Meldung vom 03.12.2009
Fairer Handel und Klimaschutz: Mehr Gerechtigkeit zwischen Nord und Süd
Großplakat-Aktion von GEPA und Eine Welt Netz NRW zum Klimagipfel in Kopenhagen
Wuppertal/Düsseldorf. Mit einer Großplakat-Aktion melden sich das Eine Welt Netz NRW und die GEPA – The Fair Trade Company zum Klimagipfel in Kopenhagen (7. bis 18. 12. 09) zu Wort. Sie machen auf die Verbindung von Fairem Handel und Klimaschutz aufmerksam und fordern mehr Gerechtigkeit zwischen Nord und Süd.
Das Plakat zeigt eine Kaffeebäuerin von hinten, die einen schweren Kaffeesack unter einem düsteren Unwetterhimmel schleppt. Der Slogan „Ach, können wir da nicht noch was draufpacken?“ weist darauf hin, dass die Kleinbauern und Menschen in Entwicklungsländern die Lasten zu tragen haben, die wir ihnen durch ungerechten Handel und Klimawandel durch erhöhten CO2- Ausstoß aufbürden.
„Die Bewältigung des Klimawandels ist auch eine Frage der Gerechtigkeit zwischen Nord und Süd“, so GEPA-Geschäftsführer Thomas Speck. „Viele Kleinbauern müssen ausbaden, was wir durch den Klimawandel anrichten“. Fairer Handel leistet dagegen zum einen durch die Unterstützung ökologischer Anbaumethoden einen Beitrag zur umwelt- und klimaschonenden Wirtschaftsweise. Zum anderen versetzt er Produzenten in Entwicklungsländern u.a. durch langfristige Verträge und ein gesichertes Einkommen in die Lage, mit den Folgen des Klimawandels umzugehen. Auf diesen Zusammenhang hatte der Dachverband der Weltläden in Deutschland im Rahmen einer zweijährigen Kampagne aufmerksam gemacht.
Monika Dülge, die Projektleiterin der „Heiße Zeiten“-Klimakampagne des Eine Welt Netz NRW, unterstützt diesen Ansatz: „Es geht um die Zukunft gerade von Kindern und Jugendlichen. Wir dürfen ihnen nicht noch mehr unsere Altlasten aufbürden. Fairer Handel ist dabei ein positiver Lösungsweg.“
Das Großplakat wird ab 15. Dezember bis in den Januar hinein auf Freiflächen an 500 Bahnhöfen in NRW plakatiert. Die Aktion ist eingebettet in die Jugendkampagne „Heiße Zeiten“ des Eine Welt Netz NRW. Diese Klimakampagne wird u.a. von den GEPA-Gesellschaftern Misereor und Evangelischer Entwicklungsdienst (eed) gefördert sowie auch vom Kindermissionswerk „Die Sternsinger“ unterstützt.
Die Geschichte hinter dem Plakat
Die Kaffeebäuerin auf dem Plakat ist keine anonyme Person, sondern heißt Oliva Kishero. Als Mitglied des GEPA-Handelspartners Gumutindo, einem Genossenschaftsverband in Uganda, baut sie Bio-Kaffee an, um ihre sieben Kinder zu versorgen. Gumutindo, so sagt sie, habe ihr Leben verändert. „Früher mussten wir unseren Kaffee an die Aufkäufer verkaufen – zu welchem Preis auch immer. Wir hatten keine Alternative. Seitdem wir uns zu Gumutindo zusammengeschlossen haben und unseren Kaffee an den Fairen Handel verkaufen, bekommen wir einen viel besseren Preis für unsere Bohnen“. Unter www.gepa.de ist ihre vollständige Geschichte abrufbar.
Auch Kaffeebauern haben unter Klimaveränderungen zu leiden. So berichtet der Genossenschaftsverband KNCU in Tanzania, dass durch die steigenden Temperaturen am Kilimandjaro die Eiskappe des Berges schmilzt. Die Bewässerungssysteme und Wasservorräte in den Dörfern trocknen aus und die Ernte wird weniger planbar, da die Regenphasen unvorhersehbarer werden.
Studien, z.B. für Uganda und Äthiopien, beschäftigen sich inzwischen mit den Folgen der Klima-Erwärmung für den Kaffee-Anbau. Man geht davon aus, dass gerade Kleinbauern darunter besonders zu leiden haben, wenn bisherige Kaffeeanbaugebiete nicht mehr geeignet sind, weil der Anbau sich aus klimatischen Gründen in höhere Lagen verschiebt.
Die GEPA handelt als größte europäische Fair Handelsorganisation seit mehr als 30 Jahren mit Genossenschaften und sozial engagierten Privatbetrieben aus Lateinamerika, Afrika und Asien. Durch faire Preise und langfristige Handelsbeziehungen haben die Partner im Süden mehr Planungssicherheit. Hinter der GEPA stehen Misereor, der Evangelische Entwicklungsdienst (eed), die Arbeitsgemeinschaft der Evangelischen Jugend in Deutschland (aej), der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ), das Kindermissionswerk „Die Sternsinger“ und die evangelische Hilfsaktion „Brot für die Welt“.
Weitere Infos und den Onlineshop finden sich unter www.gepa.de
Das Eine Welt Netz NRW ist der Dachverband entwicklungspolitischer Vereine in Nordrhein-Westfalen und hat seinen Hauptsitz in Münster. Die Arbeitsschwerpunkte sind: Beratung im Eine-Welt-Engagement, Bildungs- und Öffentlichkeitsprojekte, Vernetzung und Fortbildungen zu allen Bereichen der Eine-Welt-Arbeit in NRW. Das Eine Welt Netz NRW organisiert außerdem landesweite Aktionen und Konferenzen mit internationalen Gästen. Auch Kontakte zu Akteuren aus den Bereichen Globales Lernen, Jugendbegegnungsprogrammen, Fairer Handel, internationale Kampagnen usw. werden vermittelt.
