Meine erste Reise zu TPI nach Indien

Foto: GEPA - The Fair Trade Company/A. Welsing

Reiseblog
von Johanna Willimsky

Foto:

„Das wird der totale Kulturschock“, „Ganz anders, als alles, was du bisher erlebt hast“ - Mit diesen Sätzen der Kolleginnen und Kollegen im Ohr und jeder Menge Gastgeschenke im Gepäck trat ich meine erste Reise nach Indien an. Über die GEPA hatte ich die Chance zum langjährigen Teepartner Tea Promoters India (TPI) in die weltberühmte Teeregion Darjeeling zu reisen, um von dort über unsere Social Media-Kanäle zu berichten. Als leidenschaftliche Teetrinkerin konnte ich nun endlich sehen, wo Grün- und Schwarztee herkommen, wer ihn anbaut und wie man Teeblätter erntet! Mit dabei waren auch Meike Natrop, GEPA-Sortimentsmanagerin Tee, und Filmautorin Anne Welsing.

Welche Eindrücke ich dabei gesammelt habe, was unseren Tee-Partner TPI so besonders macht und was das alles mit Fußball zu tun hat, sehen und lesen Sie hier.

Erfolgs- und Familiengeschichte des Teegartens Samabeong

„Wenn die GEPA damals unseren Tee nicht gekauft hätte, wäre das ganze Projekt nicht in Gang gekommen.“ — Binod Mohan

Was viele vielleicht noch nicht wissen: Es war die GEPA, die 1987 den weltweit ersten Bio-Tee auf den deutschen Markt gebracht hat. Dieser stammte zwar von einem Teegarten in Sri Lanka, aber die damalige Pionierleistung ist auch bezeichnend, was die Zusammenarbeit der GEPA mit TPI und den Teegarten Samabeong in Indien angeht: „Ende der 80er Jahre die Ersten zu sein, war nochmal viel wichtiger: Denn damals waren die Umstände noch andere als heute. Die GEPA hat TPI von Anfang an unterstützt - ohne sie wäre das ganze Projekt nicht in Gang gekommen,“, erzählt mir Binod Mohan, Sohn des TPI-Gründers Brij Mohan. Damit meint er sein Unternehmen TPI, das heute – 30 Jahre später – besten Bio-Tee aus Darjeeling produziert! Heute erwarten Konsumenten beim Kauf von Fair Trade- und Bioprodukten etwas Besonderes: Sie bezahlen dafür einen höheren Preis und erwarten dann auch eine bestimmte, bessere, Qualität und einen guten Geschmack, die sie bei GEPA-Produkten auch bekommen.

Vater und Sohn: Binod Mohan (rechts) steht für die Wurzeln TPIs. Er ist froh darüber, dass sein Sohn Gautam Mohan sich dazu entschlossen hat bei TPI einzusteigen und die Teefirma eines Tages zu übernehmen. Foto: GEPA - The Fair Trade Company/A. Welsing
Vater und Sohn: Binod Mohan (rechts) steht für die Wurzeln TPIs. Er ist froh darüber, dass sein Sohn Gautam Mohan sich dazu entschlossen hat bei TPI einzusteigen und die Teefirma eines Tages zu übernehmen. Foto: GEPA - The Fair Trade Company/A. Welsing

„Tee ist mein Leben und meine Leidenschaft!“ — Gautam Mohan

Binod Mohan hat die von seinem Vater Brij Mohan gegründete Teefirma übernommen. Eines Tages wird TPI auch von seinem eigenen Sohn, Gautam Mohan, weitergeführt, der heute schon Managing Director ist. Beide, Binod und Gautam, haben mir ihre persönliche Perspektive auf den Teegarten näher gebracht: Von Binod habe ich viel über die Geschichte des Teegartens Samabeong und die Anfänge der Zusammenarbeit mit der GEPA erfahren – Gautam steht für die Zukunft und einen Generationenwechsel innerhalb von TPI. Nach seinem Studium in Großbritannien und seiner zweijährigen Arbeit bei den Vereinten Nationen in New York, hat sich Gautam 2014 dazu entschieden bei TPI einzusteigen: „Mein Leben und meine Leidenschaft ist Tee!“ Das spürt man auch: Ob beim Spaziergang durch den Teegarten, bei der Verkostung der frisch verarbeiteten Teeblätter oder einfach nur beim abendlichen Teetrinken – ich habe das Gefühl, dass er jeden Teebusch kennt und viel Zeit und Energie in den Bio-Anbau steckt.

Die nächste Generation bei TPI

„Ich habe nie darüber nachgedacht, es anders zu machen: Ich bin in einem Umfeld aufgewachsen, in dem ökologisches Bewusstsein selbstverständlich war“, sagt Gautam Mohan, Managing Director bei TPI. Viel von seinem Wissen über Tee hat Gautam von seinem Großvater gelernt. Dieser wurde anfangs noch belächelt und auch kritisiert, als er mit dem zertifizierten Bio-Anbau begonnen hat: Doch das Blatt hat sich gewendet - im wahrsten Sinne des Wortes ;): Heute sind 56 Prozent der Teegärten in Darjeeling bio! Bis heute stellt der Bio-Anbau TPI immer wieder vor neue Herausforderungen. Daher wünscht Gautam sich mehr Austausch unter Experten: „Es müsste ein Online-Netzwerk geben, in dem Bio-Farmer weltweit ihre Erfahrungen miteinander teilen können.“

Solche Ideen und die Aufgeschlossenheit gegenüber neuen technischen Entwicklungen, kombiniert mit dem Wissen über Tee aus der Familiengeschichte: All das bringt die neue Generation wie frischen Wind in die Traditionsfirma TPI mit hinein. Auf unserer Reise bin ich immer wieder jungen Menschen dieser jüngeren Generation begegnet, die sich bewusst dafür entschieden haben hier zu leben und zu arbeiten – in der Bildergalerie lernen Sie einige von ihnen kennen:

