Melanie Weigel engagiert sich für fairen Kaffee

Foto: GEPA - The Fair Trade Company/C. Schreer

Was das Engagement einer
Einzelnen bewirken kann

Wie eine Idee weite Kreise ziehen kann, zeigt die Geschichte von Melanie Weigel. Sie ist das Gesicht hinter der Online-Petition für fairen Kaffee in der Deutschen Bahn, die bereits über 70.000 Unterstützer/innen hat. Dieses Engagement hat uns begeistert – und so haben wir sie zu uns nach Wuppertal eingeladen.

Die Petition

„Noch Kaffee gewünscht?“ Diese Frage hat Melanie Weigel im Zug schon oft gehört. Doch sie findet: „Die einflussreiche Deutsche Bahn kann als Vorbild fungieren und einen Beitrag für eine faire Welt leisten.“ So schreibt die 28-jährige Wahl-Berlinerin es in ihrer Online-Petition auf der Plattform www.change.org. Dass der angebotene Kaffee zurzeit nicht aus Fairem Handel stammt, macht ihn für sie „ungenießbar.“ Seit März 2016 macht sie sich stark dafür, dass die Deutsche Bahn auf einen Fair Trade-Kaffeeanbieter umsteigt. 

„Ich appelliere an die Deutsche Bahn auf fair gehandelten Kaffee umzusteigen.“ Melanie Weigel konnte mit ihrer Online-Petition innerhalb kurzer Zeit über 47.000 Unterstützer/innen erreichen und für ihre Idee begeistern. Foto: GEPA - The Fair Trade Company/C. Schreer
„Ich appelliere an die Deutsche Bahn auf fair gehandelten Kaffee umzusteigen.“ Melanie Weigel konnte mit ihrer Online-Petition innerhalb kurzer Zeit über 47.000 Unterstützer/innen erreichen und für ihre Idee begeistern. Foto: GEPA - The Fair Trade Company/C. Schreer

Die Idee: Wie alles angefangen hat

Inspiriert durch ein Workcamp vor zehn Jahren in Tansania, hat Melanie Weigel begonnen, sich Gedanken über ihren Konsum zu machen: „Mir ist wichtiger geworden, was ich kaufe, esse, trinke und anziehe und wo es herkommt“, erzählt sie bei ihrem Besuch bei der GEPA. Zusammen mit einer Freundin hat sie damals einen Petitionstext geschrieben und diesen in Weltläden, Cafeterien und anderen öffentlichen Einrichtungen ausgelegt. „Ich bin von Weltladen zu Weltladen gegangen und habe Unterschriften auf Papier gesammelt.“ So hat sie die GEPA schon damals kennengelernt. Jedoch sei das Projekt laut Melanie Weigel dann zunächst "temporär eingeschlafen."

„Viele Weltläden haben die Petition unterstützt und verbreitet.“ — Melanie Weigel

Bei ihrem Umzug im November 2015 in Berlin sind ihr beim Ausräumen der Kisten die Unterschriftenlisten wieder in die Hände gefallen und sie wollte es neu angehen: In einer „Nacht- und Nebelaktion” habe sie dann die Online-Petition gestartet: „Ich war selbst überrascht, wie schnell die Zahl der Unterstützer gestiegen ist.“ Innerhalb von zwei Monaten hatten schon mehr als 47.000 Nutzerinnen und Nutzer bei der Petition mitgemacht. „Auch viele Weltläden in Deutschland, Österreich und der Schweiz haben die Petition unterstützt und verbreitet“, erzählt sie uns im Gespräch.

