„Climate First!” - Fachpodium zu Klimagerechtigkeit

Foto: GEPA - The Fair Trade Company/C. Nusch

„Wie gelingt die öko-faire 
Wende bis 2030?“

Dieser Frage gingen die Gäste unseres Fachpodiums „Climate First“ am 8. Juni hier bei uns in Wuppertal auf den Grund. Expert/innen aus Politik, Wissenschaft und Zivilgesellschaft sowie eine Vertreterin unseres Handelspartners APROLMA diskutierten die Herausforderungen des Klimawandels und welche Möglichkeiten es gibt, sie zu bewältigen.

Durch Trumps Ausstieg aus dem Klimaabkommen ist das Thema noch brisanter geworden. Besonders hart trifft der Klimawandel wirtschaftlich schwache Gruppen, zu denen auch Kleinbauern und -bäuerinnen zählen, und damit GEPA-Handelspartner. Die Podiumsdiskussion ist Auftakt für die GEPA-Aktivitäten zu Klimagerechtigkeit in den nächsten Jahren. Das Wuppertal-Institut wird diese Arbeit wissenschaftlich begleiten.

Statements und Eindrücke von der Diskussion sehen und lesen Sie in der Bildergalerie – klicken Sie sich durch:

Auf dem Podium sprachen: Andreas Mucke, Oberbürgermeister der Stadt Wuppertal (2.v.l.); Flhor de Maria Zelaya Contreras, Gründungsmitglied der Frauenkooperative APROLMA in Honduras; Prof. Dr. Uwe Schneidewind, Präsident des Wuppertal Instituts; Prof. Dr. Claudia Warning, Vorstand Internationale Programme des GEPA-Gesellschafters Brot für die Welt und GEPA-Geschäftsführer Dr. Peter Schaumberger. Die Moderation übernahm Caspar Dohmen, Wirtschaftsjournalist und Autor (ganz links). Foto: GEPA - The Fair Trade Company/A. Fischer
Auf dem Podium sprachen: Andreas Mucke, Oberbürgermeister der Stadt Wuppertal (2.v.l.); Flhor de Maria Zelaya Contreras, Gründungsmitglied der Frauenkooperative APROLMA in Honduras; Prof. Dr. Uwe Schneidewind, Präsident des Wuppertal Instituts; Prof. Dr. Claudia Warning, Vorstand Internationale Programme des GEPA-Gesellschafters Brot für die Welt und GEPA-Geschäftsführer Dr. Peter Schaumberger. Die Moderation übernahm Caspar Dohmen, Wirtschaftsjournalist und Autor (ganz links). Foto: GEPA - The Fair Trade Company/A. Fischer
Flhor Maria Zelaya Contreras, studierte Chemikerin, Gründungsmitglied der Frauenkooperative APROLMA und seit ihrer Kindheit mit Bio-Kaffeeanbau vertraut: „Verbraucher müssen wissen, dass sie Verantwortung tragen. Wir erwarten ja gar nichts Überzogenes von Ihnen, sondern einfach angemessene Preise, damit wir verantwortungsvoll produzieren können. Aber wir können das Problem nicht als Produzenten allein lösen.“ Foto: GEPA - The Fair Trade Company/A. Welsing
Flhor Maria Zelaya Contreras, studierte Chemikerin, Gründungsmitglied der Frauenkooperative APROLMA und seit ihrer Kindheit mit Bio-Kaffeeanbau vertraut: „Verbraucher müssen wissen, dass sie Verantwortung tragen. Wir erwarten ja gar nichts Überzogenes von Ihnen, sondern einfach angemessene Preise, damit wir verantwortungsvoll produzieren können. Aber wir können das Problem nicht als Produzenten allein lösen.“ Foto: GEPA - The Fair Trade Company/A. Welsing
Prof. Dr. Uwe Schneidewind, Präsident des Wuppertal Instituts, sieht in den gegenwärtigen Diskussionen um das Zwei-Grad-Ziel eine „gewaltige Zivilisationsleistung. Die Interessen global auszugleichen ist eine Riesenaufgabe – und eine Riesenchance.“  Foto: GEPA - The Fair Trade Company/A. Fischer
Prof. Dr. Uwe Schneidewind, Präsident des Wuppertal Instituts, sieht in den gegenwärtigen Diskussionen um das Zwei-Grad-Ziel eine „gewaltige Zivilisationsleistung. Die Interessen global auszugleichen ist eine Riesenaufgabe – und eine Riesenchance.“ Foto: GEPA - The Fair Trade Company/A. Fischer
Dr. Peter Schaumberger, GEPA-Geschäftsführer für Marke und Vertrieb: „Wir zeigen, dass Fairer Handel funktioniert. Diese Wirtschaftsweise darf nicht die Ausnahme bleiben – sie muss die Regel sein. Der unter unfairen und klimaschädlichen Bedingungen erzeugte Kaffee müsste viel teurer sein.“ Dazu schlug Peter Schaumberger staatliche Regulierungen vor. Zum Beispiel einerseits Steuererleichterungen für Unternehmen, die fair und ökologisch wirtschaften, andererseits Sanktionen für Klimasünder in Form einer CO2-Steuer. Foto: GEPA - The Fair Trade Company/A. Fischer
Dr. Peter Schaumberger, GEPA-Geschäftsführer für Marke und Vertrieb: „Wir zeigen, dass Fairer Handel funktioniert. Diese Wirtschaftsweise darf nicht die Ausnahme bleiben – sie muss die Regel sein. Der unter unfairen und klimaschädlichen Bedingungen erzeugte Kaffee müsste viel teurer sein.“ Dazu schlug Peter Schaumberger staatliche Regulierungen vor. Zum Beispiel einerseits Steuererleichterungen für Unternehmen, die fair und ökologisch wirtschaften, andererseits Sanktionen für Klimasünder in Form einer CO2-Steuer. Foto: GEPA - The Fair Trade Company/A. Fischer
