Wie Bio-Kaffee Mehrwert für Ruanda schafft

Foto: GEPA – The Fair Trade Company/C. Nusch

Vor Ort geerntet, geröstet, verpackt
bei MUSASA & Rwashoscco

Rohstoffe importieren und die weiterverarbeiteten Produkte mit gehörigem Mehrwert exportieren – so läuft es normalerweise, auch beim Kaffee. Für die GEPA dagegen ist „fair“ schon immer „mehr“: Wertschöpfung in den Ursprungsländern zu fördern zählt zu unseren Hauptzielen seit unserer Gründung: Ca. 40 GEPA-Lebensmittelprodukte werden komplett im Herkunftsland hergestellt und verpackt. Auch in Sachen Röstkaffee aus dem Ursprungsland waren wir Pionier: vor über 20 Jahren mit dem „Café Auténtico“.

Ab Mai 2019 ergänzt unser in Ruanda geröstete Kaffee „Bio Café MUSASA“ von der Genossenschaft MUSASA Dukundekawa die #mehrWertFürAlle-Reihe mit den Kaffees APROLMA und FEDECOCAGUA. In Ruanda unterstützt die GEPA außerdem die Bio-Zertifizierung der Rösterei Rwashoscco, die den Kaffee MUSASA herstellt.

Die Zusammenarbeit entstand in Kooperation mit der Berliner Kaffee-Kooperative.de, die das Ziel hat, den Kaffeemarkt durch den Vertrieb von im Anbauland gerösteten Spezialitätenkaffee zu revolutionieren. Die gesamte Wertschöpfung bleibt demnach vor Ort und die lokale Wirtschaft wird damit gestärkt. Die Kaffee-Kooperative.de importiert seit 2016 fairen Röstkaffee von MUSASA.

Erfahren Sie in der Reportage mehr über die Menschen hinter dem MUSASA-Kaffee – übrigens: „Dukundekawa“ bedeutet „Wir lieben Kaffee“ – Sie auch? Dann lesen Sie mehr.

Röster Adalbert Kuramugabo
Kaffeetesterin Emertha Mukabavugirise
MUSASA-Gründerin Odette Murakatete
Kaffeebäuerin Plauthile Musabyimana

Starkes Team – bei der Rösterei Rwashoscco steht der Gemeinschaftsgedanke im Vordergrund. V.l. Verpackungsmanager Benjamin Nyandwi, Röster Adalbert Kuramugabo, Kaffeetesterin Emertha Mukabavugirise und Produktionsmanager Arcade Ntihinyrwa. Foto: GEPA – The Fair Trade Company/C. Nusch
Starkes Team – bei der Rösterei Rwashoscco steht der Gemeinschaftsgedanke im Vordergrund. V.l. Verpackungsmanager Benjamin Nyandwi, Röster Adalbert Kuramugabo, Kaffeetesterin Emertha Mukabavugirise und Produktionsmanager Arcade Ntihinyrwa. Foto: GEPA – The Fair Trade Company/C. Nusch

Rösten heißt: Den richtigen Moment abpassen

„Wenn die Bohnen perfekt geröstet sind, riechen sie nach Honig und Schokolade.“ — Adalbert Kuramugabo

Der Eimer, den Adalbert Kuramugabo mit Schwung in den Trichter des Rösters schüttet, enthält genau zwölf Kilo Bohnen, die unablässig in der Trommel gedreht werden. In den ersten zehn Minuten des Röstvorgangs lässt Adalbert die Maschine einfach laufen. Doch dann beginnt der Röstmeister damit, unablässig Proben der gerösteten Bohnen herauszuziehen und daran zu riechen. „Der Geruch verändert sich ständig. Wenn die Bohnen perfekt auf den Punkt geröstet sind, dann riechen sie nach Honig und Schokolade.“

Als der richtige Moment erreicht ist, öffnet Adalbert die Klappe und lässt die dampfenden Bohnen aus dem Röster gleiten – sie verbreiten einen köstlichen Duft. Sobald sie abgekühlt und die beim Rösten entstehenden Gase entwichen sind, werden sie auch schon von Benjamin Nyandwi und seinen Kollegen von Hand abgewogen und luftdicht verpackt, sodass sie ihr Aroma auf der langen Reise nicht verlieren.

