COP 25: Jetzt handeln für mehr Klimaschutz

04.12.2019 – Partner von Fair Trade-Pionier GEPA fordern mehr Mitspracherecht


Wuppertal. „Handeln wir jetzt! Klimawandel als globale Herausforderung“: Unter diesem Motto hat Fair Trade-Pionier GEPA im Vorfeld zum aktuellen Klimagipfel COP 25 (2. bis
13. Dezember in Madrid) im Oktober einen Kongress mit seiner peruanischen Partnerkooperative Norandino und der Nichtregierungsorganisation Progreso in Piura (Peru) initiiert.
Diese Veranstaltung ist Teil der Maßnahmen der GEPA, um Handelspartner beim Kampf gegen den Klimawandel zu unterstützen. Bereits früher hatte die GEPA Workshops zum Thema Anpassung an die Auswirkungen des Klimawandels organisiert: beispielsweise im Frühjahr mit ihrem Kaffeepartner Ankole Coffee Producers‘ Co-operative Union (ACPCU) und Naturland in Uganda.

In Piura, im Norden Perus, diskutierten Vertreter/-innen von Kooperativen sowie aus Wissenschaft, Politik und Zivilgesellschaft über Strategien zur Bewältigung der verheerenden Folgen des Klimawandels in der Region, u. a. über Aufforstung und Maßnahmen gegen Wasserknappheit. Das Bündnis, das die Konferenz organisiert hat, setzt seine Arbeit auch nach der Veranstaltung fort. Neben dem Fachpublikum und der Politik will es so ebenfalls Menschen der Region für die Folgen des Klimawandels sensibilisieren.

Klimawandel konkret: Dürre, Überflutung, Ernteeinbrüche

Exzessive Regenfälle zerstören die Ackerböden in Piura. Sie sind ein Beispiel des Wetterphänomens El Niño und Ursache für starke Einbußen bei Ernte und Einnahmen der Kaffeefamilien von Norandino. Andererseits führen Temperaturschwankungen, extreme Hitze und lange Trockenperioden dazu, dass sich bestimmte Pilzkrankheiten wie Kaffeerost oder Plagen wie der Kaffeekirschenbohrer in der Region ausbreiten. Durch den Temperaturanstieg müssen Kaffeebauern auf 200 Meter höhere Anbaugebiete ausweichen oder den Kaffee-Anbau ganz aufgeben und abwandern, um zu überleben.

Rosa Guamán: „Teilhabe statt Mitleid“

Wie die Beispiele zeigen, tragen Menschen im globalen Süden am stärksten die Lasten des Klimawandels – obwohl sie am wenigsten dazu beigetragen haben. Partner der GEPA haben bereits bei früheren Workshops der Fair-Handelsorganisation ihre Forderungen an die Politik formuliert. Rosa Guamán, Vorsitzende des Kleinbauern-Netzwerks SPP Global (Ecuador), bringt es auf den Punkt: „Wir wollen kein Mitleid. Wir wollen, dass man uns teilhaben lässt an den Entscheidungen der Regierungen. Und wir wünschen, dass die deutsche Regierung auf andere Staaten einwirkt, damit diese uns respektieren und anhören.“ Taten statt Worte fordert auch Santiago Paz, Export-Manager von Norandino (Peru): „Die ganze Welt redet über Klimawandel. Aber wenn die Stunde der Entscheidung kommt, möchte alle Welt nur wachsen. Niemand möchte verlieren, niemand möchte auf Komfort verzichten. Aber jetzt müssen endlich Entscheidungen getroffen werden.“

Forderung der GEPA an die deutsche Politik

GEPA-Geschäftsführer Peter Schaumberger ergänzt: „Wenn wir mehr Klimagerechtigkeit wollen, müssen wir die Kosten umweltschädlicher und unfairer Wirtschaftspolitik bei uns einpreisen, beispielsweise durch eine deutlich höhere CO2-Steuer, als jetzt beim Klimapaket beschlossen wurde. Sie sollte schrittweise steigen, damit wirksame Maßnahmen zur Anpassung an die Auswirkungen des Klimawandels greifen können. Wir dürfen es nicht länger hinnehmen, dass die Schwächsten in der Wertschöpfungskette den Preis für unser überzogenes Konsumverhalten zahlen müssen!“


Als Fair Trade-Pionier steht die GEPA seit über 40 Jahren für Transparenz und Glaubwürdigkeit ihrer Arbeit. Wir handeln als größte europäische Fair Handelsorganisation mit Genossenschaften und sozial engagierten Privatbetrieben aus Lateinamerika, Afrika, Asien und Europa. Durch faire Preise und langfristige Handelsbeziehungen haben die Partner mehr Planungssicherheit. Hinter der GEPA stehen MISEREOR, Brot für die Welt, die Arbeitsgemeinschaft der Evangelischen Jugend in Deutschland (aej), der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) und das Kindermissionswerk „Die Sternsinger“. Für ihre Verdienste um den Fairen Handel und die Nachhaltigkeit ist die GEPA vielfach ausgezeichnet worden, u. a. beim Deutschen Nachhaltigkeitspreis 2014 als „Deutschlands nachhaltigste Marke“; gleichzeitig wurde sie dabei unter die Top 3 der nachhaltigsten Kleinunternehmen (bis 499 Mitarbeiter) gewählt. Außerdem hat sich die GEPA nach dem neuen Garantiesystem der WFTO prüfen lassen. 

Näheres zu Preisen und Auszeichnungen sowie zur GEPA allgemein unter www.gepa.de 

Mitgliedschaften:

  • World Fair Trade Organization (WFTO) 
  • European Fair Trade Association (EFTA) 
  • Forum Fairer Handel (FFH)
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