Kaffeekultur: Kaffeetraditionen aus Uganda

Ein Nachmittag bei 
Marita Kigata

Welche Bräuche und Geschichten sich in Uganda um den Kaffee ranken, erzählt Marita Kigata – Mitglied bei unserem Kaffeepartner ACPCU. Die 82-Jährige schwört auf die traditionelle Methode: Kaffee von Hand rösten, mörsern, sieben, mahlen und aufbrühen.

In einer Ecke ihrer Lehmhütte sitzt Marita Kigata und pustet sacht in die offene Herdstelle, um das Feuer zu entfachen. Flammen züngeln an dem trockenen Gras empor und entzünden das Reisig. Mit einem Holzlöffel wendet sie bedächtig die getrockneten Kaffeekirschen und gibt Acht, dass sie nicht verbrennen.

Bildergalerie: Traditionelle Kaffeezubereitung von Hand

Welche Arbeitsschritte nötig sind, damit Marita Kigata ihrer Nachbarin Federesi Birihisi den traditionellen Willkommenstrank servieren kann, erleben Sie in der Bildergalerie:

Da geht nichts über echte Handarbeit.Marita Kigata

Diese althergebrachte Art der Kaffeezubereitung ist eine mühsame, langwierige und anstrengende Prozedur. Die Jungen lassen sich lieber in der Verarbeitungsanlage ihrer Kooperative ACPCU fertig gemahlenes Kaffeepulver geben. Aber Marita Kigata schwört auf die traditionelle Herstellung - schließlich will sie ihrem Gast nur den besten Kaffee anbieten. Und da geht, so sagt sie, nichts über echte Handarbeit.

Die Geschichte von König Ndahupa: Wie der Kaffee nach Ankole kam

Marita Kigata ist 82 Jahre alt. Sie lebt in Ankole im Südwesten Ugandas, einer Region, in der Kaffee eine so lange Tradition hat, dass er fast schon sagenumwoben ist. Sie erzählt die Geschichte des Königs Ndahupa: 

„Damals, als die Briten Uganda kolonialisierten, wollten sie im Gebiet von Ankole Baumwolle anbauen. Doch ihr König wehrte sich dagegen und ordnete an, alle Baumwollsamen zu rösten, damit die Saat nicht aufgeht. So konnte er verhindern, dass sein Volk, stolze Hüter der mächtigen Ankolerinder, zur Arbeit auf den Baumwollfeldern gezwungen wurde.  Diejenigen, die kein Vieh hatten, von dem sie leben konnten, gingen nach Zentraluganda, um sich dort als Arbeiter auf den Baumwollfeldern zu verdingen. Sie lernten die Kaffeepflanze kennen, nahmen Samen mit und kehrten in ihre Heimat zurück, um dort Kaffee anzubauen.“ 

 

Fruchtbare Erde – ideale Anbaubedingungen

Die Bauern fanden dort ideale Anbaubedingungen: Ankole liegt auf einer Höhe von 1.600 Metern und mehr in einer Gegend, in der es einst eine hohe vulkanische Aktivität gab. Die Erde ist außergewöhnlich fruchtbar und das beschert den Bauern eine besonders große Kaffeekirsche, deren Bohne von außergewöhnlicher Qualität und besonders feinem Aroma ist.

 

Ein Kaffee zur Begrüßung

Ob einer ihrer Vorfahren zu denjenigen gehörte, die den Kaffee nach Ankole brachten, vermag sie nicht zu sagen, doch eines ist gewiss: schon der Vater der Greisin baute auf dem kleinen Stückchen Land der Familie Kaffee an. Damals wie heute gehörte Kaffee zur Gastfreundschaft dazu. Marita Kigata lacht. „Einen Kaffee, den bieten wir einander immer noch so wie früher zur Begrüßung an.“

 

Stand 02/2017

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