Die einzelnen Arbeitsschritte bis zum fertigen Röstkaffee bleiben hier im Ursprungsland – das ist selten auf dem Kaffeemarkt. In Deutschland ist der „Bio Café MUSASA“ der GEPA ab Mai erhältlich. Foto: GEPA – The Fair Trade Company/C. Nusch
Die einzelnen Arbeitsschritte bis zum fertigen Röstkaffee bleiben hier im Ursprungsland – das ist selten auf dem Kaffeemarkt. In Deutschland ist der „Bio Café MUSASA“ der GEPA ab Mai erhältlich. Foto: GEPA – The Fair Trade Company/C. Nusch

 

Kaffee komplett aus Ruanda ist eine echte Seltenheit

Dass Kaffee in seinem Ursprungsland geröstet und dann fix und fertig für den Kunden verpackt nach Deutschland verschickt wird, ist äußerst ungewöhnlich. Normalerweise wird der grüne Rohkaffee hier in Europa geröstet, verpackt und dann an Händler und Läden verkauft. Obwohl bei uns keine einzige Kaffeebohne heranreift, ist Deutschland der weltweit größte Exporteur für Röstkaffee. Die Veredelung ist ein gutes Geschäft: Für geröstete Bohnen wird etwa das Doppelte bezahlt wie für Rohkaffee.

#mehrWertFürAlle mit der GEPA

Die GEPA will es anders machen: Sie möchte, dass möglichst viele Arbeitsschritte von ihren Handelspartnern in den Ursprungsländern übernommen werden, damit ein möglichst großer Teil der Wertschöpfung den Produzentinnen und Produzenten zugutekommt. Ungefähr 40 GEPA-Lebensmittel werden komplett im Ursprungsland hergestellt – und unter dem Motto „#mehrWertFürAlle“ hat das Fair Handelsunternehmen außerdem drei in den Ursprungsländern geröstete und verpackte Kaffees initiiert, darunter ab Mai den „Bio Café MUSASA“ aus Ruanda.

Blick in die Rösterei

In der Bildergalerie erfahren Sie mehr über das Team der Rösterei Rwashoscco und die einzelnen Arbeitsschritte:

Für den Mehrwert braucht es vor allem das notwendige Know-how: Röstmeister Adalbert Kuramugabo überprüft beim Rösten immer wieder den Geruch der Bohnen und… Foto: GEPA – The Fair Trade Company/C. Nusch
Für den Mehrwert braucht es vor allem das notwendige Know-how: Röstmeister Adalbert Kuramugabo überprüft beim Rösten immer wieder den Geruch der Bohnen und… Foto: GEPA – The Fair Trade Company/C. Nusch
…Kaffeetesterin Emertha Mukabavugirise anschließend im Cupping – so heißt der Geschmackstest in der Fachsprache – die Qualität des fertigen Röstkaffees. Foto: GEPA – The Fair Trade Company/C. Nusch
…Kaffeetesterin Emertha Mukabavugirise anschließend im Cupping – so heißt der Geschmackstest in der Fachsprache – die Qualität des fertigen Röstkaffees. Foto: GEPA – The Fair Trade Company/C. Nusch
Der frisch-geröstete Kaffee verströmt einen herrlichen Duft. Foto: GEPA – The Fair Trade Company/C. Nusch
Der frisch-geröstete Kaffee verströmt einen herrlichen Duft. Foto: GEPA – The Fair Trade Company/C. Nusch
Benjamin Nyandwi und seine Kollegen verpacken den Kaffee von Hand für die lange Reise. „Mit dem, was ich hier verdiene, kann ich gut für meine Familie sorgen. Es gibt eine Krankenversicherung und am Ende des Jahres einen Bonus. Außerdem kann ich mich weiterbilden.“ Foto: GEPA – The Fair Trade Company/C. Nusch
Benjamin Nyandwi und seine Kollegen verpacken den Kaffee von Hand für die lange Reise. „Mit dem, was ich hier verdiene, kann ich gut für meine Familie sorgen. Es gibt eine Krankenversicherung und am Ende des Jahres einen Bonus. Außerdem kann ich mich weiterbilden.“ Foto: GEPA – The Fair Trade Company/C. Nusch

 

Gemeinsam die Herausforderung meistern

Kaffee komplett aus dem Ursprungsland – das klingt einfacher, als es ist. Zunächst einmal brauchen die Handelspartner die notwendigen Maschinen und auch das Know-how, um diesen Mehrwert schaffen zu können. Auch die Logistik ist komplizierter: Denn anders als Rohkaffee, der sehr lange haltbar ist, beginnt Röstkaffee selbst in der besten Verpackung nach einigen Monaten sein Aroma zu verlieren. Er muss also möglichst schnell in Deutschland eintreffen – und das ist bei einem Binnenland wie Ruanda nicht so einfach: Der nächste Hafen liegt vier Tagesreisen entfernt.