Infos zur Klimakampagne für Kinder und Jugendliche „Heiße Zeiten – Nimm das Klima in die Hand!“ gibt es unter www. heisse-zeiten.org
Kontaktadresse:
GEPA – The Fair Trade Company
Pressestelle
GEPA-Weg 1
42327 Wuppertal
Tel. 0202 / 266 83 60-64
Fax 0202 / 266 83 25
E-Mail: presse@gepa.org
Kontaktadresse:
Eine Welt Netz NRW
Martina Kiel
Achtermannstr. 10 - 12
48143 Münster
Tel. 0251 / 284 66 916
Fax 0202 / 284 66 910
E-Mail: Martina.Kiel@eine-welt-netz-nrw.de
Materialien zum Herunterladen
- Pressemitteilung_Fairer_Handel_und_Klimaschutz_Grossplakat.pdf
- Grossplakat_Heisse_Zeiten.pdfGroßplakataktion von GEPA und Eine Welt Netz NRW zum Klimagipfel in Kopenhagen. Das Plakat hängt ab 15. Dezember an 500 Freiflächen an Bahnhöfen in ganz Nordrhein-Westfalen aus.
Großplakat-Aktion von GEPA und dem Eine Welt Netz NRW zum Klimagipfel in Kopenhagen. Das Plakat hängt ab 15. Dezember 2009 an 500 Freiflächen in Bahnhöfen in ganz Nordrhein-Westfalen aus. Hier ein Motiv im GEPA-Hochregallager. Auch im GEPA-Lager werden viele Päckchen gepackt - die die Menschen im Süden entlasten, denn durch den Fairen Handel schafft die GEPA Perspektiven für Kleinbäuerinnen und Kleinbauern in Afrika, Asien und Lateinamerika.
Foto: GEPA - The Fair Trade Company/FischerGrossplakat_im_GEPA-Lager.zip
Großplakat-Aktion von GEPA und dem Eine Welt Netz NRW zum Klimagipfel in Kopenhagen. Das Plakat hängt ab 15. Dezember 2009 an 500 Freiflächen in Bahnhöfen in ganz Nordrhein-Westfalen aus. Hier ein Motiv im GEPA-Hochregallager. Auch im GEPA-Lager werden viele Päckchen gepackt - die die Menschen im Süden entlasten, denn durch den Fairen Handel schafft die GEPA Perspektiven für Kleinbäuerinnen und Kleinbauern in Afrika, Asien und Lateinamerika.
Foto: GEPA - The Fair Trade Company/FischerGrossplakakt_im_GEPA-Lager_Frontseite.zip
Großplakat-Aktion zu Fairem Handel und Klimaschutz zum Klimagipfel in Kopenhagen. Hier ein Bild des Motivs im GEPA-Hochregallager. Von links: Monika Dülge, Projektleiterin "Heiße Zeiten"-Klimakampagne des Eine Welt Netz NRW, und Thomas Speck, GEPA-Geschäftsführer.
Foto: GEPA - The Fair Trade Company/FischerMonika_Duelge_Thomas_Speck.zip
Großplakat-Aktion von GEPA und Eine Welt Netz NRW zu Klimaschutz und Fairem Handel. Die Frau mit dem Kaffeesack auf dem Plakat hat ein Gesicht: Oliva Kishero, Vorstandsmitglied des Kooperativenverbands Gumutindo (Uganda), von dem die GEPA einen Teil ihres Rohkaffees bezieht. "Seitdem wir unseren Kaffee an den Fairen Handel verkaufen, bekommen wir einen viel besseren Preis für unsere Bohnen", sagt Oliva Kishero.
Foto: GEPA - The Fair Trade Company/NuschOliva_Kishero_mit_Kaffeebohnen.zip
Großplakat-Aktion von GEPA und Eine Welt Netz NRW zu Klimaschutz und Fairem Handel. Die Frau auf dem Plakat mit dem Sack hat ein Gesicht: Oliva Kishero, Vorstandsmitglied des ugandischen Genossenschaftsverbands Gumutindo, von dem die GEPA einen Teil ihres Biorohkaffees bezieht. Oliva ist eine starke Frau - und das ist auch ganz wörtlich gemeint. Mit rauen Stricken, die ihre Schultern einschneiden, bindet sie sich einen improvisierten Rucksack auf den Rücken. Anderthalb Kilometer trägt sie so 60 Kilo auf und ab, auf unebener, rutschiger Straße.
Foto: GEPA - The Fair Trade Company/NuschOliva_Kishero_mit_Kaffeesack.zip
Großplakataktion von GEPA und Eine Welt Netz NRW zu Klimaschutz und Fairem Handel. Die Frau auf dem Plakat hat ein Gesicht: Oliva Kishero, Mutter von sieben Kindern, Kaffeebäuerin und Vorstandsmitglied des ugandischen Genossenschaftsverbandes Gumutindo, von dem die GEPA einen Teil ihres Bio-Rohkaffees erhält. Gemeinsam mit den anderen Vorstandsmitgliedern entscheidet sie, wie die Fair Trade-Prämie verwendet werden woll. So hat die Gruppe beispielsweise Land gekauft und darauf ein Kaffeelager errichtet, in dem jeder seine Kaffeebohnen nach der Ernte abliefert.
Foto: GEPA - The Fair Trade Company/NuschOliva_Kishero_pflueckt_Kaffeekirschen.zip



