Exportverantwortlicher Ángel Burgos

Dreifach nachhaltig: Artenschutz, Absatzmärkte,
Arbeitsplätze durch Fairen Handel!

Ángel Burgos arbeitet seit 2009 bei Tzeltal Tzotzil.  Er hat einen Abschluss in Betriebswirtschaft für Ackerbau und Viehzucht und einen Master in lokaler Entwicklung.  Aktuell ist er für die Vermarktung von Kaffee und Honig, Exportlogistik sowie Fair Trade-Zertifizierung zuständig. Darüber hinaus leitet er staatliche und nicht-staatliche Projekte. Außerdem engagiert er sich auch in der Gemeinde, berät, gibt Schulungen und organisiert alle möglichen Veranstaltungen in der Organisation. Er begleitet auch die Röstung und das Mahlen des Kaffees. Ángel Burgos ist darüber hinaus gut mit dem akademischen Nachwuchs in den Universitäten vernetzt und versucht sie, durch soziale Dienste in der Genossenschaft einzubinden. Derzeit ist  er Vorstandsmitglied des Dachverbands Coordinadora Latinoamericana y del Caribe de Comercio Justo, der mehr als 900 Kooperativen in Lateinamerika und der Karibik zusammenbringt.

Aktuell hat Tzeltal Tzotzil mit einigen Herausforderungen zu kämpfen. Die verstärkte Viehwirtschaft in der Region ist ein Beispiel. Das bedeutet weniger Pollen, weniger Nektar und so konkurriert die Viehwirtschaft mit der Imkerei. Ángel Burgos: „Das hat uns in gewissem Maße geschadet, weil es zum Rückgang der Honigproduktion geführt hat.“ 
 

Der Klimawandel tat sein Übriges. In den letzten Jahren war es sehr wechselhaft. Wegen der hohen Luftfeuchtigkeit hat der Honig an Qualität eingebüßt. Weil sich die Blüten verringert hatten, sank zudem die Honigproduktion. Auch die agrochemische Verschmutzung in der Region hat viel zur Zerstörung der Vegetation beigetragen. Als Anbieter von Bio-Kaffee und Bio-Honig hat die Genossenschaft auch eine Kampagne zur Reduzierung von Chemikalien im Umfeld gestartet, um auch andere Landwirte in der Region zu sensibilisieren. Ángel: „Wir haben Planen in den Gemeinden verteilt, so dass der Produzent diese Kampagne genau wahrnehmen konnte, die ganz klar sagt ,Nein zu chemischen Produkten‘ oder ,Nein zu Produkten ‘, die der Artenvielfalt schaden.“
 

Tzeltal Tzotzil setzt sehr auf Schattenbewirtschaftung, damit während der Blütezeit mehr Pollen und Nektar geliefert werden können.  Die Genossenschaft hat noch weitere Ideen, um den Klimawandel abzumildern:  „Momentan suchen wir nach finanziellen Mitteln für eine Baumschule oder den Erwerb von Obstbäumen, um die Honigproduktion zu verbessern. “, sagt Ángel. So ein Baumschulprojekt gab es schon mal.

Durch Fairen Handel erhalten wir garantierte Mindestpreise.Ángel Burgos

Die Prinzipien des Fairen Handels tragen dazu bei, dass die Produzent*innen besser gegen die Auswirkungen der Klimakrise gewappnet sind. „Durch Fairen Handel erhalten wir garantierte Mindestpreise, während der lokale Markt niedrige Preise auf Genossenschaftsebene bietet“, sagt Ángel Burgos. „Wir haben unseren Imkern bessere Preise gezahlt, und das hat dazu beigetragen, die Lebensbedingungen der Familien zu verbessern.“ Diversifizierung durch Produktion von Kaffee und Honig spielt dabei eine große Rolle. Aber es geht um noch viel mehr, um den Erhalt der Traditionen, des lokalen Wissens, der Artenvielfalt – kurz: um den Schutz von Kultur und Umwelt. Aus der Fairtrade-Prämie der GEPA wurden auch Bienenstöcke finanziert.

Ein "Herz" auch für den regionalen Handel


Aber die Organisation setzt nicht nur auf den Export, sondern im Sinne von Diversifizierung auch auf den lokalen Markt, um die Mitglieder und ihre Familie zu stärken. Deshalb hat die Kooperative ihre eigene lokale Honig- und Kaffeemarke kreiert mit dem Namen „Kotantik“, was in der indigenen Sprache „Herz“ bedeutet. Denn das ist das Motto von Tzeltal Tzotzil: „Ein einziges Herz“. Ángel: „Die Marke Kotantik ist gerade deshalb entstanden, um das zu leben, was die Genossenschaft geschaffen hat, die gemeinsameArbeit.“ Aktuell entwickelt die Genossenschaft ein eigenes Textilprojekt für den heimischen Markt.


So vereint Tzeltal Tzotzil auch auf lokaler Ebene die drei Säulen der Nachhaltigkeit: sozial, ökologisch und ökonomisch. Ángel: „Die Kooperative integriert auf sozialer Ebene alle Mitglieder, Genossen und Genossinnen auf eine Art und Weise, die Artenvielfalt schützt und umweltfreundlich ist. Auch für unsere Familien muss die wirtschaftliche Gleichung aufgehen. Im Sinne unseres unternehmerischen Profils haben wir uns vor zwei Jahren entschieden, diese Herausforderung anzugehen und die Vermarktung unserer Produkte unter der Marke „Kotantik" zu beginnen".


Ángel Burgos möchte auch jungen Menschen eine Perspektive bieten. Bereits jetzt sind 12 Prozent der Mitglieder unter 35 Jahre alt, 46 Prozent sind zwischen 35 und 56 Jahre, der Rest ist über 56 Jahre alt. Dafür hat die Genossenschaft die Strategie entwickelt, auch die erwachsenen Kinder der Mitglieder einzubinden. Sogar das Techniker-Team besteht aus jungen Leuten unter 35 Jahren. Auch so können mehr Arbeitsplätze gesichert werden.

 

WEITERE INFORMATIONEN

Was bringt der Fair Trade-Honig der GEPA den Imker*innen in Lateinamerika?
Zur Musterkalkulation unseres Mexico Hochlandhonigs

Weitere Porträts der Mitglieder von Tzeltal Tzotzil und Guaya'b
finden Sie hier

Musterkalkulation

Wer bekommt was?

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Umwelt / Klima

Klimaschutz und
Klimagerechtigkeit

Bienenhaltung verbraucht keine Ressourcen und durch die Bestäubungsleistung trägt sie zur Ernährungssicherheit bei.
 

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