Meldung vom 06.04.2011

Neue Wege in Zeiten hoher Rohstoffpreise

Preiserhöhung Röstkaffee, Umstrukturierung Vertrieb und neue Sortimente

Wuppertal. Durch verschiedene Maßnahmen will sich das Fair Handelshaus GEPA neu aufstellen, um auch in Zukunft in Zeiten hoher Rohstoffpreise und neuer Marktanforderungen den Fairen Handel der GEPA wirtschaftlich nachhaltig zu gestalten. Unter dem Druck von stark gestiegenen Einkaufspreisen für Rohkaffee und andere Rohstoffe müssen diese Veränderungen jetzt zeitnah im Laufe des Jahres 2011 umgesetzt werden. Dazu gehören vor allem Umstrukturierungen in einigen Bereichen des GEPA-Vertriebes. Neue Chancen entstehen durch überarbeitete hochwertige Lebensmittelsortimente wie beispielsweise bei Schokolade, Tee, Kaffee und Honig. Vielfältige Handwerksartikel wie etwa T-Shirts zur FIFA-Frauen-WM setzen ebenfalls Akzente.

Preiserhöhung Röstkaffee seit 1.4.2011

„In den letzten drei Monaten sind die Rohkaffeepreise extrem in die Höhe geschnellt. Daher müssen wir Veränderungen unserer Vertriebsstruktur, die normalerweise schrittweise umgesetzt worden wären, jetzt zügig in die Wege leiten“, erklärt GEPA-Geschäftsführer Vertrieb, Thomas Speck. Innerhalb eines Jahres haben sich die Einkaufspreise für Rohkaffee nahezu um 100 Prozent gesteigert. Um die verarbeiteten hohen Kaffeequalitäten zu beschaffen, zahlt die GEPA schon lange hohe Kaffee-Einkaufspreise über Weltmarkt und auch über Fairtrade-Standard. Daher wurden zum 1.4. die Verkaufspreise für Röstkaffee um rund 50 Cent pro 250 g Päckchen erhöht. Rund 50 Prozent des GEPA-Umsatzes wird durch Kaffee erwirtschaftet.

Umstrukturierung: Zentralisierung der Logistik

Da diese Steigerungen bei Rohkaffee durch die Erhöhung der Röstkaffeepreise zum 1. April nicht alleine aufgefangen werden können, muss zusätzlich die Logistik in drei GEPA-eigenen Regionalen Fair Handelszentren sowie im Vertriebsbereich Großverbraucher aus Kostengründen zentralisiert und in den Hauptsitz nach Wuppertal verlagert werden. Damit geht eine Schließung von regionalen Standorten zum 31.12.2011 einher. Dies ist mit einem Abbau von ca. 20 Personalstellen von den bundesweit 180 GEPA-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeitern verbunden. Mit dem Betriebsrat wird derzeit über Interessenausgleich und Sozialplan verhandelt. In den betroffenen Regionen Leonberg, Alzenau und Berlin werden andere Formen der Kundenbetreuung rund um einen Außendienst entwickelt. Das Regionale Fair Handelszentrum Alzenau bleibt bis zum 31.12.2012 in der jetzigen Form erhalten. Der Wegfall der Warenpräsentation in den Regionalen Fair Handelszentren soll durch Messen und Mini-Messen aufgefangen werden.

Auch die Gesellschafter der GEPA, die Organisationen der großen Kirchen, bieten als Ergänzung an, neue Konzepte und Initiativen der regionalen Akteure und Fair Handelsnetzwerke in den betroffenen Regionen zu unterstützen. Die GEPA befindet sich über Veranstaltungen ebenfalls im Dialog mit den Weltläden und Aktionsgruppen vor Ort, um bestmögliche neue Lösungen zu finden.

„Die Entscheidungen für diese auch schmerzhaften Zentralisierungsmaßnahmen sind uns gerade als Fair Handelsunternehmen nicht leichtgefallen“, so GEPA-Geschäftsführer Thomas Speck. „Wir glauben aber, dass sie notwendig sind, um die guten Marktchancen der GEPA auch im Sinne unserer Handelspartner wirtschaftlich nachhaltig zu gestalten. Der Faire Handel der GEPA hat ein großes Potential, so dass wir trotz dieser Herausforderungen positiv in die Zukunft blicken.“

Neue Marktchancen mit hochwertigen Sortimenten

Die erfolgreiche Umgestaltung des GEPA-Schokoladensortimentes, das aktuelle neue Teesortiment mit dem Schwerpunkt auf Tee von Kleinbauerngenossenschaften und das kommende Kaffeesortiment sind Beispiele dafür, dass dieses Potential noch nicht ausgeschöpft ist. „Wir wollen auch für die Zukunft die GEPA als Pionier des Fairen Handels zu einer starken Marke machen, nicht nur für die Verbraucherinnen und Verbraucher hier, sondern auch für unsere Handelspartner in Übersee“, erklärt GEPA Geschäftsführer Robin Roth, zuständig für Handelspartner, Produkte und Marketing.

