Fair für alle: Obstbäume für den Klimaschutz

Foto: GEPA - The Fair Trade Company/C. Nusch

Gemeinsam mit Alter Trade Corporation
verbessert die GEPA ihre CO2-Bilanz

Um einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten, führt die GEPA zusammen mit ihrem Handelspartner Alter Trade Corporation auf den Philippinen ein Aufforstungsprojekt durch. Dazu haben die GEPA und ATC vereinbart, dass auch Obstbäume gepflanzt werden. Das schützt nicht nur das Klima, sondern bald profitieren auch die Zuckerbauern davon.

Es ist eine sehr lange Reihe von Setzlingen, um die sich Berdandino Ferrer mit seinen beiden Assistenten da kümmern muss. Zwischen den Steinen, die zwei Zuckerrohrfelder der Kooperative Dama voneinander trennen, wächst alle zehn Meter ein Bäumchen. „Das sind alles Obstbäume – Mango, Jackfruit und andere. In vier, fünf Jahren werden wir die ersten Früchte ernten können“, freut sich der Umweltbeauftragte der Kooperative.

Die jungen Setzlinge müssen gegossen und gepflegt werden. Foto: GEPA - The Fair Trade Company/C. Nusch
Die jungen Setzlinge müssen gegossen und gepflegt werden. Foto: GEPA - The Fair Trade Company/C. Nusch

26.600 Bäume: Nützlich für Klima und Zuckerbauern

„In fünf Jahren werden wir die ersten Früchte ernten können.“ — Berdandino Ferrer

Im Jahr 2013 fragte die GEPA ihren Handelspartner Alter Trade Cooperation (ATC), ob die Zuckerkooperative an einem gemeinsamen Aufforstungsprojekt interessiert sei. Die Bäume sollten dem langjährigen Handelspartner Vorteile bringen.

Verena Albert von der GEPA-Grundsatzabteilung erinnert sich an die Anfänge des Projekts: „Wir haben vor drei Jahren das erste Mal unseren CO2-Ausstoß messen lassen: Hauptsächlich durch den Warentransport und den Paketversand unserer Produkte haben wir damals, im Geschäftsjahr 2010/2011, 1.928 Tonnen CO2 verursacht.“ Das Fair Handelsunternehmen zog daraus Konsequenzen: Der CO2-Ausstoß wurde soweit als möglich reduziert, indem Abläufe optimiert und zum Beispiel Betriebsfahrräder für die Mitarbeiter angeboten wurden. Im Geschäftsjahr 2013/2014 waren es dann mit 1.872 Tonnen, die Emissionen konnten also noch einmal verringert werden.

Berdandino und sein Assistent Rogelio. Foto: GEPA - The Fair Trade Company/C. Nusch
Berdandino und sein Assistent Rogelio. Foto: GEPA - The Fair Trade Company/C. Nusch

„Zusätzlich möchten wir mit einem Aufforstungsprojekt bei einem unserer Handelspartner einen Beitrag zum Klimaschutz leisten.” Aber wo? Die Wahl fiel auf den langjährigen Zuckerpartner Alter Trade Corporation (ATC). ATC verfolgte damals schon das Ziel, in ein Aufforstungsprojekt einzusteigen. Die Bäume würden unter Anderem die von jahrzehntelanger Monokultur durch ehemalige Großgrundbesitzer geprägten Böden verbessern.

Windschutz, Schattenspender, Bodenverbesserer

So gab die GEPA den Auftrag für die ersten 10.000 Bäume. Jedes Jahr werden neue Baumsetzlinge hinzukommmen - inzwischen sind es über 26.600 (Stand 2016). Es sollten aber nicht, wie so oft bei Aufforstungsprojekten, irgendwelche Bäume sein, sondern solche, die auch für den Partner nützlich sind.

Sie werden als Windschutz rund um die Zuckerfelder gepflanzt oder als Schattenbäume im Bananenanbau, das zweite große Standbein von ATC. Es entstehen außerdem kleine Wälder, die das Mikroklima vor Ort fördern. Die Bäume liefern Mulchmaterial, das die Bodenfruchtbarkeit verbessert. Sie bewirken, dass die Erde ihre Feuchtigkeit besser hält und tragen dazu bei, Erosion einzudämmen. Der Ertrag der Ernte ist in der Nähe der Pflanzungen höher und der Zuckergehalt der Pflanzen liegt deutlich über dem Durchschnitt.

