KAFFEE
Wie erklären sich die unterschiedlichen Kaffeepreise im Handel?
Kaffee wird im konventionellen Handel seit langem gern als „Lockvogel-Angebot“ genutzt. So gehen bis zu 90 Prozent der Massenkaffees zu Aktionspreisen über den Ladentisch, nur ca. zehn Prozent zu „normalen“ Regalpreisen. Damit kann der Handel keine Gewinne erzielen. Er erhofft sich, über den billigen Kaffee Kunden anzulocken, die dann weitere Produkte kaufen.
Der Preis für Kaffee setzt sich – wie bei jedem Produkt – aus verschiedenen Faktoren zusammen. So fallen für den Hersteller Kosten für den Rohkaffee, für Röstung, Verpackung, Versand, Vertrieb, Werbung und Kaffeesteuer an. Basierend auf diesen Kosten ermittelt der Hersteller seinen Abgabepreis an den Handel. Der jeweilige Händler ermittelt den Endverbraucherpreis und berücksichtigt dabei die für ihn anfallenden Kosten, die Mehrwertsteuer und eine Gewinnspanne.
Verschiedenste Akteure sind also an der Wertschöpfungskette vom Rohkaffee und bis zur Packung im Ladenregal beteiligt. Je nachdem, wie sich diese auf dem Markt verhalten, verändert sich auch der Endverbraucherpreis.
Zudem wird Kaffee an der Börse gehandelt und sein Preis unterliegt den dortigen Schwankungen. So kann es sein, dass der Kaffeepreis unter die Produktionskosten fällt, wie z. B. in den Jahren 1999 bis 2004. Kaffeetrinker können dann zwar vielleicht Geld sparen, für viele Kaffeebauern ist es aber das Aus für ihre Existenz. Während des letzten Preistiefs mussten viele ihre Kaffeepflanzungen aufgeben und abwandern, meistens in die Slums der Städte.
Der Faire Handel ist ein stabiler Faktor für unsere Kaffeepartner: Dabei liegen die Preise kontinuierlich über den Weltmarktpreisen und Fair Handelsimporteure wie die GEPA gehen langfristige Handelsbeziehungen ein. Das bedeutet Planungs- und Existenzsicherheit für die Produzenten. Die GEPA zahlt immer einen Fair Trade-Aufschlag plus Qualitäts- und evtl. Biozuschläge auf den Weltmarktpreis, egal wie hoch er gerade ist. Nach unten sichert ein Mindestpreis die Kaffeebauern ab. Der wird auf jeden Fall gezahlt, auch wenn der Weltmarktpreis gerade im Keller ist.



