#CocoaPower: Neuer Kakao-Plus-Preis

Höherer Mindestpreis:
Damit Kinder statt Konzerne profitieren

Wir erhöhen unseren eigenen Mindestpreis für Bio-Rohkakao für alle Kakaopartner auf 3.500 US-Dollar pro Tonne. Damit zahlen wir im Schnitt sogar 56 Prozent über Kakao-Weltmarktpreis! Und das ist es uns wert. Denn so verdienen auch die Kakaobäuer*innen mehr. Denn die Einhaltung von Menschen- und Umweltrechten entlang der globalen Lieferkette gibt es nicht zum Nulltarif! Mit dem Kakao-Plus-Preis setzen wir als Fairtrade-Pionier und Vorreiter ein weiteres wichtiges Zeichen zur Vermeidung ausbeuterischer Kinderarbeit. Denn: Nur wenn die Eltern genug verdienen, können die Kinder zur Schule gehen.

Kein Kinderspiel, sondern bitterer Arbeitsalltag: Aktuell schuften laut NORC-Studie der Universität Chicago 1,5 Millionen Kinder in Westafrika im Kakao-Anbau unter unmenschlichen Bedingungen, oft werden sie versklavt. 
Das Magazin „Der Spiegel“ betont Ende 2020: „… an keinem anderen Rohstoff klebt der Kolonialismus noch so sehr wie am Kakao“ und berichtet ebenfalls über Sklavenhandel/Kinderarbeit über Ländergrenzen hinweg. 
Daher haben wir auch gerade hier und jetzt den Kakao-Plus-Preis eingeführt.
Denn es geht auch anders:

Kinder statt Konzerne profitieren

Wie Kinder statt Konzerne profitieren, zeigen wir durch unseren neuen Kakao-Plus-Preis. Anlässlich des „Welttags gegen Kinderarbeit“ der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) am 12. Juni 2021 machen wir besonders darauf aufmerksam: In unserem erhöhten Mindestpreis für Bio-Rohkakao auf 3.500 US-Dollar pro Tonne sind 240 US-Dollar Fairtrade-Prämie und 300 US-Dollar Bio-Prämie enthalten. Durchschnittlich zahlen wir unseren Partnergenossenschaften in Afrika und Lateinamerika sogar rund 3.700 US-Dollar inklusive Prämien – 25,9 Prozent über dem Fairtrade-Mindestpreis inklusive Prämien und 56,1 Prozent über dem durchschnittlichen Kakao-Weltmarktpreis von 2020. Dieser Durchschnittspreis kommt zustande, weil wir teils noch mehr als das Minimum von 3.500 US-Dollar zahlen.

Hier sehen Sie die Preiszusammensetzung in unserer Musterkalkulation für 1 Tonne Bio-Rohkakao. (Klicken Sie auf das Bild für eine ausführliche Darstellung der Musterkalkulation).

Besseres Einkommen, mehr Bildungschancen 

Der neue GEPA Kakao-Plus-Preis von mindestens 3.500 US-Dollar orientiert sich an den Anforderungen der Handelspartner in Westafrika und Lateinamerika, mit denen sich die GEPA regelmäßig austauscht. Kleinbauernfamilien sind damit noch stärker gegen niedrige Weltmarktpreise abgesichert.

GEPA-Geschäftsführer Peter Schaumberger: „Ausbeuterische Kinderarbeit hat strukturelle Gründe: Die Konzerne schaffen durch Produktionserhöhung bei niedrigen Preisen Überproduktion und weiteren Preisverfall. Wenn die Eltern nicht genug verdienen, müssen ihre Kinder mit auf den Feldern schuften.“ 

Der neue „Kakao-Plus-Preis“ als garantierte Absicherung nach unten leistet einen wichtigen Beitrag in der Debatte um existenzsichernde Einkommen, die im Kontext von ausbeuterischer Kinderarbeit im Kakao-Sektor dringend ist. Die GEPA arbeitet bei diesem Thema eng mit der World Fair Trade Organization zusammen.

Faire Preise sowie Verantwortung in transparenten Lieferketten? Dafür brauchen wir kein Gesetz, die Konzerne schon.GEPA-Geschäftsführer Peter Schaumberger

Peter Schaumberger: „Angespornt durch den CSR-Preis der Bundesregierung, wollen wir gerade den Konzernen zeigen, dass faire Preise, Sorgfalt und Verantwortung in transparenten Lieferketten keine unerfüllbaren Visionen sind. Wir brauchen dafür kein Gesetz, die Konzerne schon.“
Der „Kakao-Plus-Preis“ stärkt die Mitglieder der GEPA-Partnergenossenschaften direkt und indirekt. Durch den höheren Preis kann eine Kooperative mehr investieren, zum Beispiel  in Schulbildung oder Freizeitangebote der Kinder ihrer Mitglieder, die eigene Weiterqualifizierung oder den Straßenbau.


