Fairer Preis

Was versteht man unter einem fairen Preis?

Fairer Preis kurz gefasst: die Produzenten bekommen im Fairen Handel einen Preis für ihre Produkte, der sowohl die Produktionskosten deckt als auch zur Deckung der Lebenshaltungskosten ausreicht und Spielraum lässt für Gemeinschafts- und Entwicklungsaufgaben der Genossenschaften und Betriebe.

Die Zahlung eines Fairen Preises
wird oft als Kernelement des Fairen Handels wahr genommen. Was einen fairen Preis tatsächlich ausmacht, beschäftigt den Fairen Handel, seit es ihn gibt. Er ist ein Beispiel für die Schwierigkeit, international allgemein verbindliche Sozialstandards zu definieren. Denn was für einen Produzenten ein fairer Preis ist, muss noch lange nicht ausreichend sein für die Produktion in einem anderen Land.
Die Preisbildung der Fair Handelsimporteure geht in Deutschland auf über 30 Jahre Erfahrung zurück.

Die GEPA zahlt in der Regel einen so genannten „free on board- oder FOB-Preis.
Darin sind üblicherweise enthalten:

  • die Produktionskosten (Arbeit, Material, Kapital)
  • die Verpackungskosten
  • Servicekosten beim Exporteur
  • der Transport bis zum Verschiffungshafen

Die Kosten beinhalten u.a. Arbeitslöhne und soziale Absicherungen, die für ein menschenwürdiges Leben in der Region nötig sind, sowie Vorkehrungen für eine ökologisch verantwortungsvolle Produktion.

Die GEPA erwartet von ihren Handelspartnern bei Produkten, bei denen es nicht wie bei den meisten Lebensmitteln bereits einen FLO-Mindestpreis gibt, auf den sie sich beziehen kann, eine Preiskalkulation. In dieser sollten die Teilbeträge für Arbeit und Ökologie so eingesetzt werden, dass die sozialen und ökologischen Verpflichtungen des Fairen Handels erfüllt werden können. Die GEPA ermutigt die Partner, eine entsprechende Kostenkalkulation vorzunehmen und vereinbart im Einzelfall einen Aufschlag, der für bestimmte Maßnahmen der Kooperativen bzw. Unternehmen vorgesehen ist.
Aufgrund dieser Kalkulation wird dann in der Regel ein höherer Preis gezahlt als im konventionellen Handel.

In einigen Fällen, insbesondere bei Handwerksprodukten, sind die Preise des Fairen Handels für die Handelspartner manchmal nicht höher als die des kommerziellen Handels - schon deshalb, weil sich „faire“ Preise für einzelne Handwerksprodukte oft nur schwer ermitteln lassen: es gibt einfach eine zu große Vielfalt von unterschiedlichen Produkten mit verschiedenen Verwendungszwecken, die aus unterschiedlichen Rohstoffen und in unterschiedlicher Produktionsweise hergestellt werden.

Immer aber leistet der Faire Handel für seine Partner m e h r:

So leistet er zum Beispiel bei Bedarf eine – oft überlebenswichtige - Vorfinanzierung. Dazu kommen beim Handwerk Leistungen wie Beratung bei der Produktentwicklung und beim Qualitätsmanagement sowie die Öffnung zu neuen internationalen Märkten.

Für viele Handwerkspartner ist vor allem die Kontinuität der Handelsbeziehung wichtiger als die Höhe des aktuell gezahlten Preises, der vielleicht nur bei einem einmaligen Kauf gezahlt wird.

Darüber hinaus finden viele Partner über den Verkauf ihrer Produkte an die GEPA oder andere Fair Handelsorganisationen überhaupt erstmals Zugang zu einem Exportmarkt.

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