleichbar.

Erfahren Sie mehr über Familie Ferreira in der Bildergalerie:

Natürlich habe ich vorher gefragt, ob ich Fotos machen darf. Auch wir wurden hier fleißig mit dem Smartphone fotografiert. Foto: GEPA - The Fair Trade Company
Natürlich habe ich vorher gefragt, ob ich Fotos machen darf. Auch wir wurden hier fleißig mit dem Smartphone fotografiert. Foto: GEPA - The Fair Trade Company
Das Haus der Ferreiras: Yaneli Caceres begrüßt uns herzlich. Foto: GEPA - The Fair Trade Company
Das Haus der Ferreiras: Yaneli Caceres begrüßt uns herzlich. Foto: GEPA - The Fair Trade Company
Wilfreddy Ferreira mit seiner Frau Yaneli Caceres. Im Hintergrund ein Foto von ihrer ältesten Tochter im Ballkleid. Erst letzten Samstag haben sie das rauschende Fest zum Geburtstag ihrer ältesten Tochter gefeiert – ein wichtiges Thema beim Essen. Der Hintergrund: Wenn Mädchen in der Dominikanischen Republik 15 Jahre alt werden, gelten sie traditionell nicht mehr als Kinder. Foto: GEPA - The Fair Trade Company
Wilfreddy Ferreira mit seiner Frau Yaneli Caceres. Im Hintergrund ein Foto von ihrer ältesten Tochter im Ballkleid. Erst letzten Samstag haben sie das rauschende Fest zum Geburtstag ihrer ältesten Tochter gefeiert – ein wichtiges Thema beim Essen. Der Hintergrund: Wenn Mädchen in der Dominikanischen Republik 15 Jahre alt werden, gelten sie traditionell nicht mehr als Kinder. Foto: GEPA - The Fair Trade Company
Gerne und stolz zeigen die Eltern uns Fotos und Videos. Bei den Ferreiras bekamen die Gäste vom Balltanz im ausladenden Tüllkleid bis hin zur Hiphop-Videoclip-Choreografie bei dem Fest einiges geboten. Foto: GEPA - The Fair Trade Company
Gerne und stolz zeigen die Eltern uns Fotos und Videos. Bei den Ferreiras bekamen die Gäste vom Balltanz im ausladenden Tüllkleid bis hin zur Hiphop-Videoclip-Choreografie bei dem Fest einiges geboten. Foto: GEPA - The Fair Trade Company
Auch hier darf ein Foto von dem leckeren Essen nicht fehlen. Foto: GEPA - The Fair Trade Company
Auch hier darf ein Foto von dem leckeren Essen nicht fehlen. Foto: GEPA - The Fair Trade Company
Im Garten blüht eine Bananenpflanze. Foto: GEPA - The Fair Trade Company
Im Garten blüht eine Bananenpflanze. Foto: GEPA - The Fair Trade Company
Der Regen kommt hier - wenn er kommt - ganz plötzlich und es gießt in Strömen. Foto: GEPA - The Fair Trade Company
Der Regen kommt hier - wenn er kommt - ganz plötzlich und es gießt in Strömen. Foto: GEPA - The Fair Trade Company
Foto: GEPA - The Fair Trade Company
Foto: GEPA - The Fair Trade Company

 

Neue Aufkaufzentren entstehen

In einigen Distrikten werden neue Aufkaufzentren gebaut – ähnlich wie das, das wir gestern besucht haben. 

Wenn sie fertig sind, können die Bauern der Umgebung ihren frischen Kakao hier abgeben und sich ausbezahlen lassen. Über das Zentrum wird der Kakao dann zur Zentrale transportiert. Im nächsten Schritt könnten Fermentations- und Trocknungsanlagen hinzukommen – jetzt geht es jedoch erstmal um die Aufkaufzentren an sich.

In Jaya soll ein zweistöckiges Aufkaufzentrum entstehen. U. a. Marisol Villar erklärt uns, was hier in Distrikt 4 auf der Baustelle los ist. Sie ist selbst Mitglied bei COOPROAGRO und besitzt 26 Tareas Land. also ca. 1,6 Hektar. Sie verwaltet aber insgesamt 12,5 Hektar, die ihrer Familie gehören.   Foto: GEPA - The Fair Trade Company
In Jaya soll ein zweistöckiges Aufkaufzentrum entstehen. U. a. Marisol Villar erklärt uns, was hier in Distrikt 4 auf der Baustelle los ist. Sie ist selbst Mitglied bei COOPROAGRO und besitzt 26 Tareas Land. also ca. 1,6 Hektar. Sie verwaltet aber insgesamt 12,5 Hektar, die ihrer Familie gehören. Foto: GEPA - The Fair Trade Company
Auch in Loma de Jaya ist gerade ein Aufkaufzentrum im Bau. Mit jeder Prämienzahlung geht es hier ein Stückchen weiter. José Arismendy Hogluin Paulino, Sohn eines Kakaobauern, baut es mit auf. Er wird, wenn es fertig ist, auch mit dafür verantwortlich sein.  Foto: GEPA - The Fair Trade Company
Auch in Loma de Jaya ist gerade ein Aufkaufzentrum im Bau. Mit jeder Prämienzahlung geht es hier ein Stückchen weiter. José Arismendy Hogluin Paulino, Sohn eines Kakaobauern, baut es mit auf. Er wird, wenn es fertig ist, auch mit dafür verantwortlich sein. Foto: GEPA - The Fair Trade Company

 

Neue Baumschule

Auf dem Weg zurück in die Zentrale kommen wir noch an der neuen Baumschule vorbei. Sie war beim letzten Besuch von Silvia Kurte 2012 geplant – jetzt ist sie da:

Junge Kakaopflanzen in der Baumschule bei der Zentrale. Foto: GEPA - The Fair Trade Company
Junge Kakaopflanzen in der Baumschule bei der Zentrale. Foto: GEPA - The Fair Trade Company
Foto: GEPA - The Fair Trade Company
Foto: GEPA - The Fair Trade Company

 

Abschied

Nun neigt sich unser Besuch bei COOPROAGRO dem Ende zu. Ein letztes Mal besuchen wir Exportmanager Francisco Soto in seinem Büro. Er hat schon das GEPA-Jubiläumsposter an seiner Tür aufgehängt, das wir ihm mitgebracht haben. Das Poster ist letztes Jahr zum 40-jährigen GEPA-Geburtstag gedruckt worden und zeigt von Produzentinnen und Produzenten bis Kunden über Weltladen-Aktive und Verarbeiter alle, die zu einer fairen Handelskette gehören. „Das ist Fair Trade“, freut sich Francisco Soto.

Exportmanager Francisco Soto hat das GEPA-Jubiläumsposter aufgehängt. Foto: GEPA - The Fair Trade Company
Exportmanager Francisco Soto hat das GEPA-Jubiläumsposter aufgehängt. Foto: GEPA - The Fair Trade Company

Stand 08/2016

WEITERLESEN

Das war der dritte und letzte Tag unseres Besuchs bei der Kakaogenossenschaft COOPROAGRO. Haben Sie schon die ersten beiden Teile des Reiseblogs gelesen? Hier geht es
zur Übersicht

Einen Überblick über COOPROAGRO gewinnen Sie in unserer
Handelspartnerdarstellung

Fair Trade Nussnougatcreme

Mit Kakao von COOPROAGRO:

Foto: GEPA - The Fair Trade Company Im Shop kaufen