Beispiel: COOPROAGRO (Dominkanische Republik)

Von unserem langjährigen Partner COOPROAGRO (Dominikanische Republik) bezieht die GEPA einen Großteil ihres Bio-Rohkakaos für ihre Schokoladen. Durch die höheren Einnahmen über die GEPA und den Fairen Handel konnte die Kooperative eine Schule um ein neues Gebäude erweitern. Außerdem erhalten alle Kinder der Bauernfamilien nach den großen Ferien neue Schulsachen. Für Adriana Olgin und ihren Cousin Raul ist aber der neue Sportplatz das wichtigste Projekt. „Wir sind darüber wirklich sehr froh und dankbar“, meinen beide. Hier treffen sich die Dorfkinder nicht nur in den Pausen, sondern auch nachmittags, um Basketball oder Baseball zu spielen. Sehen Sie hier unser Kurzvideo zu Adriana und Raul.


Celia Šašić: Zeichen setzen für Kinder der Welt

Die ehemalige Fußballnationalspielerin und Europas Fußballerin des Jahres 2015, Celia Šašić, ist seit vielen Jahren GEPA-Botschafterin. Celia Šašić: „Ich finde es gut, dass man mit den fairen Bio-Schokoladen der GEPA dazu beitragen kann, dass Kinder im Globalen Süden in die Schule gehen können.“ Auch aus persönlichen Gründen möchte sie ein Zeichen für Kinder setzen: „Nicht erst, seit ich Mutter bin, kann ich nochmal ganz besonders nachempfinden, wie wichtig es ist, dass Kinder unbeschwert aufwachsen können, überall auf der Welt.“ Sehen Sie hier Celia Šašić in ihrem Video-Statement.

Beispiel: gebana Togo

Auch bei der Organisation „gebana Togo“, mit der wir zusammenarbeiten, können die Kinder lernen, statt durch harte Arbeit in den Kakaofeldern ausgebeutet zu werden. Gédéon, das älteste von vier Kindern des Kakaobauern Sylva Akpaku geht ebenfalls zur Schule. Darauf ist Sylva Akpaku sehr stolz. Mit der Fairtrade-Prämie der GEPA unterstützt gebana Togo die Schulen beim Kauf von Möbeln und Unterrichtsutensilien. Teilweise übernimmt gebana Togo für die Kinder der Bauernfamilien die Schulgebühren für die weiterführenden Schulen. Eine gute Schul- und Berufsausbildung ist gerade für Mädchen wichtig. Angèle Wini Gnimle ist Leiterin des Aufbereitungslagers und sie hat eine Mission: „Frauen können es genauso schaffen. Deshalb ermutige ich die Mädchen, sich für die Landwirtschaft zu entscheiden.“

Positionspapier der GEPA zur ausbeuterischen Kinderarbeit

Wir haben unser Positionspapier zur ausbeuterischen Kinderarbeit aktualisiert. Es kann hier heruntergeladen werden: gepa.de/positionspapier-kinderarbeit.

Stand: 06/2021

WEITERE INFORMATIONEN

Lesen Sie hier unsere Pressemitteilung vom 10.06.2021 zum neuen Kakao-Plus-Preis:
Neuer Kakao-Plus-Preis: Damit Kinder statt Konzerne profitieren

Entdecken Sie die vielen Geschichten, die hinter dem Kakao-Plus-Preis und unseren Handelspartnern stecken:
Zum Special "Faire Schokowelten"

Lesen Sie hier unser Positionspapier zum Thema Kinderarbeit
Fairer Handel gegen ausbeuterische Kinderarbeit

Hier finden Sie eine ausführliche PDF-Datei unserer
Musterkalkulation Kakao-Plus-Preis

Weitere Infos zu unseren Partnern in unserer Handelspartner-Darstellung:
gebana Togo

Weitere Infos zu unseren Partnern in unserer Handelspartner-Darstellung:
COOPROAGRO (Dominikanische Republik)

Weitere Infos zu unseren Partnern in unserer Handelspartner-Darstellung:
CECAQ-11 (São Tomé)

Filmclip "Kakao Kids"

Fairer Kakaoanbau ohne Kinderarbeit

Adriana und ihre Freunde müssen nicht auf den Kakaoplantagen ihrer Eltern schuften – dem Fairen Handel sei Dank!

Statement

Statement von Celia Šašić

GEPA-Botschafterin Celia Šašić erklärt in ihrem Statement, wie einfach es ist, sich gegen Kinderarbeit stark zu machen.