Dass sich die GEPA dieser Herausforderung trotzdem stellt, hat einen guten Grund: „Mehr Wertschöpfung heißt auch mehr Wirkung“, so Peter Schaumberger, GEPA-Geschäftsführer für Marke und Vertrieb. „Mit unseren neuen bio und fairen Röstkaffees bleibt fast dreimal so viel Geld vor Ort wie bei kommerziellem Kaffee.”

Ruanda produziert nur einen sehr geringen Anteil des globalen Kaffees. Der Fokus liegt hierzulande jedoch auf Spezialitätenkaffee – somit steht das Land international für hohe Qualität. Foto: GEPA – The Fair Trade Company/C. Nusch
Ruanda produziert nur einen sehr geringen Anteil des globalen Kaffees. Der Fokus liegt hierzulande jedoch auf Spezialitätenkaffee – somit steht das Land international für hohe Qualität. Foto: GEPA – The Fair Trade Company/C. Nusch

Wichtiger Wirtschaftsfaktor

Während die Logistik bei jeder neuen Lieferung eine Herausforderung bleibt, war es zumindest in Ruanda kein Problem, mit der Rösterei Rwashoscco einen Partner zu finden, der über die notwendigen Maschinen und vor allem das erforderliche Know-how zur Herstellung ausgezeichneten Röstkaffees verfügt. Sechs verschiedene Kooperativen aus allen Teilen des kleinen Landes haben sich hier zusammengeschlossen und Rwashoscco gegründet – zunächst, um ihren Kaffee auf dem internationalen Markt zu verkaufen, später ist dann das Rösten hinzugekommen.

Nach dem Genozid im Jahre 1994 haben die USA viel in Ruanda und den Kaffeesektor investiert. Kaffee macht drei Viertel der ruandischen Wirtschaft aus und in den letzten zwei Jahrzehnten wurden gezielt Kaffeekooperativen gefördert und Experten ausgebildet.

Kaffeetesterin Emertha Mukabavugirise ist für die Qualitätssicherung des Röstkaffees zuständig. Foto: GEPA – The Fair Trade Company/C. Nusch
Kaffeetesterin Emertha Mukabavugirise ist für die Qualitätssicherung des Röstkaffees zuständig. Foto: GEPA – The Fair Trade Company/C. Nusch

Kaffeetesterin Emertha Mukabavugirise erwartet Exzellenz

„Wir sind eine Gemeinschaft, in der kein Chef den Gewinn einstreicht, sondern alles geteilt wird.“ — Emertha Mukabavugirise

Eine von ihnen ist die Kaffeetesterin Emertha Mukabavugirise. Die Tochter eines einfachen Kaffeebauern hat eine erstaunliche Karriere hinter sich und ist in der Coffee-Community Ruandas ein bekanntes Gesicht. 2003 wurde sie im Rahmen einer internationalen Kampagne zur Professionalisierung des Kaffeesektors ausgebildet und beurteilt jedes Jahr als Jurorin im nationalen Wettbewerb „Cup of excellence“, welcher Kaffeeproduzent die besten Bohnen liefert.

Und „Exzellenz“, das ist es auch, was Emertha von den Kooperativen von Rwashoscco erwartet. Wann immer eine neue Kaffeelieferung eintrifft, prüft Emertha sie eingehend: Sie begutachtet die ganzen Bohnen mit Auge und Nase, riecht ausgiebig am gemahlenen Pulver und verkostet schließlich den aufgegossenen Kaffee. Das ist ein standardisierter Prozess, bei dem jeder Handgriff sitzt – fast wirkt es, als könne die Kaffeetesterin die Verkostung blind durchführen. Kein Wunder, dass Rwashoscco für sein gutes Qualitätsmanagement und seinen hochwertigen Kaffee bekannt ist.