Roma Chhetri, Sabita Tamang und Bidhya Chhetri (v.l.) haben wir in der GEPA Community Hall kennengelernt. Die beiden älteren, Roma und Sabita, (29 Jahre) arbeiten als Bürokräfte im Fair Trade-Premium Commitee in Samabeong, Bidhay (24 Jahre) ist Teepflückerin. Alle drei haben ihren Abschluss an der Brij Mohan Highschool gemacht und sie erzählen uns, dass es für sie unvorstellbar wäre ihre Familien zu verlassen und aus dem Dorf wegzuziehen. Die weiteste „Reise“, die sie bisher unternommen haben, ging in die nächstgrößere Stadt. Aber sie scheinen zufrieden damit zu sein. Was sie hier hält… Foto: GEPA - The Fair Trade Company
Roma Chhetri, Sabita Tamang und Bidhya Chhetri (v.l.) haben wir in der GEPA Community Hall kennengelernt. Die beiden älteren, Roma und Sabita, (29 Jahre) arbeiten als Bürokräfte im Fair Trade-Premium Commitee in Samabeong, Bidhay (24 Jahre) ist Teepflückerin. Alle drei haben ihren Abschluss an der Brij Mohan Highschool gemacht und sie erzählen uns, dass es für sie unvorstellbar wäre ihre Familien zu verlassen und aus dem Dorf wegzuziehen. Die weiteste „Reise“, die sie bisher unternommen haben, ging in die nächstgrößere Stadt. Aber sie scheinen zufrieden damit zu sein. Was sie hier hält… Foto: GEPA - The Fair Trade Company
…ist auch der starke Zusammenhalt innerhalb der Gemeinschaft: Man hilft sich untereinander – das war z. B. während der 104 Tage andauernden Arbeitsniederlegung im letzten Jahr besonders wichtig. Wir haben uns auch sehr gefreut, als wir sie ein paar Tage später bei einem Fußball-Match wieder getroffen haben – dazu weiter unten mehr. Foto: GEPA - The Fair Trade Company
…ist auch der starke Zusammenhalt innerhalb der Gemeinschaft: Man hilft sich untereinander – das war z. B. während der 104 Tage andauernden Arbeitsniederlegung im letzten Jahr besonders wichtig. Wir haben uns auch sehr gefreut, als wir sie ein paar Tage später bei einem Fußball-Match wieder getroffen haben – dazu weiter unten mehr. Foto: GEPA - The Fair Trade Company
Die Brij Mohan Highschool war eines der Projekte, das im Teegarten Samabeong mit Hilfe der GEPA realisiert werden konnte. Sankar Sharma arbeitet hier seit 2008 als Lehrer: „Ich finde es wichtig, dass die Schüler Basics wie Excel und Word beherrschen, denn diese Programme funktionieren überall auf der Welt gleich.“ Foto: GEPA - The Fair Trade Company
Die Brij Mohan Highschool war eines der Projekte, das im Teegarten Samabeong mit Hilfe der GEPA realisiert werden konnte. Sankar Sharma arbeitet hier seit 2008 als Lehrer: „Ich finde es wichtig, dass die Schüler Basics wie Excel und Word beherrschen, denn diese Programme funktionieren überall auf der Welt gleich.“ Foto: GEPA - The Fair Trade Company
Auch Norsang Tamang lebt gern in Samabeong: Der 30-Jährige hat eine Ausbildung im Bereich Hotelmanagement abgeschlossen und in einem teuren chinesischen Restaurant in einer Großstadt in Südindien gearbeitet. Doch er hat sich dazu entschlossen nach Samabeong zurückzukehren, wo auch seine Familie lebt. Heute leitet er das Küchenteam im TPI-Gästehaus. Das Essen dort war das Beste, was ich auf meiner Reise gegessen habe! Norsang hat mir sogar eines seiner Geheimrezepte verraten – nur so viel: Es ist ein sehr leckerer indischer Milchreis...  Foto: GEPA - The Fair Trade Company/A. Welsing
Auch Norsang Tamang lebt gern in Samabeong: Der 30-Jährige hat eine Ausbildung im Bereich Hotelmanagement abgeschlossen und in einem teuren chinesischen Restaurant in einer Großstadt in Südindien gearbeitet. Doch er hat sich dazu entschlossen nach Samabeong zurückzukehren, wo auch seine Familie lebt. Heute leitet er das Küchenteam im TPI-Gästehaus. Das Essen dort war das Beste, was ich auf meiner Reise gegessen habe! Norsang hat mir sogar eines seiner Geheimrezepte verraten – nur so viel: Es ist ein sehr leckerer indischer Milchreis... Foto: GEPA - The Fair Trade Company/A. Welsing
Eingespieltes Team in Samabeong: Nirdesh Tamang arbeitet seit drei Jahren als Assistent im Teegarten Management- Team in Samabeong. Obwohl er seine Vorgesetzte Bhawana Rai mit „Madame“ anspricht, wirkt das Verhältnis zwischen den beiden sehr herzlich und locker – und sie haben sichtlich Spaß bei der Arbeit. Foto: GEPA - The Fair Trade Company/A. Welsing
Eingespieltes Team in Samabeong: Nirdesh Tamang arbeitet seit drei Jahren als Assistent im Teegarten Management- Team in Samabeong. Obwohl er seine Vorgesetzte Bhawana Rai mit „Madame“ anspricht, wirkt das Verhältnis zwischen den beiden sehr herzlich und locker – und sie haben sichtlich Spaß bei der Arbeit. Foto: GEPA - The Fair Trade Company/A. Welsing
Bhawana Rai („Bauna“ ausgesprochen) war die erste Teegartenmanagerin in ganz Darjeeling. Seit mehr als zehn Jahren koordiniert sie den Teegarten Samabeong und hat sich auch bei den männlichen TPI-Mitgliedern Respekt verschafft. Denn für diese war es anfangs noch ungewohnt sie als Vorgesetzte zu akzeptieren – einfach deshalb, weil es in Indien nicht üblich ist, dass Frauen in der Teebranche in einer Führungsposition arbeiten. Aber das ändert sich zunehmend. Dennoch war TPI einer der ersten Arbeitgeber, der Frauen die Chance gegeben hat aufzusteigen. Ich habe sie während der Reise sehr ins Herz geschlossen, weil sie - obwohl sie diese hohe Position inne hat - jede(n) ihrer Arbeiter(in) gleich herzlich behandelt. Foto: GEPA - The Fair Trade Company/A. Welsing
Bhawana Rai („Bauna“ ausgesprochen) war die erste Teegartenmanagerin in ganz Darjeeling. Seit mehr als zehn Jahren koordiniert sie den Teegarten Samabeong und hat sich auch bei den männlichen TPI-Mitgliedern Respekt verschafft. Denn für diese war es anfangs noch ungewohnt sie als Vorgesetzte zu akzeptieren – einfach deshalb, weil es in Indien nicht üblich ist, dass Frauen in der Teebranche in einer Führungsposition arbeiten. Aber das ändert sich zunehmend. Dennoch war TPI einer der ersten Arbeitgeber, der Frauen die Chance gegeben hat aufzusteigen. Ich habe sie während der Reise sehr ins Herz geschlossen, weil sie - obwohl sie diese hohe Position inne hat - jede(n) ihrer Arbeiter(in) gleich herzlich behandelt. Foto: GEPA - The Fair Trade Company/A. Welsing
Im TPI-Teegarten Putharjhora ist der Generationenwechsel deutlich zu spüren: Hier hat ein junges Team aus vier engagierten Männern die Leitung des Teegartens übernommen. An unserem letzten gemeinsamen Abend überreichten Binod und Gautam ihnen die Auszeichnung als „Bester TPI-Teegarten 2017“.  Foto: GEPA - The Fair Trade Company/A. Welsing
Im TPI-Teegarten Putharjhora ist der Generationenwechsel deutlich zu spüren: Hier hat ein junges Team aus vier engagierten Männern die Leitung des Teegartens übernommen. An unserem letzten gemeinsamen Abend überreichten Binod und Gautam ihnen die Auszeichnung als „Bester TPI-Teegarten 2017“. Foto: GEPA - The Fair Trade Company/A. Welsing
Einer von ihnen ist Pratap Chhetri, seit drei Jahren Factory Manager bei TPI: „In meinem Job wird es nie langweilig! Ich entscheide von Tag zu Tag neu, wie der Tee verarbeitet werden muss. Das hängt davon ab, in welcher Beschaffenheit er am Abend zuvor angeliefert wird.“ Stolz fügt er hinzu: „Teeverarbeitung ist eine Art Kunst!“  Foto: GEPA - The Fair Trade Company/A. Welsing
Einer von ihnen ist Pratap Chhetri, seit drei Jahren Factory Manager bei TPI: „In meinem Job wird es nie langweilig! Ich entscheide von Tag zu Tag neu, wie der Tee verarbeitet werden muss. Das hängt davon ab, in welcher Beschaffenheit er am Abend zuvor angeliefert wird.“ Stolz fügt er hinzu: „Teeverarbeitung ist eine Art Kunst!“ Foto: GEPA - The Fair Trade Company/A. Welsing
„Meine Leidenschaft und mein Leben ist Tee“ – Gautam Mohan verkörpert wie kein anderer die junge Generation innerhalb von TPI. Er kombiniert sein Wissen über Tee, das ihm sein Großvater und sein Vater vermittelt haben, mit seinen eigenen Erfahrungen aus dem Studium und seiner Zeit in New York. So ist er offen für neue Entwicklungen, wie neue Teesorten. Gemeinsam mit seiner Frau hat er noch viele weitere Ideen, wie man die Teegärtenweiterentwickeln kann, z. B. mit nachhaltigem Tourismus. Zugleich wahrt er aber auch die Wurzeln der Traditionsfirma TPI.  Foto: GEPA - The Fair Trade Company/A. Welsing
„Meine Leidenschaft und mein Leben ist Tee“ – Gautam Mohan verkörpert wie kein anderer die junge Generation innerhalb von TPI. Er kombiniert sein Wissen über Tee, das ihm sein Großvater und sein Vater vermittelt haben, mit seinen eigenen Erfahrungen aus dem Studium und seiner Zeit in New York. So ist er offen für neue Entwicklungen, wie neue Teesorten. Gemeinsam mit seiner Frau hat er noch viele weitere Ideen, wie man die Teegärtenweiterentwickeln kann, z. B. mit nachhaltigem Tourismus. Zugleich wahrt er aber auch die Wurzeln der Traditionsfirma TPI. Foto: GEPA - The Fair Trade Company/A. Welsing
Alle Generationen auf einem Bild vereint: Zur Erinnerung an unser GEPA-Jubiläumsfest im Jahr 2015, bei dem auch Binod und Gautam mit dabei waren, habe ich ihnen ein Foto mitgebracht. Darauf hatten wir damals die gesamte Lieferkette der Tee-Herstellung abgebildet. V.r. Binod Mohan, Operation Manager TPI, Prem Tamang, TPI-Koordinator  für soziale Projekte, Politik und PR, Gautam Mohan, Managing Director TPI, und Johanna Willimsky, GEPA-Onlineredakteurin.  Foto: GEPA - The Fair Trade Company/A. Welsing
Alle Generationen auf einem Bild vereint: Zur Erinnerung an unser GEPA-Jubiläumsfest im Jahr 2015, bei dem auch Binod und Gautam mit dabei waren, habe ich ihnen ein Foto mitgebracht. Darauf hatten wir damals die gesamte Lieferkette der Tee-Herstellung abgebildet. V.r. Binod Mohan, Operation Manager TPI, Prem Tamang, TPI-Koordinator für soziale Projekte, Politik und PR, Gautam Mohan, Managing Director TPI, und Johanna Willimsky, GEPA-Onlineredakteurin. Foto: GEPA - The Fair Trade Company/A. Welsing