Der Wuppertaler Oberbürgermeister Andreas Mucke mit Flhor Maria Zelaya Contreras, Gründungsmitglied der Frauenkooperative APROLMA aus Honduras. Wuppertals Oberbürgermeister Andreas Mucke möchte auch andere Kommunen ermutigen: „Klimaschutz geht auch mit wenig Geld. Wir sparen durch die energetische Sanierung unserer Gebäude sogar Kosten ein.“ Für Schulprojekte gäbe es z. B. auch Zuschüsse von außen. „Es geht auch darum, Menschen mit guten Ideen zusammenzubringen.“ Er räumte ein: „Bei der fairen Beschaffung ist bei uns noch Luft nach oben.“ und sprach sich für das Einleiten eines Prozesses hin zum „Hauptstadt des Fairen Handels“ aus. Durch die öko-faire Beschaffung kann Wuppertal einen essentiellen Beitrag zum Klimaschutz leisten. Daher begrüßt die GEPA einen entschlossenen Schritt zu einer ganzheitlichen, fairen Beschaffung in allen städtischen Einrichtungen. Foto: GEPA - The Fair Trade Company/A. Fischer
Der Wuppertaler Oberbürgermeister Andreas Mucke mit Flhor Maria Zelaya Contreras, Gründungsmitglied der Frauenkooperative APROLMA aus Honduras. Wuppertals Oberbürgermeister Andreas Mucke möchte auch andere Kommunen ermutigen: „Klimaschutz geht auch mit wenig Geld. Wir sparen durch die energetische Sanierung unserer Gebäude sogar Kosten ein.“ Für Schulprojekte gäbe es z. B. auch Zuschüsse von außen. „Es geht auch darum, Menschen mit guten Ideen zusammenzubringen.“ Er räumte ein: „Bei der fairen Beschaffung ist bei uns noch Luft nach oben.“ und sprach sich für das Einleiten eines Prozesses hin zum „Hauptstadt des Fairen Handels“ aus. Durch die öko-faire Beschaffung kann Wuppertal einen essentiellen Beitrag zum Klimaschutz leisten. Daher begrüßt die GEPA einen entschlossenen Schritt zu einer ganzheitlichen, fairen Beschaffung in allen städtischen Einrichtungen. Foto: GEPA - The Fair Trade Company/A. Fischer
Prof. Dr. Claudia Warning, Vorstand Internationale Programme des GEPA-Gesellschafters Brot für die Welt, macht Hoffnung: „Der Begriff ‚German Energiewende‘ hat international Karriere gemacht. Wir werden als Vorreiter gesehen, das dürfen wir nicht aufgeben. Im Gegenteil: Wir müssen diese Vorreiterrolle noch stärker einnehmen.“ Foto: GEPA - The Fair Trade Company/A. Fischer
Prof. Dr. Claudia Warning, Vorstand Internationale Programme des GEPA-Gesellschafters Brot für die Welt, macht Hoffnung: „Der Begriff ‚German Energiewende‘ hat international Karriere gemacht. Wir werden als Vorreiter gesehen, das dürfen wir nicht aufgeben. Im Gegenteil: Wir müssen diese Vorreiterrolle noch stärker einnehmen.“ Foto: GEPA - The Fair Trade Company/A. Fischer
Das „Wuppertaler Dreigestirn“: Oberbürgermeister Andreas Mucke (Mitte) mit GEPA-Geshäftsführer Peter Schaumberger und Präsident des Wuppertal Institutes Uwe Schneidewind. „Wir haben in Wuppertal mit der GEPA und dem Wuppertal Institut zwei ‚Global Champions‘ im Hinblick auf diese globalen Nachhaltigkeitsfragen – Institutionen, die mit dem was sie machen, nicht nur die Diskussion in Deutschland, sondern auch international entscheidend prägen“, sagte Schneidewind mit einem Augenzwinkern. Foto: GEPA - The Fair Trade Company/A. Fischer
Das „Wuppertaler Dreigestirn“: Oberbürgermeister Andreas Mucke (Mitte) mit GEPA-Geshäftsführer Peter Schaumberger und Präsident des Wuppertal Institutes Uwe Schneidewind. „Wir haben in Wuppertal mit der GEPA und dem Wuppertal Institut zwei ‚Global Champions‘ im Hinblick auf diese globalen Nachhaltigkeitsfragen – Institutionen, die mit dem was sie machen, nicht nur die Diskussion in Deutschland, sondern auch international entscheidend prägen“, sagte Schneidewind mit einem Augenzwinkern. Foto: GEPA - The Fair Trade Company/A. Fischer
Foto: GEPA - The Fair Trade Company/A. Fischer
Eindrücke aus dem Publikum. Foto: GEPA - The Fair Trade Company/A. Fischer
Eindrücke aus dem Publikum. Foto: GEPA - The Fair Trade Company/A. Fischer
Eindrücke aus dem Publikum. Foto: GEPA - The Fair Trade Company/A. Fischer
Eindrücke aus dem Publikum. Foto: GEPA - The Fair Trade Company/A. Fischer
Angeregte Diskussion. Foto: GEPA - The Fair Trade Company/A. Fischer
Angeregte Diskussion. Foto: GEPA - The Fair Trade Company/A. Fischer
Zum Schluss bündelte Veselina Vasileva, die poltitische Referentin der GEPA, die Fragen aus dem Publikum. Foto: GEPA - The Fair Trade Company/A. Fischer
Zum Schluss bündelte Veselina Vasileva, die poltitische Referentin der GEPA, die Fragen aus dem Publikum. Foto: GEPA - The Fair Trade Company/A. Fischer
#gepaclimatefirst - Die Podiumsdiskussion wurde auch live auf Twitter übertragen. GEPA-Onlineredakteurin Johanna Willimsky (links) twitterte außerdem die wichtigsten Statements. Hier mit Filmautorin Anne Welsing bei der Arbeit. Foto: GEPA - The Fair Trade Company/A. Fischer
#gepaclimatefirst - Die Podiumsdiskussion wurde auch live auf Twitter übertragen. GEPA-Onlineredakteurin Johanna Willimsky (links) twitterte außerdem die wichtigsten Statements. Hier mit Filmautorin Anne Welsing bei der Arbeit. Foto: GEPA - The Fair Trade Company/A. Fischer
Geschafft! Ein Teil des Vorbereitungsteams aus Grundsatz- und Presseabteilung stößt beim Empfang im neu gestalteten Regionalen Fair Handelszentrum auf die Veranstaltung an. Foto: GEPA - The Fair Trade Company/A. Fischer
Geschafft! Ein Teil des Vorbereitungsteams aus Grundsatz- und Presseabteilung stößt beim Empfang im neu gestalteten Regionalen Fair Handelszentrum auf die Veranstaltung an. Foto: GEPA - The Fair Trade Company/A. Fischer