Emertha hatte schon viele andere Angebote, aber die findet sie uninteressant. „Es ist etwas Besonderes, hier zu arbeiten. Wir sind eine Gemeinschaft, in der kein Chef den Gewinn einstreicht, sondern alles geteilt wird. Es gibt viele Vergünstigungen, eine Krankenversicherung, Fortbildungen, einen Bonus. Das Gehalt wird pünktlich bezahlt und regelmäßig erhöht. So etwas gibt es sonst nicht. Ich würde die Rwashoscco-Familie nie verlassen

Gemeinsam mehr Chancen

Klicken Sie sich durch die Bildergalerie, um von Gründerin Odette Murakatete mehr über die Geschichte von MUSASA zu erfahren und welche Chancen Fair Trade und Bio-Anbau hier bieten:

Odette ist die Gründerin der Kaffeekooperative MUSASA: „Wir haben die Kooperative damals gegründet, weil wir keinen Markt für unseren Kaffee hatten. Lokale Käufer nahmen uns die Ernte billig ab. Eine andere Möglichkeit, sie zu verkaufen, hatten wir nicht. Unser Kaffee war damals auch nicht gut. Warum sollten wir uns auch viel Mühe geben, wenn kaum etwas damit zu verdienen ist? Das war in jeder Hinsicht unbefriedigend…“  Foto: GEPA – The Fair Trade Company/C. Nusch
Odette ist die Gründerin der Kaffeekooperative MUSASA: „Wir haben die Kooperative damals gegründet, weil wir keinen Markt für unseren Kaffee hatten. Lokale Käufer nahmen uns die Ernte billig ab. Eine andere Möglichkeit, sie zu verkaufen, hatten wir nicht. Unser Kaffee war damals auch nicht gut. Warum sollten wir uns auch viel Mühe geben, wenn kaum etwas damit zu verdienen ist? Das war in jeder Hinsicht unbefriedigend…“ Foto: GEPA – The Fair Trade Company/C. Nusch
„…Wir beschlossen, Spezialitäten zu produzieren, mit denen wir selber zufrieden sein können – und für die wir einen anständigen Preis bekommen. Um das Waschen, Trocknen, Packen, den Export und das Marketing professionell selber organisieren zu können, schlossen wir uns zu einer Gemeinschaft zusammen. Denn für einen Bauern alleine ist das nicht zu machen.“ Foto: GEPA – The Fair Trade Company/C. Nusch
„…Wir beschlossen, Spezialitäten zu produzieren, mit denen wir selber zufrieden sein können – und für die wir einen anständigen Preis bekommen. Um das Waschen, Trocknen, Packen, den Export und das Marketing professionell selber organisieren zu können, schlossen wir uns zu einer Gemeinschaft zusammen. Denn für einen Bauern alleine ist das nicht zu machen.“ Foto: GEPA – The Fair Trade Company/C. Nusch
Epiphanie Mdacyuayisenga, Kaffeebäuerin: „Die Kooperative gibt uns die Chance, uns zu entwickeln und mehr zu erreichen. Von dem zusätzlichen Geld, das ich für meinen Kaffee bekomme, kann ich die Schulgebühren für meine Kinder und die Beiträge für meine Krankenversicherung zahlen. Außerdem kann ich noch was für schlechte Zeiten zurücklegen. Foto: GEPA – The Fair Trade Company/C. Nusch
Epiphanie Mdacyuayisenga, Kaffeebäuerin: „Die Kooperative gibt uns die Chance, uns zu entwickeln und mehr zu erreichen. Von dem zusätzlichen Geld, das ich für meinen Kaffee bekomme, kann ich die Schulgebühren für meine Kinder und die Beiträge für meine Krankenversicherung zahlen. Außerdem kann ich noch was für schlechte Zeiten zurücklegen. Foto: GEPA – The Fair Trade Company/C. Nusch
„Ich habe mich ganz bewusst für den Bio-Anbau entschieden: Der entspricht ziemlich genau dem, wie wir früher Kaffee produziert haben. Als wir dann konventionell anbauten, war der Kaffee einfach nicht mehr so gut und ich wollte zurück zum Ursprung. Bio-Anbau ist besser für meine Gesundheit. Außerdem würde der künstliche Dünger den Boden kaputt machen.“ Foto: GEPA – The Fair Trade Company/C. Nusch
„Ich habe mich ganz bewusst für den Bio-Anbau entschieden: Der entspricht ziemlich genau dem, wie wir früher Kaffee produziert haben. Als wir dann konventionell anbauten, war der Kaffee einfach nicht mehr so gut und ich wollte zurück zum Ursprung. Bio-Anbau ist besser für meine Gesundheit. Außerdem würde der künstliche Dünger den Boden kaputt machen.“ Foto: GEPA – The Fair Trade Company/C. Nusch
Wenn nach der Ernte nicht viel zu tun ist, flechten die Frauen von MUSASA Körbe und Untersetzer. Bio-Bäuerin und MUSASA-Gründerin Odette erzählt: „Ich fragte mich, wie wir die Zeit sinnvoll nutzen könnten. Deshalb gründete ich außerdem die Kunsthandwerks-Kooperative. Wenn wir uns treffen, arbeiten wir nicht nur an den Körben, sondern nutzen diese Treffen auch um wichtige Angelegenheiten zu besprechen und neue Pläne zu schmieden.“  Foto: GEPA – The Fair Trade Company/C. Nusch
Wenn nach der Ernte nicht viel zu tun ist, flechten die Frauen von MUSASA Körbe und Untersetzer. Bio-Bäuerin und MUSASA-Gründerin Odette erzählt: „Ich fragte mich, wie wir die Zeit sinnvoll nutzen könnten. Deshalb gründete ich außerdem die Kunsthandwerks-Kooperative. Wenn wir uns treffen, arbeiten wir nicht nur an den Körben, sondern nutzen diese Treffen auch um wichtige Angelegenheiten zu besprechen und neue Pläne zu schmieden.“ Foto: GEPA – The Fair Trade Company/C. Nusch

