ÖKO-TEST untersucht GEPA Bio Basmati Reis

Foto: GEPA - The Fair Trade Company/A. Welsing

Testergebnis veröffentlicht -
GEPA sucht nach Lösungen

In der aktuellen Februar-Ausgabe hat ÖKO-TEST verschiedene Reissorten auch auf Mineralöle getestet - u. a. den GEPA Bio Basmati. Das Ergebnis ist leider nicht erfreulich: Die Tester haben auf Grund der vorliegenden Werte für Mineralöle den GEPA-Reis mit insgesamt „ausreichend“ bewertet. Bei den Einzelbewertungen für Pestizide, Cadmium, Arsen wies er keine Auffälligkeiten auf. Insgesamt hat ÖKO-TEST von jeweils sieben Anbietern Vollkorn-, Langkorn- und Basmatireis untersucht.

Mineralöle können wir in unseren Lebensmitteln natürlich nicht akzeptieren. Wir bedauern das Gesamtergebnis daher sehr und suchen intensiv nach Lösungen, um das Risiko in Zukunft zu minimieren.

Bislang keine gesetzlichen Grenzwerte

Aktuell sind noch keine gesetzlichen Grenzwerte für Mineralöle festgesetzt worden. Wohl gibt es aber Richtwerte, die der GEPA-Reis zwar nicht überschreitet, dennoch nehmen wir dieses Ergebnis sehr ernst und zum Anlass, intensiv nach weiteren Ursachen dieser Rückstände zu suchen.

Es gibt MOSH/POSH (gesättigte Mineralöle in Verbindung mit Kunststoffen) und MOAH (aromatische Mineralöle). MOSH/POSH stehen unter dem Verdacht, gesundheitsgefährdend zu sein. Zurzeit gibt es aber noch keine abschließende toxikologische Bewertung dazu. Da aromatische Mineralöle potenziell als noch gesundheitsschädlicher eingestuft werden als gesättigte, hat ÖKO-TEST bereits bei dem geringsten Nachweis von MOAH um zwei Stufen abgewertet.

Unser in der aktuellen Ausgabe der ÖKO-TEST (02/2017) untersuchte Bio Basmati.  Foto: GEPA - The Fair Trade Company
Unser in der aktuellen Ausgabe der ÖKO-TEST (02/2017) untersuchte Bio Basmati. Foto: GEPA - The Fair Trade Company

Eintragsquellen auch laut ÖKO-TEST allgemein weiter unklar

Mineralölrückstände sind seit Jahren ein Thema in der Lebensmittelindustrie. Auch ÖKO-TEST hebt in der aktuellen Untersuchung hervor, dass die Eintragsquellen nach wie vor unklar sind, was es extrem erschwert nach den Ursachen zu forschen. Fest steht: Ein Haupteintragsweg sind die Migrationen aus Verpackungen: Mineralöle verflüchtigen sich bei Wärme und befinden sich dann als Gase in der Umgebungsluft. Da die meisten bisher üblichen Verpackungsmaterialien nur eine zeitlich sehr begrenzte Barriere gegen diese Gase bieten, gelangen die mineralölhaltigen Gase durch die Verpackung hindurch in die Lebensmittel.

Ursachenforschung ganz konkret

Den GEPA-Basmatireis verarbeitet unser Handelspartner Navdanya schon in Indien in einer Reismühle von Paddy-Reis (ungeschältem Reis) zu weißem Reis. Danach wird der Reis gereinigt, in Polyethylensäcke verpackt und per Container nach Deutschland verschifft. Diese Verarbeitung im Ursprung erweitert natürlich die möglichen Kontaminationsquellen für Mineralöle.
Wir stehen in engem Austausch mit unserem indischen Partner und prüfen z. B. ob die bei den Bauern verwendeten Säcke frei von Mineralölen sind und ob die Maschinen in der dortigen Reismühle mit mineralölfreiem Fett geschmiert werden. Auch nachdem der Reis in Deutschland angekommen ist, gibt es verschiedene Möglichkeiten der Belastung, wie z. B. bei der Lagerung oder dem Transport.