GEPA-Einkaufsmanager Kaffee, Kleber Cruz Garcia (mitte) erklärt Melanie Weigel (links) wie Qualitätssicherung und die Verkostung unseres Kaffees im Kaffeelabor abläuft. Hier mit Franziska Bringe (rechts), GEPA-Einkaufsmanagerin Kaffee. Foto: GEPA - The Fair Trade Company/C. Schreer
GEPA-Einkaufsmanager Kaffee, Kleber Cruz Garcia (mitte) erklärt Melanie Weigel (links) wie Qualitätssicherung und die Verkostung unseres Kaffees im Kaffeelabor abläuft. Hier mit Franziska Bringe (rechts), GEPA-Einkaufsmanagerin Kaffee. Foto: GEPA - The Fair Trade Company/C. Schreer

Was guten Kaffee auszeichnet: Besuch im GEPA-Kaffeelabor

„Zu einer guten Bahnfahrt, gehört guter Kaffee.“ — Petitionsunterstützer Robert

Im GEPA-Kaffeelabor erfahren Melanie Weigel und der Filmregisseur Yugen Yah, der sie begleitet hat, wie die Qualitätssicherung für unseren Kaffee abläuft. Das hat viel mit Riechen und Schmecken zu tun - und mit Schlürfen: Das probieren die beiden auch gern selbst aus. Franziska Bringe, GEPA-Einkaufsmanagerin Kaffee, ermutigt sie: „Ihr dürft jetzt das machen, was sich sonst bei Tisch nicht gehört.“ Beim Schlürfen entfalten sich die Aromen besser und man kann die einzelnen Nuancen aus Süße, Säure und Bitterkeit feiner herausschmecken. In der Bildergalerie sehen Sie, wie unsere Gäste Kaffee verkosten und welche Tipps unsere Kaffee-Experten noch haben – viel Spaß beim Durchklicken!