 

100% bio – 100% fair – 100% aus Ruanda

Der Kaffee, den die GEPA aus Ruanda importiert, hat noch eine weitere Besonderheit. Er wird nicht nur im Ursprungsland geröstet und fair gehandelt, sondern auch ökologisch angebaut. Plauthile Musabyimana gehört zu den ersten Kaffeebäuerinnen, die bei der Kooperative MUSASA Dukundekawa in dem gleichnamigen Ort Musasa diesen Schritt gewagt haben. Die Bäuerin besitzt gerade mal einen Hektar Land: Auf der einen Hälfte baut sie Kaffee an, auf der anderen Gemüse und andere Feldfrüchte für den Eigenbedarf. So wenig das auch sein mag: Weil sie Mitglied der Kooperative ist, reicht das Einkommen der Witwe, um ihre drei Kinder nicht nur durchzubringen, sondern sogar zur Schule zu schicken. „Ich habe pro Kilo Kaffeekirschen einen Bonus von fünf Cent bekommen, zusätzlich zu den 30 Cent, die ohnehin bezahlt werden. Das bekomme ich sonst nirgendwo.“

Foto: GEPA - The Fair Trade Company/C.Nusch
„Ich bin stolz darauf, dass mein Kaffee jetzt nach Deutschland geliefert wird und froh, dass wir jemanden gefunden haben, der zu schätzen weiß, dass wir Bio-Kaffee anbauen.“ Foto: GEPA – The Fair Trade Company/C. Nusch
„Ich bin stolz darauf, dass mein Kaffee jetzt nach Deutschland geliefert wird und froh, dass wir jemanden gefunden haben, der zu schätzen weiß, dass wir Bio-Kaffee anbauen.“ Foto: GEPA – The Fair Trade Company/C. Nusch
Weil sie Mitglied der Kooperative ist, reicht ihr Einkommen, um ihre drei Kinder zur Schule zu schicken. „Ich habe pro Kilo Kaffeekirschen einen Bonus von fünf Cent bekommen, zusätzlich zu den 30 Cent, die ohnehin bezahlt werden. Das bekomme ich sonst nirgendwo.“Der Preis pro Kilo Kaffeekirschen entspricht einem Preis für Rohkaffee von 2,57 Euro. Ein Teil des Preises für den Rohkaffee bekommt die Genossenschaft, die auch die aufwändige Verarbeitung der Kaffeekirschen mit Fruchtfleisch zum exportfähigen Rohkaffee vornimmt. Foto: GEPA – The Fair Trade Company/C. Nusch
Weil sie Mitglied der Kooperative ist, reicht ihr Einkommen, um ihre drei Kinder zur Schule zu schicken. „Ich habe pro Kilo Kaffeekirschen einen Bonus von fünf Cent bekommen, zusätzlich zu den 30 Cent, die ohnehin bezahlt werden. Das bekomme ich sonst nirgendwo.“Der Preis pro Kilo Kaffeekirschen entspricht einem Preis für Rohkaffee von 2,57 Euro. Ein Teil des Preises für den Rohkaffee bekommt die Genossenschaft, die auch die aufwändige Verarbeitung der Kaffeekirschen mit Fruchtfleisch zum exportfähigen Rohkaffee vornimmt. Foto: GEPA – The Fair Trade Company/C. Nusch