Was tun wir?

Bereits seit Längerem suchen wir generell nach Verpackungsmaterialien mit besserer Barriere-Eigenschaft. Im aktuellen Fall werden wir sowohl im Ursprung in Indien als auch bei der Abpackung in Deutschland alle Möglichkeiten ausloten, Eintragsquellen von Mineralölrückständen durch verschiedene Maßnahmen zu verhindern. So prüfen wir mit unserem Handelspartner in Indien, wie man eine andere, migrationsdichtere Sackverpackung realisieren kann. Auch mit unseren Verarbeitern in Deutschland suchen wir nach entsprechenden Lösungen.

Bei unseren Teebeuteln und Schokoladen-Verpackungen setzen wir beispielsweise schon seit Jahren auf eine Folie, die überwiegend aus nachwachsenden Rohstoffen besteht. Sie bietet eine gute Barriere gegen Fremdstoffe wie Mineralöle.

Vandana Shiva ist Trägerin des Alternativen Nobelpreises und Gründerin der Stiftung Navdanya, von der die GEPA Bio-Basmatireis bezieht. In unserem Jubiläumsjahr 2015 war sie Gast auf unserer politischen Podiumsdiskussion. Foto: GEPA - The Fair Trade Company/F. Boillot
Vandana Shiva ist Trägerin des Alternativen Nobelpreises und Gründerin der Stiftung Navdanya, von der die GEPA Bio-Basmatireis bezieht. In unserem Jubiläumsjahr 2015 war sie Gast auf unserer politischen Podiumsdiskussion. Foto: GEPA - The Fair Trade Company/F. Boillot

Partner Navdanya: Traditionelles Saatgut für Kleinbauern

Unseren Basmatireis beziehen wir bereits seit 1999 von der Stiftung Navdanya, gegründet von Dr. Vandana Shiva, Trägern des alternativen Nobelpreises. Die Stiftung setzt sich für die Erhaltung von traditionellem Saatgut ein. Ihre Arbeit reicht von der internationalen Lobby- und Kampagnenarbeit über die Weiterbildung der Bäuerinnen und Bauern bis zur praktischen Vermarktung ihres traditionellen Bio-Basmati-Reises. Die Bauern erhalten einen deutlich höheren Preis, als auf dem Markt üblich ist. Weiterer Vorteil für die Kleinbauern: Durch den Fairen Handel hat die Organisation erst Zugang zum europäischen Markt erhalten. Die Stiftung betreibt außerdem eigene Läden in Delhi, Mumbai und Dehradun.


Stand 01/2017

WEITERE INFORMATIONEN

Hier können Sie unsere ausführliche Hintergrundinfo zum Testergebnis
von ÖKO-TEST über Bio Basmati Reis (02/2017) als pdf herunterladen

Erfahren Sie hier mehr über unseren Handelspartner
Navdanya aus Indien, von dem wir unseren Fair Trade-Bio-Reis beziehen

Bei unserer politischen Podiumsdiskussion im September 2015 in Berlin sprachen
u. a. Sven Giegold und Vandana Shiva über die Macht organisierter Verbraucher - mehr dazu hier

Partner

Am Fuße des Himalayas

Den Fair Trade-Bio Basmati-Reis beziehen wir von unserem indischen Partner Navdanya. Wie die Produzenten vom Fairen Handel profitieren, lesen Sie hier.

Foto: GEPA - The Fair Trade Company/C. Nusch

Podiumsdiskussion

Die Macht organisierter Verbraucher

Vandana Shiva von unserem Reis-Partner Navdanya war Gast unserer Podiumsdiskussion in Berlin – hier erfahren Sie mehr!

Foto: GEPA - The Fair Trade Company/F. Boillot