„Als ob der Himmel weinen würde“

Foto: PFTC

Trauer und Protest
bei der Beerdigung Romeo Capallas

Alex Corpus Hermoso, Mitglied des PREDA-Managements auf den Philippinen, schildert in einem persönlichen Bericht seine Erlebnisse bei der Beerdigung Romeo “Romy” Capallas. – Der Vorstandsvorsitzende und Mitgründer unserer Partnerorganisation PFTC auf den Philippinen ist am 15. März auf offener Straße erschossen worden. 

Hier lesen Sie unsere deutsche Übersetzung – das englische Original können Sie am Ende der Seite herunterladen:

„Ich nahm ein Taxi vom Flughafen Iloilo, um an dem Motorkorso teilzunehmen, den Produzenten- und Nichtregierungs- sowie zivilgesellschaftliche und sympathisierende politische Organisationen auf die Beine gestellt hatten, um Gerechtigkeit für die ermordete Führungspersönlichkeit Romeo Capalla zu fordern.

Romeo Capalla – Der Vorstandsvorsitzende und Mitgründer von PFTC ist am 15. März auf offener Straße erschossen worden.  Foto: CTM
Romeo Capalla – Der Vorstandsvorsitzende und Mitgründer von PFTC ist am 15. März auf offener Straße erschossen worden. Foto: CTM

Demonstration per Autokorso

„Romy hat über lange Zeit so vielen Menschen in Panay geholfen.“ — Taxifahrer in Iloilo

Ich begann sofort nachdem ich eingestiegen war eine Unterhaltung mit dem Fahrer und fragte nach Romy. Der Fahrer war über die Vorgänge im Zusammenhang mit dem Mord informiert und meinte, dass Romy wirklich ein guter Mann gewesen sei.

Er habe über lange Zeit so vielen Menschen in Panay geholfen, so wie zuletzt bei den Hilfsoperationen in Leyte und Panay nach der Verwüstung durch den Taifun Yolanda. Der Taxifahrer meinte, Romy hätte unter dem Kriegsrecht zwar mit der NPA (Abk. für „New People’s Army“ – Anm. der Redaktion) zu tun gehabt, doch das sei lange her. Seit der Zeit unter Präsidentin Cory Aquino habe er sich in verschiedenen sozialen Hilfsprojekten zugunsten der Zuckerarbeiter engagiert. 

Er machte keinen Hehl daraus, dass seiner Meinung nach das Mordkommando des Militärs ihn getötet hätte. Das Gleiche sagte ein anderer Taxifahrer auf meiner Rückfahrt von dem Begräbnis. Beide waren sich einig, dass es schlechte Menschen gäbe, die unbehelligt blieben, während solche wie Romy von einem Mordkommando umgebracht würden, das straffrei bliebe.

Fair Handelsbewegung: Gemeinsam für Romy Capalla

„Auf den Fahrzeugen waren Plakate mit der Aufschrift ‚Justice for Romeo Capalla’ angebracht. Einige Leute verteilten Flugblätter.“ — Alex C. Hermoso

Ich traf Frau Ruth Salditos, die Hauptgründerin von Panay Fair Trade, sowie andere führende Persönlichkeiten der Gesellschaft und Förderer des Fairen Handels.

Später kam noch Frau Gigi Labradores dazu, Gründerin und Geschäftsführerin der südlichen Partner der Fair-Handels-Organisation Cebu und Repräsentantin der Fair Trade Association of Central Visayas und zweite Vorsitzende von WFTO Philippines. Ich vertrat die Fair-Handels-Organisationen von Luzon und bin der erste Vorsitzende von WFTO Philippines, der mit Romy und Ruth von Panay Fair Trade zusammenarbeitete. 

Gemeinsam reihten wir uns in den langen Korso um die City von Iloilo ein. Auf den Fahrzeugen waren Planen und Plakate mit der Aufschrift „Justice for Romeo Capalla“ angebracht. Einige Leute trugen entsprechende Kampagnen-T-Shirts und verteilten Flugblätter.

Foto: PFTC

Feierliche Messe in der Kathedrale von Leon

„Hunderte Menschen waren gekommen. Es regnete leicht, als ob der Himmel weinen würde.“ — Alex C. Hermoso

Der Leichenwagen fuhr vor, unmittelbar nachdem der Korso in der Stadt Leon, Iloilo angekommen war. Es war nicht überraschend, hunderte Menschen zu erblicken: Sie waren gekommen, um ihren toten Anführer zum letzten Mal zu sehen und an dem langen Marsch zur Kathedrale von Leon teilzunehmen. Dort hielten Romys Bruder, Bischof Capalla, einige andere Bischöfe, der Generalvikar und fünf weitere Priester eine feierliche Messe. 

Anschließend ging es weiter zum Friedhof, mit hunderten von Leuten unter leichtem Regen, als ob der Himmel vor Mitgefühl mit den Trauernden weinen würde. Es folgten über 60 Fahrzeuge, darunter solche von nationalen TV-Netzwerken und regionalen Radiostationen.

Treffen mit Romys Frau

„Das Netzwerk wird Druck auf die Regierung ausüben.“ — Alex C. Hermoso

Unsere Fair-Handels-Delegation traf sich kurz mit Romys Frau, die aus den USA angereist war, zusammen mit ihrer Tochter, die als Pflegerin in Kanada arbeitet. Romys andere zwei Kinder waren verständig genug, um zu begreifen, was ihre Familie durchmacht wegen ihres sozialen Engagements und der Arbeit in Projekten zur Armutsbekämpfung.

Die Gruppe versicherte der trauernden Familie, dass das Netzwerk sich für eine zügige Untersuchung einsetzen, die Gewalt gegen Verfechter der Menschenrechte thematisieren sowie Druck auf die Regierung ausüben würde, um diejenigen zu fassen, die für den Tod von Romy und anderen Menschen in ähnlicher Situation verantwortlich seien.

Auf dem Weg zum Flughafen traf ich eine Dame mittleren Alters, die den Fairen Handel kennt und weiß, was Panay Fair Trade auf Panay tut. Sie wusste auch, was Romy Capalla geschah und sprach sich entschieden dafür aus, dass Gerechtigkeit geübt werden müsse, um die Kultur der Straffreiheit im Land zu beenden.

Unmittelbar nach dem Begräbnis kehrte ich nach Manila zurück.“

Alex Corpus Hermoso,
Mitglied des PREDA-Managements

(von PREDA bezieht die GEPA getrocknete Mangos, von PFTC Bananenchips)

WEITERE INFORMATIONEN

Zu „Justice for Romeo Capalla“
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Diesen Appell haben wir unter anderem an Präsident Benigno Aquino geschickt:
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