Kaffeeverkostung mit allen Sinnen: Bevor sie geröstet werden, riecht Melanie Weigel an den Kaffeebohnen.  Foto: GEPA - The Fair Trade Company/C. Schreer
Kaffeeverkostung mit allen Sinnen: Bevor sie geröstet werden, riecht Melanie Weigel an den Kaffeebohnen. Foto: GEPA - The Fair Trade Company/C. Schreer
Die Kaffeebohnen werden bei der GEPA im Proberöster geröstet: „Zwischen der Verkostung und der Röstung sollte der Kaffee mindestens 20 Stunden ruhen, damit Gase entweichen können“, erklärt GEPA-Einkaufsmanager Kaffee, Kleber Cruz Garcia, der schon viele Jahre bei der GEPA arbeitet. Foto: GEPA - The Fair Trade Company/C. Schreer
Die Kaffeebohnen werden bei der GEPA im Proberöster geröstet: „Zwischen der Verkostung und der Röstung sollte der Kaffee mindestens 20 Stunden ruhen, damit Gase entweichen können“, erklärt GEPA-Einkaufsmanager Kaffee, Kleber Cruz Garcia, der schon viele Jahre bei der GEPA arbeitet. Foto: GEPA - The Fair Trade Company/C. Schreer
Es ist angerichtet: Kaffeeverkostung im GEPA-Kaffeelabor. Foto: GEPA - The Fair Trade Company/C. Schreer
Es ist angerichtet: Kaffeeverkostung im GEPA-Kaffeelabor. Foto: GEPA - The Fair Trade Company/C. Schreer
Anschließend werden die gerösteten Bohnen gemahlen und für die Verkostung aufgebrüht. Foto: GEPA - The Fair Trade Company/C. Schreer
Anschließend werden die gerösteten Bohnen gemahlen und für die Verkostung aufgebrüht. Foto: GEPA - The Fair Trade Company/C. Schreer
Von jedem Vorverschiffungsmuster werden fünf Tassen Kaffee verkostet.  Foto: GEPA - The Fair Trade Company/C. Schreer
Von jedem Vorverschiffungsmuster werden fünf Tassen Kaffee verkostet. Foto: GEPA - The Fair Trade Company/C. Schreer
GEPA-Sortimentsmanager Tobias Mehrländer (rechts) ist interessiert: „Wie schmeckt dir der Kaffee:  Süß, sauer, bitter, neutral, würzig?“ Foto: GEPA - The Fair Trade Company/C. Schreer
GEPA-Sortimentsmanager Tobias Mehrländer (rechts) ist interessiert: „Wie schmeckt dir der Kaffee: Süß, sauer, bitter, neutral, würzig?“ Foto: GEPA - The Fair Trade Company/C. Schreer
Yugen Yah dreht Filme und hat Melanie Weigel begleitet: „Kann man sagen guter Kaffee – schlechter Kaffee?“ Foto: GEPA - The Fair Trade Company/C. Schreer
Yugen Yah dreht Filme und hat Melanie Weigel begleitet: „Kann man sagen guter Kaffee – schlechter Kaffee?“ Foto: GEPA - The Fair Trade Company/C. Schreer
„Guter Kaffee hat eine feine Balance aus Süße, Säure und ein wenig Bitterkeit“, sagt GEPA-Einkaufsmanagerin Kaffee, Franziska Bringe. Sie ist verantwortlich für den Kaffee-Einkauf von GEPA-Handelspartnern u. a. aus Afrika und Asien. Foto: GEPA - The Fair Trade Company/C. Schreer
„Guter Kaffee hat eine feine Balance aus Süße, Säure und ein wenig Bitterkeit“, sagt GEPA-Einkaufsmanagerin Kaffee, Franziska Bringe. Sie ist verantwortlich für den Kaffee-Einkauf von GEPA-Handelspartnern u. a. aus Afrika und Asien. Foto: GEPA - The Fair Trade Company/C. Schreer
Wenn Kleber Cruz Garcia gefragt wird, welcher der beste Kaffee ist, antwortet er: „Der beste Kaffee der Welt ist der, der mir schmeckt.“ Foto: GEPA - The Fair Trade Company/C. Schreer
Wenn Kleber Cruz Garcia gefragt wird, welcher der beste Kaffee ist, antwortet er: „Der beste Kaffee der Welt ist der, der mir schmeckt.“ Foto: GEPA - The Fair Trade Company/C. Schreer
Sara d'Aleo ist als Assistentin für Qualitätssicherung zuständig und arbeitet ebenfalls im GEPA-Kaffeeteam. Foto: GEPA - The Fair Trade Company/C. Schreer
Sara d'Aleo ist als Assistentin für Qualitätssicherung zuständig und arbeitet ebenfalls im GEPA-Kaffeeteam. Foto: GEPA - The Fair Trade Company/C. Schreer
Die Handelspartner der GEPA bekommen ganz konkrete Qualitätsvorgaben: Z. B. müssen beim Sieben 80 Prozent des Rohkaffees oben auf dem Sieb bleiben, damit sie eine bestimmte, vorher vertraglich festgelegte und gleichmäßige Größe haben. Das ist wichtig, damit sie sich gleichmäßig rösten lassen. Foto: GEPA - The Fair Trade Company/C. Schreer
Die Handelspartner der GEPA bekommen ganz konkrete Qualitätsvorgaben: Z. B. müssen beim Sieben 80 Prozent des Rohkaffees oben auf dem Sieb bleiben, damit sie eine bestimmte, vorher vertraglich festgelegte und gleichmäßige Größe haben. Das ist wichtig, damit sie sich gleichmäßig rösten lassen. Foto: GEPA - The Fair Trade Company/C. Schreer
Das neue GEPA-Kaffeeteam: V. l.: Kleber Cruz Garcia, Einkaufsmanager Kaffee, Sara d'Aleo, Assistentin Qualitätssicherung, Tobias Mehrländer, Sortimentsmanager Kaffee, und Franziska Bringe, Einkaufsmanagerin Kaffee. Foto: GEPA - The Fair Trade Company/C. Schreer
Das neue GEPA-Kaffeeteam: V. l.: Kleber Cruz Garcia, Einkaufsmanager Kaffee, Sara d'Aleo, Assistentin Qualitätssicherung, Tobias Mehrländer, Sortimentsmanager Kaffee, und Franziska Bringe, Einkaufsmanagerin Kaffee. Foto: GEPA - The Fair Trade Company/C. Schreer