Überzeugt vom Bio-Anbau

„Das ist besser für die Umwelt. Und ich bekomme einen Bonus.“ — Musabyimana

Außerdem hat Plauthile Musabyimana von der Kooperative ein Lastenfahrrad bekommen, sodass sie Feldgeräte und Kaffeesäcke besser transportieren kann, und eine Kuh, die für Milch sorgt. Die Kooperative lässt die Milch jeden Morgen abholen und stellt Joghurt daraus her. Der wird weiterverkauft – ein zusätzliches Einkommen für die Mitglieder. Vor allem aber liefert die Kuh organischen Dünger. Dadurch war die Umstellung auf Bio-Anbau kein Problem. „Ich verteile jetzt einfach Kuhdung statt künstlichem Dünger auf dem Feld“, meint sie. „Das ist auch besser für die Umwelt, sie wird von der Chemie kaputt gemacht.“ 
Der Umstand, dass sie ihren Kaffee biologisch anbaut, wird Plauthiles Einkommen künftig nochmal steigern.

Bio-Zertifikat für die Rösterei durch Zusammenarbeit mit der GEPA

Die GEPA unterstützt die Rösterei bei der Bio-Zertifizierung. So kann sich Rwashoscco neue Märkte erschließen, sodass mehr Bauern davon profitieren. Denn nur, wenn auch die Rösterei biozertifiziert ist, kann der Bio-Röstkaffee der Bauern auch als „Bio“ verkauft werden. Auch was den Export von Bio-Röstkaffee angeht, hat die GEPA Unterstützung geleistet, denn dabei gibt es Einiges zu beachten. Bislang hat Rwashoscco speziell damit keine Erfahrung; was sie bei der Zusammenarbeit lernen, wird bald auch beim Verkauf an andere Kunden nützlich sein. Bio-Bäuerin Plauthile Musabyimana ist zuversichtlich: „Ich bin stolz darauf, dass mein Kaffee jetzt nach Deutschland geliefert wird und froh, dass wir jemanden gefunden haben, der zu schätzen weiß, dass wir Bio-Kaffee anbauen.“  

Stand 02/2019

WEITERE INFORMATIONEN

Warum Verarbeitung im Ursprungsland #mehrWertFürAlle bedeutet, lesen Sie im
Special zum Thema Wertschöpfung

Warum Wertschöpfung vor Ort wichtig ist und welche GEPA-Lebensmittel komplett aus dem Ursprungsland stammen
lesen Sie hier

Der globale Kaffeemarkt ist zutiefst ungerecht. Während eine Handvoll Kaffeekonzerne von wachsenden Gewinnen profitieren, verbleibt immer weniger Wertschöpfung in den Anbauländern.
Zur Pressemitteilung: „Kaffee in der Krise”

Pionierleistungen

Fair war schon
immer „mehr”

Ca. 40 GEPA-Lebensmittel werden zu 100% im Ursprungsland hergestellt. Welche das sind und mehr zum Thema, lesen Sie hier.

 

 

Foto: GEPA - The Fair Trade Company/A. Welsing

Video

100 % Bio

Kaffeebäuerin Plauthile Musabyimana von MUSASA erzählt, welche Bedeutung der ökologische Anbau für sie hat.

Foto: GEPA - The Fair Trade Company/C.Nusch