Porträt: Lisandro Pablo Matías

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Eigenes Land

Mit 24 Jahren gehört Lisandro Pablo Matías zu der jungen Generation von Kaffeebauern bei FEDECOCAGUA. Wie viele andere Kinder aus der zweiten Generation von Kaffeebauern führt er das Erbe seiner Eltern fort und hat sich für den Kaffeeanbau entschieden. Anders als seine Eltern kann er auf seiner Parzelle schon eigene Arbeiter beschäftigen. Sie mussten noch als Landarbeiter auf Kaffee-Fincas arbeiten, während er seinen eigenen Grund und Boden bewirtschaftet. Er baut noch Kartoffeln für den Eigenbedarf an.

Lisandro mit seiner Familie vor dem Haus. Foto: FEDECOCAGUA
Lisandro mit seiner Familie vor dem Haus. Foto: FEDECOCAGUA

„Die Kooperative ermöglicht den Familien ein besseres Leben.“ — Lisandro Pablo Matías

Lisandros Vater gehörte zu den Mitbegründern der Kooperative Todosanterita, die zum Verband FEDECOCAGUA gehört. „Mein Vater ist sehr früh gestorben, deshalb musste meine Mutter musste alleine für uns sorgen und sich um den Anbau und Ernte des Kaffees kümmern“. So ist Lisandro mit der Kooperative groß geworden. Schon früh konnte er an den Treffen der Genossenschaft teilnehmen und wurde dadurch mit der Arbeit und den Abläufen in der Genossenschaft bestens vertraut. Er lernte auf diese Weise Verantwortung in der Genossenschaft zu übernehmen.

Er selbst ist Mitglied bei Todosanterita: "Die Kooperative hilft den Bauern bei der Finanzierung und ermöglicht den Familien ein besseres Leben."

Es hat viele Vorteile, Mitglied der Genossenschaft zu sein…

deshalb hat Lisandro seinen Kaffee immer an die Genossenschaft verkauft, obwohl es ihm frei steht, auch an andere Aufkäufer zu liefern. Er schätzt die Vorteile der Genossenschaft, besonders die zugesagten und verlässlichen Preise. Lisandro weiß, dass das nicht überall üblich ist. Es gibt genügend Abnehmer, die ihre Preise ständig ändern und das nicht zum Vorteil der Produzenten.
Das passiert bei Todosanterita nicht. Lisandro kann so viel Kaffee an die Genossenschaft liefern wie er möchte und kann – es gibt keine Quoten, die erfüllt werden müssen. Er kann sich sowohl auf die Preise als auch auf die Abnahme des Kaffees verlassen. Durch diese Planungssicherheit hat er noch genügend Zeit und Geld, um in die Verbesserung der Qualität und Produktivität seines Kaffees zu investieren. Sein Einkommen reicht aus, um den Lebensunterhalt der Familie zu bestreiten und um seine angestellten Arbeiter zu bezahlen.

Lisandro mit seiner Familie inmitten von trocknenden Kaffeebohnen Foto: FEDECOCAGUA
Lisandro mit seiner Familie inmitten von trocknenden Kaffeebohnen Foto: FEDECOCAGUA

 

Lisandro hat großes Vertrauen in die Genossenschaft. Er weiß zum Beispiel, dass er beim Abwiegen seines Rohkaffees nicht übers Ohr gehauen wird. Er weiß auch, wofür der Mehrpreis aus dem Fairen Handel verwendet wird, nämlich für den Bau einer Lagerhalle. So fließen 50 Prozent der Fair Trade Prämie in dieses Gemeinschaftsprojekt, die anderen 50 Prozent werden auf die Mitglieder verteilt.

Seine Kinder gehen zur Schule und sind auf dem besten Weg, eine solide Ausbildung zu bekommen. Auch seine Frau profitiert von der Mitgliedschaft in der Genossenschaft. Sie konnte ihren Abschluss in Buchhaltung machen und ist darin jetzt Expertin. Lisandro selbst möchte noch Agrarwissenschaften studieren. „Ich möchte mehr Land erwerben, um mehr zu verkaufen – denn: Mehr Kaffee, mehr Geld!“

„Ich möchte mehr Land erwerben, um mehr Kaffee zu verkaufen.“ — Lisandro Pablo Matías

Nicht nur Lisandro und seine Familie sind froh, in der Genossenschaft organisiert zu sein. Auch die Saisonarbeitskräfte, die für Lisandro arbeiten, profitieren vom Fairen Handel: Unter anderem bekommen sie einen Lohn, der über dem lokalen Durchschnitt liegt, haben eine gute Unterkunft und Zugang zu Toiletten. Dies sind keine Selbstverständlichkeiten in einem lateinamerikanischen Land - zumal im landwirtschaftlichen Sektor die Arbeitsbedingungen häufig sehr schlecht sind.

Für die Zukunft wünscht sich Lisandro…

dass er sich und seine Familie weiterhin gut versorgen kann. Er möchte weiterhin guten Kaffee ernten und sich noch vergrößern. Wenn er mehr Land besitzt, kann er mehr verdienen. Für seine Kinder wünscht er sich, dass sie in seine Fußstapfen treten und professionelle Kaffeebauern werden.

Stand 02/2013

 

 

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