Die Produkte der GEPA sind erhältlich in den rund 800 Weltläden, im Lebensmittel-, Bio- und Naturkosthandel, in Firmenkantinen, Bildungseinrichtungen und Restaurants sowie im Online-Shop unter www.gepa.de Dort finden sich auch weitere Informationen zur Röstkaffeepreiserhöhung sowie zu den geplanten Zentralisierungsmaßnahmen.

Als Fair Trade Pionier garantiert die GEPA seit 35 Jahren Transparenz und Glaubwürdigkeit ihrer Arbeit. Wir handeln als größte europäische Fair Handelsorganisation mit Genossenschaften und sozial engagierten Privatbetrieben aus Lateinamerika, Afrika und Asien. Durch faire Preise und langfristige Handelsbeziehungen haben die Partner im Süden mehr Planungssicherheit. Hinter der GEPA stehen Misereor, der Evangelische Entwicklungsdienst (eed), die Arbeitsgemeinschaft der Evangelischen Jugend in Deutschland (aej), der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ), das Kindermissionswerk „Die Sternsinger“ und die evangelische Hilfsaktion „Brot für die Welt“. GEPA-Produkte gibt es in Weltläden und bei Aktionsgruppen, im Lebensmittel-, Bio- und Naturkosthandel, Außer-Haus-Verbrauch (z.B. in Firmenkantinen und Bildungseinrichtungen) sowie im GEPA-Onlineshop unter www.gepa.de

Preise und Auszeichnungen:

  • Top 3 beim Deutschen Nachhaltigkeitspreis 2010 in der Kategorie „Deutschlands nachhaltigste Zukunftsstrategien – kleine und mittlere Unternehmen“ (November 2010)
  • Top 3 beim Deutschen Nachhaltigkeitspreis 2009 in der Kategorie „Deutschlands nachhaltigster Einkauf“ (Oktober 2009)
  • Goldmedaille der Verbraucherinitiative „Nachhaltigstes Einzelhandelsunternehmen 2009 (September 2009)
  • Wuppertaler Wirtschaftspreis 2009 (Oktober 2009)
  • Fairtrade Award 2009 (September 2009)
  • Urteil „Stark engagiert“ von Stiftung Warentest zur sozialen und ökologischen Unternehmensverantwortung (Mai 2009)

Mitgliedschaften:

  • World Fair Trade Organization (WFTO)
  • European Fair Trade Association (EFTA)
  • Forum Fairer Handel (FFH)

Kontaktadresse:

GEPA – The Fair Trade Company
Pressestelle
GEPA-Weg 1
42327 Wuppertal
Tel. 0202 / 266 83 -60 / -64
Fax 0202 / 266 83 10

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Pressemitteilung_Neue_Wege.pdf
Kaffeebörse Moshi
Die Kaffeebörse in Moshi (Tansania) am Fuße des Kilimanjaros

Kaffeeboerse_Moshi.zip
Glory Filex Matowo Miaka
Am Fuße des Kilimanjaro liegt der Kaffeegarten der Kaffeebäuerin Glory. Sie ist Mitglied des Kooperativenverbandes KNCU (Kilimanjaro Native Cooperative Union), mit der die GEPA seit vielen Jahren zusammenarbeitet.
Foto: GEPA - The Fair Trade Company/Welsing

Glory_Filex_Matowo_Miaka.zip
Bio Café Kilimanjaro
Der Bio Café Kilimanjaro ist eine Rarität aus den Bergen Tansanias. Er wird auf einer Höhe von 1300 bis 1750 Metern gepflückt. Den Rohkaffee liefert der Genossenschaftsverband KNCU (Kilimanjaro Native Cooperative Union), mit dem die GEPA schon seit vielen Jahren zusammenarbeitet.

Cafe_Raritaeten_Kilimanjaro_gem.zip
GEPA-Schokoladenspezialitäten
Auch mit neuen Produksortimenten geht die GEPA neue Wege. Hier einer die Schokospezialitäten.
Foto: C. Koehler

Spezialitaeten_Schokoladen.zip

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