Engagement online und offline

Melanie Weigel bleibt weiter am Ball. So schickte sie der Deutschen Bahn einen Adventskalender: „24 Gründe für fairen Kaffee bei der DB“: Unterstützerinnen und Unterstützer aus ihrem Freundeskreis gaben ihr Statement ab, warum sie für fairen Kaffee bei der Deutschen Bahn sind: „Weil ich auch beim Bahnfahren faire Löhne und menschliche Arbeitsbedingungen will“, schreibt z. B. ihre Freundin Jelka Braden-Behrens, die damals schon mitgeholfen hatte ihre gemeinsame Idee auf Papier weiterzuverbreiten. Neben ihrem Job als Erzieherin in einer bewegungsorientierten Kita findet sie noch genügend Gelegenheiten, ihre Idee voranzutreiben: „Ich spreche die Schaffner konkret auf Kaffee an, verteile Flyer in den Zügen und will weiterhin so viele Menschen wie möglich dazu motivieren mitzumachen.“

Warum gerade Kaffee?

Kaffee steht für Melanie Weigel stellvertretend auch für andere Heißgetränke: „Das wäre ein toller Anfang, dem Schokolade, Kakao und Tee in der Deutschen Bahn folgen könnten.“ Zusätzlich will sie auf lokaler Ebene Cafés in ihrem Berliner Umfeld ansprechen auf Fair Trade-Kaffee umzusteigen.

Zum Schluss ihres Besuchs schauen sich Melanie Weigel und Yugen Yah noch im Regionalen Fair Handelszentrum um: „Ich habe einen super Einblick bekommen und will mich auf jeden Fall weiter dafür einsetzen, dass fairer Kaffee noch bekannter wird.“  Foto: GEPA - The Fair Trade Company/C. Schreer
Zum Schluss ihres Besuchs schauen sich Melanie Weigel und Yugen Yah noch im Regionalen Fair Handelszentrum um: „Ich habe einen super Einblick bekommen und will mich auf jeden Fall weiter dafür einsetzen, dass fairer Kaffee noch bekannter wird.“ Foto: GEPA - The Fair Trade Company/C. Schreer

„Global denken, lokal handeln!“ — Melanie Weigel

Der nächste Meilenstein

„Ich habe einen super Einblick bekommen und will mich auf jeden Fall weiter dafür einsetzen, dass fairer Kaffee noch bekannter wird“, sagt Melanie Weigel über ihren Besuch bei der GEPA. Bis bei ihrer Petition der Meilenstein von 75.000 Unterschriften erreicht ist, fehlen nur noch wenige Unterstützer/innen - machen Sie jetzt noch mit unter www.change.org/DBfairtrade.de!

Stand 02/2017

WEITERE INFORMATIONEN

Unterstützen Sie die Petition von Melanie Weigel
für fairen Kaffee in der Deutschen Bahn auf change.org

Stiftung Warentest hat unseren GEPA-Espresso Cargado getestet:
Das Urteil ist "gut" - erfahren Sie hier mehr zum Testergebnis

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über unsere Siegel, Zeichen und Zertifikate

ARD Haushalts-Check

Fair gewinnt!


Top bei Fairness & Qualität: Mit Abstand punktet GEPA-Kaffee in der Sendung „Haushalts-Check".

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Studie

Fairer Handel wirkt

Und das nicht nur in den Produktionsländern – wie Fair Trade die Gesellschaft hier in Deutschland verändert, zeigt eine neue Studie.

Foto: GEPA - The Fair Trade Company/A. Fischer

Geschichte

Wie alles anfing

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Foto: GEPA - The Fair Trade Company