Samabeong wirkt sich auf die gesamte Region aus

Es ist heute fast nicht nachvollziehbar: Aber alles, was wir in Samabeong gesehen haben – von der Teefabrik, über das großzügige Gästehaus, die Highschool bis hin zum Fußballfeld und dem lokalen Wochenmarkt – hat es vor 30 Jahren hier nicht gegeben. Samabeong war eine in der Kolonialzeit angelegte und dann in den 1980er Jahren wegen politischer Unruhen brachliegende Teeplantage voller verwilderter und hochgewachsener Teebüsche ohne Infrastruktur. TPI hat dieses Gebiet 1989 vom indischen Staat gepachtet und zusammen mit der GEPA und Naturland wieder bewirtschaftet – der Teegarten Samabeong war geboren! Mehr über die Entstehung erfahren Sie hier.

„Samabeong hat eine Ausstrahlungskraft auf die gesamte Region.“ — Binod Mohan

„Den Menschen materielle Goodies zu geben, ist die eine Sache, aber was am Ende wirklich zählt, ist der Einfluss durch den Fairen Handel auf das Leben der Menschen hier“, betont Binod Mohan. Das tägliche Leben der Bewohnerinnen und Bewohner habe sich enorm verbessert, sie haben heute bessere Zukunftsaussichten und es findet ein soziales Leben und Miteinander in den Dörfern statt. Diesen starken Zusammenhalt innerhalb der Community habe ich immer wieder auf der Reise erlebt.

Welche sozialen Projekte durch die Partnerschaft der GEPA mit TPI entstanden sind und wie diese dazu beigetragen haben, dass Samabeong Effekte auf die gesamte Region hat, sehen und lesen Sie in der Bildergalerie:

Ein Beispiel ist das Gästehaus, das 2016 unter dem Namen „The Last Mile“ auch für Touristen eröffnet wurde. Hier durften wir während unserer Zeit in Samabeong ebenfalls übernachten. Gautam erzählte uns, dass TPI bewusst kein Marketing dafür betreibe, da es gezielt für Touristen sei, die hier eine ruhige und entspannte Zeit verbringen möchten und die Natur und Samabeong zu schätzen wissen. Es gibt auch keine Fernseher in den Zimmern, um das soziale Leben zu fördern. Dennoch scheint das Tourismus-Projekt erfolgreich zu sein: Vor unserem Besuch waren Touristen aus Japan hier, direkt nach uns würden schon die nächsten Gäste kommen. Einige Stammkunden habe das Gästehaus auch bereits, verrät Gautam.  Foto: GEPA - The Fair Trade Company/A. Welsing
Ein Beispiel ist das Gästehaus, das 2016 unter dem Namen „The Last Mile“ auch für Touristen eröffnet wurde. Hier durften wir während unserer Zeit in Samabeong ebenfalls übernachten. Gautam erzählte uns, dass TPI bewusst kein Marketing dafür betreibe, da es gezielt für Touristen sei, die hier eine ruhige und entspannte Zeit verbringen möchten und die Natur und Samabeong zu schätzen wissen. Es gibt auch keine Fernseher in den Zimmern, um das soziale Leben zu fördern. Dennoch scheint das Tourismus-Projekt erfolgreich zu sein: Vor unserem Besuch waren Touristen aus Japan hier, direkt nach uns würden schon die nächsten Gäste kommen. Einige Stammkunden habe das Gästehaus auch bereits, verrät Gautam. Foto: GEPA - The Fair Trade Company/A. Welsing
Wir haben uns hier von der ersten Minute an wohl gefühlt. Aber wer würde das nicht? Angesichts so liebevoll eingerichteter Zimmer und Gemeinschafsräume..,  Foto: GEPA - The Fair Trade Company
Wir haben uns hier von der ersten Minute an wohl gefühlt. Aber wer würde das nicht? Angesichts so liebevoll eingerichteter Zimmer und Gemeinschafsräume.., Foto: GEPA - The Fair Trade Company
einer atemberaubenden Landschaft rund herum und..  Foto: GEPA - The Fair Trade Company/A. Welsing
einer atemberaubenden Landschaft rund herum und.. Foto: GEPA - The Fair Trade Company/A. Welsing
dem hilfsbereiten Küchenteam: Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben uns jeden Wunsch quasi von den Augen abgelesen: Egal ob Riesenspinne im Bad, Thermoheizdecke im Bett oder die heiße Tasse Tee am frühen Morgen. Durch das Gästehaus werden Samabeong und die Region nicht nur für Touristen interessant: Auch neue Arbeitsplätze für die lokale Bevölkerung werden geschaffen. Foto: GEPA - The Fair Trade Company
dem hilfsbereiten Küchenteam: Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben uns jeden Wunsch quasi von den Augen abgelesen: Egal ob Riesenspinne im Bad, Thermoheizdecke im Bett oder die heiße Tasse Tee am frühen Morgen. Durch das Gästehaus werden Samabeong und die Region nicht nur für Touristen interessant: Auch neue Arbeitsplätze für die lokale Bevölkerung werden geschaffen. Foto: GEPA - The Fair Trade Company
Ein weiterer wichtiger Entwicklungsschritt für die gesamte Region ist das Kleinbauern-Projekt Subarna, das TPI 2005 gegründet hat. Früher haben die Kleinbäuerinnen  und -bauern hier in der Region Ingwer, Kartoffeln und anderes Gemüse angebaut und verkauft.  Foto: GEPA - The Fair Trade Company/A. Welsing
Ein weiterer wichtiger Entwicklungsschritt für die gesamte Region ist das Kleinbauern-Projekt Subarna, das TPI 2005 gegründet hat. Früher haben die Kleinbäuerinnen und -bauern hier in der Region Ingwer, Kartoffeln und anderes Gemüse angebaut und verkauft. Foto: GEPA - The Fair Trade Company/A. Welsing
Heute bewirtschaften die 78 Mitglieder von Subarna ihre eigenen Teegärten. Sie verkaufen den Tee an TPI, in deren Fabrik verarbeitet wird. Dadurch haben sie ein regelmäßiges Einkommen – das ist für sie enorm wichtig und eine große Verbesserung zu früher, als sie nur zu bestimmten Zeiten einen Lohn für ihre Ernte bekommen haben. Foto: GEPA - The Fair Trade Company/A. Welsing
Heute bewirtschaften die 78 Mitglieder von Subarna ihre eigenen Teegärten. Sie verkaufen den Tee an TPI, in deren Fabrik verarbeitet wird. Dadurch haben sie ein regelmäßiges Einkommen – das ist für sie enorm wichtig und eine große Verbesserung zu früher, als sie nur zu bestimmten Zeiten einen Lohn für ihre Ernte bekommen haben. Foto: GEPA - The Fair Trade Company/A. Welsing
Diesen Eindruck haben wir auch während unseres Besuchs bekommen. Rabi Mukhia, Vizepräsident von Subarna, schilderte uns einen typischen Tag in seinem Leben, der um 5 Uhr morgens mit Tee beginnt und abends um 21 Uhr mit Tee endet. Hier mit seiner Frau Rekha Mukhia. Foto: GEPA - The Fair Trade Company/A. Welsing
Diesen Eindruck haben wir auch während unseres Besuchs bekommen. Rabi Mukhia, Vizepräsident von Subarna, schilderte uns einen typischen Tag in seinem Leben, der um 5 Uhr morgens mit Tee beginnt und abends um 21 Uhr mit Tee endet. Hier mit seiner Frau Rekha Mukhia. Foto: GEPA - The Fair Trade Company/A. Welsing


Früher - heute: Besuch bei Teepflückerin Bishnu Chhetri

Auch das tägliche Leben der Teearbeiterinnen und -arbeiter hat sich dank der Zusammenarbeit mit der GEPA und den Fairen Handel deutlich verbessert: Mit am stärksten haben wir diese Veränderung hin zu einem höheren Lebensstandard bei der Teepflückerin Bishnu Chhetri erlebt:
Ein Filmteam hat sie zuletzt vor zwölf Jahren schon einmal besucht, um für den damaligen GEPA-Teefilm zu drehen - was sich seitdem im Leben der heute 54-Jährigen verändert hat, schauen Sie sich am besten selbst in Fotos an:

2006 stand dieses große Haus noch nicht – dank ihres gesteigerten Einkommens konnte Bishnu sich und ihrer Familie diesen Traum verwirklichen. Foto: GEPA - The Fair Trade Company/A. Welsing
2006 stand dieses große Haus noch nicht – dank ihres gesteigerten Einkommens konnte Bishnu sich und ihrer Familie diesen Traum verwirklichen. Foto: GEPA - The Fair Trade Company/A. Welsing
Vor zwölf Jahren gab es nur ein kleines Haus,  Foto: GEPA - The Fair Trade Company/A. Welsing
Vor zwölf Jahren gab es nur ein kleines Haus, Foto: GEPA - The Fair Trade Company/A. Welsing
in dem die gesamte Familie zusammen wohnte und in dem… Foto: GEPA - The Fair Trade Company/A. Welsing
in dem die gesamte Familie zusammen wohnte und in dem… Foto: GEPA - The Fair Trade Company/A. Welsing
..auf dem Boden das Essen zubereitet.. Foto: GEPA - The Fair Trade Company/A. Welsing
..auf dem Boden das Essen zubereitet.. Foto: GEPA - The Fair Trade Company/A. Welsing
.. und gegessen wurde. Foto: GEPA - The Fair Trade Company/A. Welsing
.. und gegessen wurde. Foto: GEPA - The Fair Trade Company/A. Welsing
Heute ist alles großzügiger: Im neuen Haus ist genügend Platz für die Familie: Das sind Bishnus Mann, ihre 29-jährige Tochter Tirtha Chhetri, sowie ihre Schwiegertochter und die kleine Enkelin. Ihr Sohn arbeitet zurzeit bei der Armee – wenn er im Urlaub zu Hause ist, wohnt er ebenfalls hier. Die Familie hat sogar ein eigenes Auto, wodurch sie viel mobiler geworden sind. Während unseres Besuchs konnte Bishnus Ehemann damit z. B. zu einem Arzt gefahren werden, da er leider erkrankt war.  Foto: GEPA - The Fair Trade Company/A. Welsing
Heute ist alles großzügiger: Im neuen Haus ist genügend Platz für die Familie: Das sind Bishnus Mann, ihre 29-jährige Tochter Tirtha Chhetri, sowie ihre Schwiegertochter und die kleine Enkelin. Ihr Sohn arbeitet zurzeit bei der Armee – wenn er im Urlaub zu Hause ist, wohnt er ebenfalls hier. Die Familie hat sogar ein eigenes Auto, wodurch sie viel mobiler geworden sind. Während unseres Besuchs konnte Bishnus Ehemann damit z. B. zu einem Arzt gefahren werden, da er leider erkrankt war. Foto: GEPA - The Fair Trade Company/A. Welsing
Das geräumige Wohnzimmer im neuen Haus. Foto: GEPA - The Fair Trade Company/A. Welsing
Das geräumige Wohnzimmer im neuen Haus. Foto: GEPA - The Fair Trade Company/A. Welsing
Auch die Küche, die sich in einem kleinen anderen Häuschen befindet, ist viel besser ausgestattet als früher: Gasanschluss, neue Töpfe, Solarlicht und der Wasseranschluss direkt am Haus erleichtern das alltägliche Kochen.  Foto: GEPA - The Fair Trade Company/A. Welsing
Auch die Küche, die sich in einem kleinen anderen Häuschen befindet, ist viel besser ausgestattet als früher: Gasanschluss, neue Töpfe, Solarlicht und der Wasseranschluss direkt am Haus erleichtern das alltägliche Kochen. Foto: GEPA - The Fair Trade Company/A. Welsing
Hier ist gleichzeitig auch der Essbereich mit Tisch und Stühlen. Bei unserem Besuch bereitete Bishnu ein typisch indisches Frühstück zu: Chapati, Kartoffeln, Gemüse und Chai. Foto: GEPA - The Fair Trade Company/A. Welsing
Hier ist gleichzeitig auch der Essbereich mit Tisch und Stühlen. Bei unserem Besuch bereitete Bishnu ein typisch indisches Frühstück zu: Chapati, Kartoffeln, Gemüse und Chai. Foto: GEPA - The Fair Trade Company/A. Welsing
Auch die neuen praktischen Warmhalte-Transportboxen sind über Gelder aus dem Fairen Handel finanziert worden und eine große Erleichterung für die Teepflückerinnen: So können sie ein warmes Mittagessen aufs Teefeld mitnehmen und müssen mittags nicht extra nach Hause laufen, um dort zu essen. Das kenne ich auch von zu Hause: In Deutschland setzt sich diese Art der Essenszubereitung immer mehr durch - unter dem Trend-Schlagwort „Meal Prep“. Foto: GEPA - The Fair Trade Company
Auch die neuen praktischen Warmhalte-Transportboxen sind über Gelder aus dem Fairen Handel finanziert worden und eine große Erleichterung für die Teepflückerinnen: So können sie ein warmes Mittagessen aufs Teefeld mitnehmen und müssen mittags nicht extra nach Hause laufen, um dort zu essen. Das kenne ich auch von zu Hause: In Deutschland setzt sich diese Art der Essenszubereitung immer mehr durch - unter dem Trend-Schlagwort „Meal Prep“. Foto: GEPA - The Fair Trade Company


Zwei Welten: Teegärten Samabeong und Putharjhora

Als ich mich im Büro in Wuppertal auf die Reise vorbereitet hatte, konnte ich mir nur schwer vorstellen, wie unterschiedlich die beiden Teegärten Samabeong und Putharjhora sind. Zwei Stunden Fahrtzeit und ein Höhenunterschied von 2.000 Metern – aber dass zwischen den beiden Teegärten Welten liegen, das zeigt Googlemaps mir nicht an.

Denn während das Wetter in Samabeong kühl, oft neblig und regnerisch war, wurden wir in Putharjhora von einem tropischen, feuchten Klima (und der obligatorischen Tasse Tee in der dortigen Unterkunft) empfangen.

Meike Natrop, GEPA-Sortimentsmanagerin Tee, und ich beim Teepflücken. Hier schon mit beiden Händen voller Teeblätter. Foto: GEPA - The Fair Trade Company/A. Welsing
Meike Natrop, GEPA-Sortimentsmanagerin Tee, und ich beim Teepflücken. Hier schon mit beiden Händen voller Teeblätter. Foto: GEPA - The Fair Trade Company/A. Welsing

„Two leaves and a bud”: Wir pflücken Tee

In Putharjhora wollten meine Kollegin Meike und ich dann endlich erfahren, was das Geheimnis hinter dem Teepflücken ist und worauf es ankommt. „Two leaves and a bud“ – hatten wir zwar als einfache Regel während der Reise schon oft gehört, aber noch nie selbst angewendet!

Zunächst wurden wir von drei Frauen traditionell eingekleidet. Sie hatten offensichtlich großen Spaß dabei, uns – typisch westeuropäisch aussehende Frauen – in ihre alltägliche Arbeitskleidung zu hüllen. Als auch die letzte Halskette umgebunden war, ging es los: Bei gefühlten 35 Grad in der Mittagshitze, mit drei Schichten Kleidung am Körper, einer schweren Arbeitsschürze umgebunden und dem Teesack auf dem Rücken, dessen lange Träger wie ein Stirnband um unsere Köpfe gebunden waren. Jetzt galt es jeweils die obersten beiden Teeblätter eines Teebusches verbunden durch eine Blattknospe mit Daumen und Zeigefinger an der richtigen Stelle zu pflücken.

„Teepflücken hört sich leicht an, ist aber eine anstrengende körperliche Arbeit.“ — Johanna Willimsky

Hat man eine Handvoll Teeblätter geerntet, kommen sie in den Teesack auf dem Rücken. Bis dieser wirklich bis oben hin gefüllt ist, dauert es eine Weile. In der Zeit, in der wir uns mühsam Teeblatt für Teeblatt erarbeiten, lacht uns Supervisor Malati Sunwar an – beide Hände voller feinster Teeblätter. Sie versicherte uns aber, dass sie uns als Teepflückerinnen einstellen würde! Nach dieser Erfahrung habe ich noch mehr Respekt vor dieser anstrengenden Handarbeit und vor den Teepflückerinnen, die diese Arbeit acht Stunden am Tag erledigen. Doch nur durch das „handplucking“ erreicht der Tee auch die Qualität, die wir so schätzen – und das sollte man sich auch bei jeder Tasse Tee bewusst machen und sich eine kleine Auszeit gönnen.  

Unsere ersten Pflückversuche in Bildern und was wir in Putharjhora noch erlebt haben, sehen Sie hier:

Zunächst wurden wir traditionell eingekleidet. Foto: GEPA - The Fair Trade Company/A. Welsing
Zunächst wurden wir traditionell eingekleidet. Foto: GEPA - The Fair Trade Company/A. Welsing
Supervisor Malati Sunwar war sehr geduldig mit uns beiden Neulingen. Foto: GEPA - The Fair Trade Company/A. Welsing
Supervisor Malati Sunwar war sehr geduldig mit uns beiden Neulingen. Foto: GEPA - The Fair Trade Company/A. Welsing
Zusätzlich zum Teesack auf dem Rücken haben die Pflückerinnnen noch einen Sonnenschirm seitlich eingesteckt, um sich so vor der brütenden Mittagssonne zu schützen. Foto: GEPA - The Fair Trade Company/A. Welsing
Zusätzlich zum Teesack auf dem Rücken haben die Pflückerinnnen noch einen Sonnenschirm seitlich eingesteckt, um sich so vor der brütenden Mittagssonne zu schützen. Foto: GEPA - The Fair Trade Company/A. Welsing
Ich habe durch die Reise noch mehr Respekt vor dieser harten körperlichen Arbeit der Teepflückerinnen, die bei tropischen Temperaturen den ganzen Tag im Teefeld arbeiten.  Foto: GEPA - The Fair Trade Company/A. Welsing
Ich habe durch die Reise noch mehr Respekt vor dieser harten körperlichen Arbeit der Teepflückerinnen, die bei tropischen Temperaturen den ganzen Tag im Teefeld arbeiten. Foto: GEPA - The Fair Trade Company/A. Welsing
Solange die Teepflückerinnen tagsüber arbeiten, können sie ihre kleinen Kinder in eine Kinderkrippe bringen, die von TPI extra zu diesem Zweck aufgebaut wurde. Gautam erzählte uns, dass dort auch Kinder betreut würden, deren Eltern nicht bei TPI angestellt sind. Wieder ein Beispiel dafür, dass durch TPI auch die gesamte Region profitiert.  Foto: GEPA - The Fair Trade Company/A. Welsing
Solange die Teepflückerinnen tagsüber arbeiten, können sie ihre kleinen Kinder in eine Kinderkrippe bringen, die von TPI extra zu diesem Zweck aufgebaut wurde. Gautam erzählte uns, dass dort auch Kinder betreut würden, deren Eltern nicht bei TPI angestellt sind. Wieder ein Beispiel dafür, dass durch TPI auch die gesamte Region profitiert. Foto: GEPA - The Fair Trade Company/A. Welsing
Für uns völlig überraschend durften wir in Putharjhora beim großen Fußball-Finale zwischen den Teegärten-Teams Samabeong und Singell mit dabei sein – und dieses sogar eröffnen! Das Fußballturnier wurde zu Ehren von TPI-Gründer Brij Mohan ausgetragen, der es auch ins Leben gerufen hat.  Foto: GEPA - The Fair Trade Company/A. Welsing
Für uns völlig überraschend durften wir in Putharjhora beim großen Fußball-Finale zwischen den Teegärten-Teams Samabeong und Singell mit dabei sein – und dieses sogar eröffnen! Das Fußballturnier wurde zu Ehren von TPI-Gründer Brij Mohan ausgetragen, der es auch ins Leben gerufen hat. Foto: GEPA - The Fair Trade Company/A. Welsing
Jeder der insgesamt acht Teegärten von TPI hat sein eigenes Fußballteam, in dem vom Teegartenmanager über Supervisor bis zum Verarbeiter alle vereint sind. Obwohl Gautam betonte, dass sich die Spieler lediglich ab und zu zum Trainieren nach der Arbeit treffen, haben wir das Gefühl, dass dieses Finale etwas ganz Großes und Bedeutendes für alle Beteiligten ist. Nicht nur für die Spieler… Foto: GEPA - The Fair Trade Company/A. Welsing
Jeder der insgesamt acht Teegärten von TPI hat sein eigenes Fußballteam, in dem vom Teegartenmanager über Supervisor bis zum Verarbeiter alle vereint sind. Obwohl Gautam betonte, dass sich die Spieler lediglich ab und zu zum Trainieren nach der Arbeit treffen, haben wir das Gefühl, dass dieses Finale etwas ganz Großes und Bedeutendes für alle Beteiligten ist. Nicht nur für die Spieler… Foto: GEPA - The Fair Trade Company/A. Welsing
Am lautesten jubelte der Fanclub aus Samabeong – darunter auch die drei Frauen, die wir dort in der Community Hall kennengelernt hatten. Sie waren extra für das Match angereist – und es hat sich gelohnt, denn… Foto: GEPA - The Fair Trade Company/A. Welsing
Am lautesten jubelte der Fanclub aus Samabeong – darunter auch die drei Frauen, die wir dort in der Community Hall kennengelernt hatten. Sie waren extra für das Match angereist – und es hat sich gelohnt, denn… Foto: GEPA - The Fair Trade Company/A. Welsing
…ihr Team gewann den großen Pokal! Foto: GEPA - The Fair Trade Company/A. Welsing
…ihr Team gewann den großen Pokal! Foto: GEPA - The Fair Trade Company/A. Welsing


Teekultur in Kalkutta: von traditionell...

Als letzte Station auf unserer Reise besuchten wir Kalkutta: Die Millionenmetropole ist die siebtgrößte Stadt Indiens, aber wie Gautam uns schon erzählt hatte, herrscht dort eine entschleunigtere Atmosphäre als in Delhi, was ich mir angesichts vier Millionen Einwohnern zwar kaum vorstellen konnte, aber er sollte Recht behalten.

In Kalkutta konnten wir noch ein letztes Mal erleben, wie unterschiedlich die Inderinnen und Inder ihre Teekultur zelebrieren: Da sind zum einen die Chai Wallahs, die an jeder Straßenecke stehen und entweder auf einem Wagen oder an einem festen Stand den heißen Chai aus großen gusseisernen Töpfen in kleine Pappbecher oder Tontassen ausschenken. Doch mir scheint, dass sich die „To-Go“-Mentalität beim Chai noch nicht wie beim Kaffee durchgesetzt hat – denn die meisten Inder*innen trinken ihren kochend heißen Tee an Ort und Stelle, unterhalten sich oder schauen dem Straßentreiben zu. Praveen, der uns eine kurze Stadtführung mitnahm, erzählte uns, dass er als Student die Zeit zwischen den Vorlesungen gern an seinem Lieblings-Chai Wallah-Stand in Uninähe verbrachte.

So sieht ein typischer Chai Wallah-Stand aus: Hier wird Chai in großen Töpfen gekocht und dann in kleinen Pappbechern oder in Tontässchen verkauft. Foto: GEPA - The Fair Trade Company/A. Welsing
So sieht ein typischer Chai Wallah-Stand aus: Hier wird Chai in großen Töpfen gekocht und dann in kleinen Pappbechern oder in Tontässchen verkauft. Foto: GEPA - The Fair Trade Company/A. Welsing

...bis hip und modern

Völlig anders sind dagegen die nobel anmutenden Tee-Restaurants, vergleichbar mit Wiener Kaffeehäusern, in denen wir die exotischsten Teesorten in kleinen Kännchen serviert bekommen – natürlich immer mit einer Sanduhr auf dem Tisch, sodass man genau weiß, wann der Tee gezogen ist. Mein persönlicher Favorit und die Entdeckung auf der Reise: Oolong – ein halbfermentierter Tee, der mehr Teein als Grüntee enthält und weich im Geschmack ist. An unserem Nebentisch saß eine Gruppe von wohlhabend aussehenden Frauen in ihren Fünfzigern, die sich hier zu Nachmittagstee und Kuchen traf – genau die Zielgruppe, die man in einem solchen Teehaus erwartet.