 

Klimawandel: Auswirkungen – das sagen unsere Partner

Per Video kamen GEPA-Handelspartner zu Wort. Wie sich der Klimawandel für sie konkret auswirkt, sagten sie im ersten Filmeinspieler. Jetzt ansehen:

„Durch die hohen Temperaturen und Schädlinge hatten wir nur die Hälfte der üblichen Erträge.“ — Flhor de Maria Zelaya Contreras

Flhor de Maria Zelaya Contreras kennt die Probleme der Kleinbauern und -bäuerinnen aus erster Hand. Ihre Eltern sind Bio-Pioniere, sodass sie mit ökologischem Kaffee-Anbau seit ihrer Kindheit vertraut ist. Die studierte Chemikerin hat die Frauenkooperative APROLMA mit gegründet und vermarktet für ihr kleines Familienunternehmen Demeter-zertifizierten Bio-Kaffee. Sie berichtete im Vorfeld der Diskussion: „Meine Großeltern konnten sich noch auf die festen Säh- und Erntezeiten verlassen. Heute ist das Wetter ein Lotteriespiel.“ Auch die Kaffeequalität leide unter dem Klimawandel: „Wegen der hohen Temperaturen trocknet der Kaffee zu schnell. Das bedeutet höhere Kosten. APROLMA muss z. B. in künstliche Beschattung investieren.“ 

Video zur Diskussion

Faken, Infos, Positionen: Sehen Sie hier das 40-minütige Video zum Fachpodium „Climate First!":


Wer zahlt die Rechnung?

