Fairer Preis
Geht das Geld für die Produkte direkt an die einzelnen Kleinbauern oder Handwerker?
Das Geld für die Produkte kommt den einzelnen Klein-Produzenten als Teil einer Organisation zugute.
Bei Arbeitern oder abhängig Beschäftigten kommt ihnen das Geld über bessere Leistungen durch den Arbeitgeber zugute.
Die Fair Handelsorganisation bezahlt den vereinbarten Preis nicht an die einzelnen Produzenten sondern an die Organisationen der Handelspartner. Dieser Preis ist der so genannte FOB (free on board)-Preis. Er beinhaltet die Kosten für Produktion, Verarbeitung, Transport, Export, Verwaltung und zusätzlich vereinbarte Kosten z.B. für soziale Leistungen.
Der Handelspartner zieht vom FOB-Preis die Kosten für Verarbeitung, Transport, Export und Verwaltung ab. Das restliche Geld geht an die ProduzentInnen. Es ist Aufgabe des Handelspartners, für eine sachgerechte und faire Verteilung des Geldes zu sorgen. Wie viel an die ProduzentInnen weiter gegeben wird, hängt von verschiedenen Umständen ab:
- Wer ist der Handelspartner ?
(Organisiert Kleinproduzenten oder ein Unternehmen mit abhängig Beschäftigten)
- Welche Arbeit wird von den einzelnen ProduzentInnen und welche von der Organisation als Ganzes geleistet?
(Zum Beispiel: Bei Genossenschaften wird oft noch ein Betrag zur Kapitalisierung der Genossenschaft und/ oder der Dachorganisation beschlossen, um die Handlungsfähigkeit zu gewährleisten.
Bei organisierten Kleinproduzenten wird der Mehrpreis, d.h. die Differenz zwischen dem Marktpreis und dem fairen Preis, oft für Gemeinschaftsprojekte oder für Investitionen für die Organisation verwendet.
Sind die Handelspartner Unternehmen, werden mit der Unternehmensführung und den gewählten Arbeitervertretern Vereinbarungen getroffen, die die Unternehmen verpflichten, den Mehrpreis für die Verbesserung der Arbeitsbedingungen und zusätzliche soziale Leistungen zu verwenden.