Es geht aber auch hip und modern - klicken Sie sich durch die Bildergalerie:

In einem hippen Wohnviertel in Kalkutta, das mich ein bisschen Kreuzberg erinnerte, waren wir in einen schönen Laden mit Bistro-Bereich, in dem man Teetrinken oder an seinem Laptop arbeiten konnte. Foto: GEPA - The Fair Trade Company
In einem hippen Wohnviertel in Kalkutta, das mich ein bisschen Kreuzberg erinnerte, waren wir in einen schönen Laden mit Bistro-Bereich, in dem man Teetrinken oder an seinem Laptop arbeiten konnte. Foto: GEPA - The Fair Trade Company
Diese witzigen Aufhänger fielen uns natürlich auch sofort ins Auge. Foto: GEPA - The Fair Trade Company
Diese witzigen Aufhänger fielen uns natürlich auch sofort ins Auge. Foto: GEPA - The Fair Trade Company
Ein schickes Teehaus mitten in Kalkutta – der Tee wird hier in einer Stempelkanne serviert und die Sanduhr auf dem Tisch darf natürlich auch nicht fehlen.  Foto: GEPA - The Fair Trade Company
Ein schickes Teehaus mitten in Kalkutta – der Tee wird hier in einer Stempelkanne serviert und die Sanduhr auf dem Tisch darf natürlich auch nicht fehlen. Foto: GEPA - The Fair Trade Company


Wo kommt die handgeschöpfte Tee-Verpackung her?

Auf unserer Reise durften wir auch miterleben, wie aus handgeschöpftem Recyclingpapier die schönen GEPA-Teeverpackungen für die losen Bio-Tees von TPI hergestellt werden. Das geschieht in mehreren Produktionsbetrieben in und um Delhi, die mit Mahima Mehra zusammenarbeiten. Mahima hat 1995 den Papeteriebetrieb Fibres gegründet, von dem die GEPA seit mehr als 20 Jahren ihre handgeschöpften Teeverpackungen bekommt. Bei ihr laufen alle Fäden zusammen: Sie koordiniert die einzelnen Arbeitsschritte und schickt dann die mit dem GEPA-Logo bedruckte und gefaltete Papierverpackung in die TPI-Zentrale nach Kalkutta. Besonders beeindruckend war für mich zu sehen, wie viele Arbeitsschritte dafür notwendig sind und dass dabei so viele Menschen an unterschiedlichen Orten in Delhi involviert sind. Und vor allem: Darüber den Überblick zu behalten! Da kann es dann auch mal passieren, dass wir während einer Autofahrt mit Mahima mitten auf einer Straße in Delhi kurz anhalten, ein Bote auf dem Moped angebraust kommt, ein Paket voller Papier in den Kofferraum legt, Mahima kurz grüßt und wieder davon fährt!

Die einzelnen Arbeitsschritte sehen Sie hier in der Bildergalerie:

Das ist Mahima Mehra. Neben den Teeverpackungen für die GEPA hat sie eine eigene Firma: Unter dem Label Haathi Chaap stellt sie die unterschiedlichsten Produkte aus Elefantendung-Papier her. Foto:
Das ist Mahima Mehra. Neben den Teeverpackungen für die GEPA hat sie eine eigene Firma: Unter dem Label Haathi Chaap stellt sie die unterschiedlichsten Produkte aus Elefantendung-Papier her.
Der erste Schritt ist das Handschöpfen des Papiers aus Baumwollresten. Das Handschöpfen konnten wir nicht live vor Ort erleben, da der Produktionsbetrieb zu weit von Delhi entfernt gewesen wäre. In Delhi selbst nimmt die Verpackung dann in drei unterschiedlichen Werktstätten Form an.. Foto: GEPA - The Fair Trade Company/A. Welsing
Der erste Schritt ist das Handschöpfen des Papiers aus Baumwollresten. Das Handschöpfen konnten wir nicht live vor Ort erleben, da der Produktionsbetrieb zu weit von Delhi entfernt gewesen wäre. In Delhi selbst nimmt die Verpackung dann in drei unterschiedlichen Werktstätten Form an.. Foto: GEPA - The Fair Trade Company/A. Welsing
Zuerst wird das goldene GEPA-Logo eingestanzt… Foto: GEPA - The Fair Trade Company/A. Welsing
Zuerst wird das goldene GEPA-Logo eingestanzt… Foto: GEPA - The Fair Trade Company/A. Welsing
…dann bekommt die Verpackung beim „Cutting“ ihre Form: Das Papier wird geschnitten. Dabei müssen die Arbeiter an der Schneidemaschine sehr viel Geschick aufwenden. Zum Glück hat Mahima in den letzten 25 Jahren bisher nur einmal erlebt, dass sich ein Arbeiter dabei verletzt hat. V.l. Mahima Mehra, Ram Sawat (Master of Cutting) und Satish Kumar (Assistent). Foto: GEPA - The Fair Trade Company/A. Welsing
…dann bekommt die Verpackung beim „Cutting“ ihre Form: Das Papier wird geschnitten. Dabei müssen die Arbeiter an der Schneidemaschine sehr viel Geschick aufwenden. Zum Glück hat Mahima in den letzten 25 Jahren bisher nur einmal erlebt, dass sich ein Arbeiter dabei verletzt hat. V.l. Mahima Mehra, Ram Sawat (Master of Cutting) und Satish Kumar (Assistent). Foto: GEPA - The Fair Trade Company/A. Welsing
Der letzte Schritt ist dann das Kleben und Falten der Verpackung, um sie für den Versand zu TPI nach Kalkutta fertig zu machen. Dort wird sie dann mit Tee befüllt.  Foto: GEPA - The Fair Trade Company/A. Welsing
Der letzte Schritt ist dann das Kleben und Falten der Verpackung, um sie für den Versand zu TPI nach Kalkutta fertig zu machen. Dort wird sie dann mit Tee befüllt. Foto: GEPA - The Fair Trade Company/A. Welsing


On the road: Eindrücke von Land, Leuten und indischem Essen

Alles in allem war es eine sehr spannende Zeit für mich – 13 Tage können so schnell vorbei sein, wenn man jeden Tag neue Dinge erlebt, Menschen und deren Alltag in einer völlig fremden Kultur kennenlernt, exotisches Essen probiert und jede Menge unterschiedlichen Tee trinkt. Nach der Indienreise kann ich zwar noch nicht sagen, dass ich dieses riesige Land mit seinen unterschiedlichen Facetten kenne, aber ich weiß jetzt genau, aus welcher Region der GEPA- Tee kommt, welche Menschen dahinter stehen – von der Ernte bis zur Verarbeitung – und wie viel Arbeit und Leidenschaft darin stecken. Und daran erinnere ich mich gern zurück – jeden Morgen, wenn ich meine erste Tasse Grüntee aus Darjeeling genieße.