Hier reparieren Berdandino und sein Assistent die Zäune. Foto: GEPA - The Fair Trade Company/C. Nusch
Hier reparieren Berdandino und sein Assistent die Zäune. Foto: GEPA - The Fair Trade Company/C. Nusch
Alle zehn Meter wächst ein Bäumchen. Foto: GEPA - The Fair Trade Company/C. Nusch
Alle zehn Meter wächst ein Bäumchen. Foto: GEPA - The Fair Trade Company/C. Nusch
Ein Arbeiter von ATC beim Unkraut jäten. Die GEPA bezahlt der Kooperative die Arbeitszeit für das Aufforstungsprojekt. Foto: GEPA - The Fair Trade Company/C. Nusch
Ein Arbeiter von ATC beim Unkraut jäten. Die GEPA bezahlt der Kooperative die Arbeitszeit für das Aufforstungsprojekt. Foto: GEPA - The Fair Trade Company/C. Nusch

 

Gießen, Unkraut jäten – die Baumsetzlinge werden gehegt und gepflegt

Die Kooperativen konnten frei auswählen, welche Bäume sie anpflanzen wollten. Die Kooperative Dama entschied sich für Obstbäume, die in der Gegend selten sind. So können sie deren Früchte zu einem höheren Preis verkaufen. Dass die Bäumchen sehr begehrt sind, musste Berdandino Ferrer in den ersten Monaten nach der Anpflanzung leidvoll feststellen: „Viele sind geklaut und einige von Tieren abgeknabbert worden. Aber von den 1.100 Bäumen, die wir gepflanzt hatten, sind trotzdem über 700 gut angegangen. 300 haben wir dann vor ein paar Monaten noch nach gepflanzt“, berichtet er. Dann bittet er seine Assistenten, die jungen Setzlinge zu gießen.

„Wir mussten nachpflanzen, weil viele Bäume geklaut wurden.“ — Berdandino Ferrer

Berdandino Ferrer ist für die Bäume von Dama verantwortlich und dreht jeden Morgen seine Runde, um zu kontrollieren, wo etwas zu tun ist. Wässern, Unkraut jäten, Gatter reparieren – das alles beschäftigt Berdandino Ferrer und seine beiden Assistenten jeden Tag gut zwei Stunden lang. Für diese Zeit werden sie von der gemeinsamen Arbeit der Kooperative auf dem Zuckerrohrfeld frei gestellt. Die GEPA bezahlt der Kooperative die Arbeitszeit der drei, finanziert die Setzlinge und für jeden Baum, der gut anwächst, gibt es zusätzlich eine Erfolgsprämie. 

Verena Albert betont: „Die Bäume gehören den Mitgliedern von ATC, nicht uns. Wir sind schon lange Partner und möchten zusammen etwas aufbauen, was Bestand hat und nachhaltig ist.“

Wenn die Bäume groß sind, werden sie den Zuckerarbeitern in der Mittagspause Schatten spenden. Foto: GEPA - The Fair Trade Company/C. Nusch
Wenn die Bäume groß sind, werden sie den Zuckerarbeitern in der Mittagspause Schatten spenden. Foto: GEPA - The Fair Trade Company/C. Nusch

Genug Früchte für alle

„Es ist hier oft sehr, sehr heiß. Die Bäume werden uns Schatten und Kühle spenden, wenn wir unsere Pausen machen“ — Berdandino Ferrer

Nicht nur die Baumsorten, sondern auch der Standort zwischen den Feldern wurde mit Bedacht gewählt: „Es ist hier oft sehr, sehr heiß. Die Bäume werden uns Schatten und Kühle spenden, wenn wir unsere Pausen machen“, meint Berdandino und blickt zufrieden auf die Reihe der inzwischen schon halbhohen Obstbäume.

Wenn die Bäumchen erst mal eine gewisse Größe erreicht haben, können sie mindestens 40 Jahre alt werden und jedes Jahr mehr Früchte bescheren. „Wir freuen uns schon darauf, wenn wir endlich das erste Mal ernten können! Dann können unsere Kinder jeden Tag Obst essen, ohne dass wir es teuer einkaufen müssen.“ Und auch die Erwachsenen können dann bei ihren Arbeitspausen kräftig zulangen – es werden genügend Früchte für alle da sein. Dass bei all dem auch noch das ursprüngliche Ziel des Projektes erreicht wird, nämlich der Klimaschutz, gerät dabei fast in Vergessenheit.

WEITERE INFORMATIONEN

Lesen Sie hier die unsere
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