40 Jahre Jutetasche

Foto: GEPA - The Fair Trade Company

„Jute statt Plastik“: Ausdruck
eines alternativen Lebensstils

„Jute statt Plastik“ – der Slogan ist mittlerweile ein geflügeltes Wort. Was Viele nicht wissen: Die GEPA war es, die vor 40 Jahren die Original-Jutetaschen auf den deutschen Markt gebracht hat. Sie wurden zum Inbegriff eines alternativen Lebensstils: Jute stand für ein nachwachsendes Naturprodukt – Plastik dagegen ist gestern wie heute ein Beispiel für die kapitalintensive und rohstoffverschwendende Produktion der Industrienationen. 

Bewusstsein für Plastikproblem wächst

Was die GEPA als Zeichen für alternativen Lebensstil angestoßen hatte, ist aktueller denn je: Millionen Tonnen Plastikmüll landen jährlich im Meer. Laut Angaben des Umweltbundesamtes dauert es zehn bis zwanzig Jahre, bis sich eine Plastiktüte im Meer zersetzt hat. Ein Schritt ist gemacht, um diesem Problem etwas entgegenzusetzen: Plastiktüten sind seit Juli 2016 in vielen Geschäften kostenpflichtig, das Ergebnis einer freiwilligen Selbstverpflichtung zwischen Bundesumweltministerium und dem Verband des Einzelhandels. Die EU fordert, den Verbrauch von Plastiktüten bis 2025 auf 40 Stück pro Kopf und Jahr zu reduzieren.

Die GEPA achtet bei ihren Verpackungen ebenfalls auf Umweltverträglichkeit. So bestehen die Innenwickel unserer Schokoladen und die Teebeutelverpackungen zu über 90 Prozent aus nachwachsenden Rohstoffen.

Ein Denkmal für die Jutetasche - Eindruck von einer der bundesweiten Aktionen in den 70er-Jahren. Foto: MISEREOR/kna
Ein Denkmal für die Jutetasche - Eindruck von einer der bundesweiten Aktionen in den 70er-Jahren. Foto: MISEREOR/kna
Ursprünglich in der Schweiz gestartet, erlebte die Aktion "Jute statt Plastic" in Deutschland durch die GEPA ihren Durchbruch, tatkräftig unterstützt von vielen Aktiven. Foto: MISEREOR/kna
Ursprünglich in der Schweiz gestartet, erlebte die Aktion "Jute statt Plastic" in Deutschland durch die GEPA ihren Durchbruch, tatkräftig unterstützt von vielen Aktiven. Foto: MISEREOR/kna
In Fußgängerzonen machten Aktive mit den Jutetaschen auf unfaire Handelsbedingungen aufmerksam und setzten ein Zeichen für gerechteren Welthandel und Umweltschutz. Foto: GEPA - The Fair Trade Company
In Fußgängerzonen machten Aktive mit den Jutetaschen auf unfaire Handelsbedingungen aufmerksam und setzten ein Zeichen für gerechteren Welthandel und Umweltschutz. Foto: GEPA - The Fair Trade Company
Wer mit Jutetasche einkaufen ging, demonstrierte Verantwortung für die Umwelt und Armutsursachen in der sogenannten „Dritten Welt“.  Foto: GEPA - The Fair Trade Company
Wer mit Jutetasche einkaufen ging, demonstrierte Verantwortung für die Umwelt und Armutsursachen in der sogenannten „Dritten Welt“. Foto: GEPA - The Fair Trade Company

 

Rückblick: Der Durchbruch

Wer mit Jutetasche einkaufen ging, demonstrierte Umweltbewusstsein und Verantwortung für Armutsursachen in der sogenannten „Dritten Welt“. Neben „Jute statt Plastic“ – so der Originalaufdruck – vermittelte die Tasche auch andere politische Botschaften, beispielsweise Aufklärung „Südafrika wird schwarz“ oder „Frieden schaffen ohne Waffen“. Bis in die 80er-Jahre gingen fünf Millionen Taschen über den Ladentisch. 