Kurzer Stopp bei einem Kokosnuss-Stand am Straßenrand, um sich mit Kokoswasser zu erfrischen. Hier Meike Natrop (links), GEPA-Sortimentsmanagerin Tee, und Prem Tamang (Mitte), TPI Koordinator. Foto: GEPA - The Fair Trade Company/A. Welsing
Kurzer Stopp bei einem Kokosnuss-Stand am Straßenrand, um sich mit Kokoswasser zu erfrischen. Hier Meike Natrop (links), GEPA-Sortimentsmanagerin Tee, und Prem Tamang (Mitte), TPI Koordinator. Foto: GEPA - The Fair Trade Company/A. Welsing
Unser treuer Fahrer (links) chauffierte uns überallhin und wartete geduldig bis wir auch die letzte Frage gestellt und das letzte Foto geschossen hatten. Kurz vor unserem Besuch kaufte TPI einen neuen Geländewagen, den wir somit einweihen durften. Hier mit Gautam Mohan (2.v.l.), Managing Director TPI, Nirdesh Tamang (3.v.l.), Assistent Samabeong Management, sowie Meike Natrop (rechts), GEPA-Sortimentsmanagerin Tee,  Bhawana Rai (2.v.r), Teegartenmanagerin Samabeong, Johanna Willimsky (3.v.r.), GEPA-Onlineredakteurin.    Foto: GEPA - The Fair Trade Company/A. Welsing
Unser treuer Fahrer (links) chauffierte uns überallhin und wartete geduldig bis wir auch die letzte Frage gestellt und das letzte Foto geschossen hatten. Kurz vor unserem Besuch kaufte TPI einen neuen Geländewagen, den wir somit einweihen durften. Hier mit Gautam Mohan (2.v.l.), Managing Director TPI, Nirdesh Tamang (3.v.l.), Assistent Samabeong Management, sowie Meike Natrop (rechts), GEPA-Sortimentsmanagerin Tee, Bhawana Rai (2.v.r), Teegartenmanagerin Samabeong, Johanna Willimsky (3.v.r.), GEPA-Onlineredakteurin. Foto: GEPA - The Fair Trade Company/A. Welsing
Die Menschen hier lieben Blumen: Vor fast jedem Haus in Samabeong – und sei es noch so klein – sieht man eine wunderschöne bunte Blumenpracht. Foto: GEPA - The Fair Trade Company/A. Welsing
Die Menschen hier lieben Blumen: Vor fast jedem Haus in Samabeong – und sei es noch so klein – sieht man eine wunderschöne bunte Blumenpracht. Foto: GEPA - The Fair Trade Company/A. Welsing
Auch vor der Teeküche unseres Partners TPI in Samabeong blühen Blumen – so einen Ausblick wünschten sich unsere GEPA-Kolleginnen und Kollegen beim Teeverkosten in Wuppertal sicherlich auch! Foto: GEPA - The Fair Trade Company/A. Welsing
Auch vor der Teeküche unseres Partners TPI in Samabeong blühen Blumen – so einen Ausblick wünschten sich unsere GEPA-Kolleginnen und Kollegen beim Teeverkosten in Wuppertal sicherlich auch! Foto: GEPA - The Fair Trade Company/A. Welsing
Badezimmer unter freiem Himmel bei der Teepflückerin Bishnu Chhetri. Foto: GEPA - The Fair Trade Company
Badezimmer unter freiem Himmel bei der Teepflückerin Bishnu Chhetri. Foto: GEPA - The Fair Trade Company
Das gab es bei Bishnu zum  Frühstück: Chapati, Kartoffeln, Gemüse und Chai.  Foto: GEPA - The Fair Trade Company
Das gab es bei Bishnu zum Frühstück: Chapati, Kartoffeln, Gemüse und Chai. Foto: GEPA - The Fair Trade Company
Und dieses Frühstück durften wir bei unserem Partner TPI im Gästehaus jeden Morgen genießen. Das Nutella-Glas und der Toast blieben dabei fast immer unberührt. Wir probierten lieber die vielen anderen einheimischen Leckereien! Foto: GEPA - The Fair Trade Company/A. Welsing
Und dieses Frühstück durften wir bei unserem Partner TPI im Gästehaus jeden Morgen genießen. Das Nutella-Glas und der Toast blieben dabei fast immer unberührt. Wir probierten lieber die vielen anderen einheimischen Leckereien! Foto: GEPA - The Fair Trade Company/A. Welsing
Die beiden Abendspaziergänge im Teegarten Putharjhora waren perfekt, um den Tag Revue passieren zu lassen: Dabei begleiteten uns tropische Vogelrufe, angenehm abgekühlte Temperaturen und Teebüsche soweit das Auge reichte. Foto: GEPA - The Fair Trade Company/A. Welsing
Die beiden Abendspaziergänge im Teegarten Putharjhora waren perfekt, um den Tag Revue passieren zu lassen: Dabei begleiteten uns tropische Vogelrufe, angenehm abgekühlte Temperaturen und Teebüsche soweit das Auge reichte. Foto: GEPA - The Fair Trade Company/A. Welsing
Überall im Teegarten Putharjhora hingen diese Taschen, in denen die Teepflückerinnen ihr Mittagessen aufbewahrten. Denn einen Bäcker oder Supermarkt gibt es hier nicht an jeder Ecke. Was sich bei uns gerade als Trend unter dem Schlagwort „Meal Prep“ immer mehr durchsetzt, gehört hier schon längst zur Normalität. Foto: GEPA - The Fair Trade Company/A. Welsing
Überall im Teegarten Putharjhora hingen diese Taschen, in denen die Teepflückerinnen ihr Mittagessen aufbewahrten. Denn einen Bäcker oder Supermarkt gibt es hier nicht an jeder Ecke. Was sich bei uns gerade als Trend unter dem Schlagwort „Meal Prep“ immer mehr durchsetzt, gehört hier schon längst zur Normalität. Foto: GEPA - The Fair Trade Company/A. Welsing
Wahre Worte – gesehen in der Teeverarbeitungsanlage in Putharjhora.  Foto: GEPA - The Fair Trade Company/A. Welsing
Wahre Worte – gesehen in der Teeverarbeitungsanlage in Putharjhora. Foto: GEPA - The Fair Trade Company/A. Welsing
Mittagessen in Kalkutta: In diesem Restaurant hatte jeder Gast eine große Anzahl größerer und kleinerer Schüsseln vor sich. Die Kellner laufen hier mit großen Töpfen zwischen den Tischen umher und befüllen die Schüsseln nach und nach mit scharfen Köstlichkeiten. Diese etwas andere Art des Restaurantbesuchs gefiel uns sehr gut – so konnte man von allem probieren.  Foto: GEPA - The Fair Trade Company
Mittagessen in Kalkutta: In diesem Restaurant hatte jeder Gast eine große Anzahl größerer und kleinerer Schüsseln vor sich. Die Kellner laufen hier mit großen Töpfen zwischen den Tischen umher und befüllen die Schüsseln nach und nach mit scharfen Köstlichkeiten. Diese etwas andere Art des Restaurantbesuchs gefiel uns sehr gut – so konnte man von allem probieren. Foto: GEPA - The Fair Trade Company


Stand 7/2018

WEITERE INFORMATIONEN

In der Handelspartner-Darstellung können Sie noch mehr
Zahlen und Fakten über unseren Teepartner TPI erfahren

Noch mehr Reiseberichte von GEPA-Kolleginnen und Kollegen
zu unseren Partnern weltweit finden Sie hier

Partner

Mehr über TPI erfahren

In unserer Handelspartner-
darstellung finden Sie noch mehr Zahlen und Fakten über unseren langjährigen Partner TPI.

Foto:

Bio-Tee

Mit Grüntee aus
Darjeeling von TPI

Foto: Im Shop kaufen