Prof. Dr. Claudia Warning, Vorstand Internationale Programme des GEPA-Gesellschafters Brot für die Welt, ergänzt um Eindrücke aus Indien: „Dort gibt es die Redewendung, der Monsun sei der eigentliche Wirtschaftsminister Indiens. Denn Indiens Bruttosozialprodukt wird maßgeblich von den Erträgen der Landwirtschaft bestimmt.“ Ein Beispiel dafür, wie ein ganzes Land von den Klimaverhältnissen abhängt. „Es ist keineswegs gerecht, wenn die Armen die größten Schäden durch den Klimawandel erleiden. Verdorrte Erden und Ernten und als auch Überschwemmungen und Hochwasser treffen die Ärmsten am härtesten. Das dürfen wir nicht zulassen!“  

Das Wetterphänomen El Niño hat in diesem Jahr besonders schwer gewütet. Unsere Handelspartner sind stark getroffen. Foto: NorAndino
Das Wetterphänomen El Niño hat in diesem Jahr besonders schwer gewütet. Unsere Handelspartner sind stark getroffen. Foto: NorAndino

 

Klimagerechtigkeit: Forderungen an die Politik 

Doch es sollte nicht nur um die Bestandsaufnahme allein gehen sondern auch um Lösungsansätze: Wie führen wir Klimagerechtigkeit weltweit herbei? Welche Zukunftsstrategien hält die Regierung bereit?

GEPA-Geschäftsführer für Marke und Vertrieb, Dr. Peter Schaumberger: „Für Klimasünden müssen selbstverständlich die Verursacher Rechenschaft ablegen. Klimagerechtigkeit sollte in den Köpfen fest verankert und in den Gesetzen festgeschrieben werden. Der Faire Handel zeigt mehr seit als 40 Jahren, dass Handel nach fairen und ökologischen Kriterien auch wirtschaftlich erfolgreich ist.“ 

Der Faire Handel spielt eine wichtige Rolle bei der Anpassung an den Klimawandel und dessen Bekämpfung. Im Fairen Handel wird technische Unterstützung bei der Anpassung an den Klimawandel geleistet, werden klimafreundliche Produktionsweisen gefördert und Beratung zum Aufbau nachhaltiger Anbaumethoden gegeben. 

Was unsere Handelspartner von Politiker/-innen fordern, sagen Sie Ihnen am besten selbst – im nächsten Video:

„Es gibt eine gewaltige Dynamik ‚von unten‘. Es wird sich zeigen, ob sie nationale Blockaden überragen wird.“ — Uwe Schneidewind

Für Prof. Dr. Uwe Schneidewind, Präsident des Wuppertal Instituts, ist klar: „Es gibt eine gewaltige Dynamik von ‚unten‘ – von Unternehmen, Städten, Produzent/innen und der sozialen Bewegung. Es wird sich zeigen, inwiefern diese Dynamik nationale Blockaden, wie z. B. durch Trump, überragen wird.“ 

So sieht es auch Wuppertals Oberbürgermeister Andreas Mucke: „Wenn US-Präsident Trump den Rückwärtsgang in der Klimapolitik einlegt, muss der Rest der Welt – allen voran die Städte – Vollgas bei der Klimarettung und bei einem nachhaltigen Konsum- und Lebensstil geben. Wir haben keinen zweiten Planeten!“

Flhor de Maria Zelaya Contreras: „Meine Botschaft an die die deutsche Bundesregierung ist: Führen Sie gewissenhaft Ihre Arbeit aus und legen Sie Ihr Ego ab; hören, verstehen und leben Sie das Wort Solidarität, setzen Sie sie in Ihrer Arbeit um. Denken Sie an die Zukunft der Erde und lernen Sie unsere Mutter Natur ‚la tierra madre‘ zu verstehen. Nur so und nicht anders tragen Sie zur öko-sozialen Transformation auf politischer Ebene bei.“

Stand 06/2017

WEITERE INFORMATIONEN

Lesen Sie dazu auch unsere
Pressemitteilung

Mehr zum Klimawandel auf der
Website von Brot für die Welt

Wie kann man den Klimawandel begrenzen? Mehr dazu auf der
Website des Wuppertal Instituts

UN-Nachhaltigkeitsziele

8 Ziele - 8 Wochen

Wie die UN-Nachhaltigkeitsziele (SDGs) und der Faire Handel konkret zusammenhängen lesen Sie in unserem Countdown.

Foto:

Sri Lanka

Regenfälle und Erdrutsche

Unsere Partner in Sri Lanka berichten von heftigen Unwettern und leisten teils Katastrophenhilfe.

Foto: Bio Foods