Die entwicklungspolitische Organisation „Erklärung von Bern“ (EvB) hatte die Aktion „Jute statt Plastic“ schon 1976 in der Schweiz initiiert. In Schriften und Kampagnen forderte sie gerechte Handelsbedingungen. Richtig bekannt wurde die Aktion aber erst in Deutschland durch die GEPA, die neben dem Verkauf auch umfassende Bildungsarbeit leistete. Aktionsgruppen unterstützten sie dabei tatkräftig in Fußgängerzonen.

Langjähriger Partner in Bangladesch

Der GEPA ging es dabei nicht nur um Umweltschutz, sondern vor allem um Einkommen für die Produzentinnen in Bangladesch. Die Mitglieder von „CORR – the Jute Works“ nähten die Taschen von Hand oder mit einfachen Maschinen. So zeigte die GEPA gemeinsam mit ihrem Partner, dass ein Land der sogenannten „Dritten Welt“ nicht nur Rohstoffe liefern, sondern auch weiterverarbeiten kann. 

Eindrücke von der Arbeit der Produzentinnen - damals und heute - sehen Sie in der Bildergalerie:

Von unserem langjährigen Partner „CORR – the Jute Works” haben wir anfangs die kultigen Jutetaschen importiert - heute beziehen wir von diesem Partner Wohnaccessoires wie unsere gehäkelten Jutekörbchen. Foto: GEPA - The Fair Trade Company
Von unserem langjährigen Partner „CORR – the Jute Works” haben wir anfangs die kultigen Jutetaschen importiert - heute beziehen wir von diesem Partner Wohnaccessoires wie unsere gehäkelten Jutekörbchen. Foto: GEPA - The Fair Trade Company
Rückblick: Frauen in Bangladesch fertigten die Original-Jutetaschen von Hand. Bis heute arbeitet die GEPA mit der Organisation „CORR – the Jute Works” zusammen. Foto: GEPA - The Fair Trade Company
Rückblick: Frauen in Bangladesch fertigten die Original-Jutetaschen von Hand. Bis heute arbeitet die GEPA mit der Organisation „CORR – the Jute Works” zusammen. Foto: GEPA - The Fair Trade Company
Heute bezieht die GEPA handgemachte Jutekörbe und -teppiche sowie Einkaufsnetze aus Baumwolle von CORR – the Jute Works. Foto: CORR – the Jute Works
Heute bezieht die GEPA handgemachte Jutekörbe und -teppiche sowie Einkaufsnetze aus Baumwolle von CORR – the Jute Works. Foto: CORR – the Jute Works

 

Mit „CORR – the Jute Works“ arbeitet die GEPA nach wie vor zusammen: Körbe, Taschen, handgemachte Einkaufsnetze und Teppiche finden Sie im Weltladen und im GEPA-Onlineshop:

Ein Stück Zeitgeschichte

Museumsreif: Die GEPA-Jutetasche war zeitweilig im Bonner „Haus der Geschichte“ und im „Deutschen Historischen Museum“ ausgestellt. Die RTL-Serie „Deutschland 1983“ (Ausstrahlung 2015) nutzte die „Jute statt Plastic“-Tasche als Requisit, um den Zeitgeist zu spiegeln.

Wieder im Trend: Der „Jutebeutel“

Heute sind „Jutebeutel“ wieder im Trend – die vielfältig bedruckten Taschen bestehen jedoch meistens aus Baumwolle. Der kultige Name des Originals hat sich durchgesetzt. 

Und so sieht die Ökobilanz aus: Damit eine wiederverwendbare Tasche aus Jute oder Baumwolle umweltfreundlicher ist, als eine Plastiktüte, muss sie ca. 30 Mal wiederverwendet werden – so die Einschätzung der Deutschen Umwelthilfe

Stand 03/2018

WEITERE INFORMATIONEN

Mehr Hintergrundinfos finden Sie in unserer
Pressemitteilung zu 40 Jahre Jutetasche

Partner

CORR – the Jute Works

Langjährige Partnerschaft: Bereits seit 1978 arbeiten wir mit „CORR – the Jute Works” in Bangladesch zusammen. 

Foto:

2016

Jute statt Plastik: GEPA-Slogan lebt auf

Rewe schafft die Einkaufstüte aus Plastik ab - bei der GEPA ist die Jutetasche schon seit 1978 im Einsatz.

Foto: GEPA - The Fair Trade Company