Internationaler Austausch von GEPA-Kaffeeexperten

GEPA-Kaffeepartner aus
Mittel- und Südamerika zu Gast

Eine Woche ganz im Zeichen des internationalen Austausches von Kaffeeexperten aus Mittel- und Südamerika sowie Europa: Wir haben die Qualitätsverantwortlichen unserer Kaffeepartner aus Peru, Honduras und Mexiko zu uns nach Wuppertal eingeladen. Hier trafen sie sich mit den GEPA-Verantwortlichen aus Einkauf und Qualitätssicherung, Grundsatz und Außer-Haus-Service zu gemeinsamen Workshops, Vorträgen und Kaffeeverkostungen: „Ich bin zum ersten Mal in Deutschland. Mir ist es wichtig, Kollegen aus anderen Ländern zu treffen und mich mit ihnen auszutauschen“, berichtete die Teilnehmerin Elisa Hinojosa Cerron von ACPC. Außerdem mit dabei waren Elvin Ruiz von RAOS, Joel Ignacio Bartolón López von FEDCAFE und Rodolfo Cruz von NorAndino.

Qualitätskontrolle und Kalibrierung von Kaffee

Für das Programm am zweiten Tag war der externe GEPA- Kaffee-Berater Raf Van den Bruel zuständig: Qualitätskontrolle und Kalibrierung von Kaffee. Ziel der Kalibrierung war es, sich mittels einer Kaffeeverkostung über Kaffeemerkmale und Eigenschaften wie Säure, Körper und Aroma auszutauschen, um so das Bewertungsniveau unserer mittel- und südamerikanischen Handelspartner an das Qualitätsniveau der GEPA anzugleichen. „Wir bewerten alle nach dem gleichen weltweit geltenden Standard. Dieser ermöglicht es uns mit unseren Partnern ‚eine Sprache‘ zu sprechen“, so Kleber Cruz Garcia, GEPA-Einkaufsmanager Kaffee.

Es ist wichtig, dass wir uns bei der Qualitätskontrolle mit unseren Partnern in ein und derselben ‚Sprache‘ verständigen.Kleber Cruz Garcia, GEPA

Dabei wurde es ganz praktisch: Bei der gemeinsamen Kaffee-Blindverkostung durften die Teilnehmerinnen und Teilnehmer sechs Kaffeeproben aus verschiedenen Regionen der Welt testen und bewerten – darunter waren auch Proben der anwesenden Partner. „Bei der Kalibrierung ist es immer besser blind zu verkosten, weil man unvoreingenommen ist und neutral bewerten kann“, so Raf Van den Bruel. Ziel war auch, dass die Qualitätsverantwortlichen unserer Handelspartner unterschiedliche Kaffeequalitäten kennenlernen und einordnen konnten, wo der Kaffee ihrer eigenen Kooperative qualitativ steht.

Wie das funktioniert, können Sie in der Bildergalerie nachverfolgen:

Für mich sind auch meine Aufgaben in der Arbeit als Qualitätsverantwortliche klarer geworden.Elisa Hinojosa, ACPC

Lebendiger Austausch auf Augenhöhe

Zum Schluss tauschten sich die GEPA-Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit den lateinamerikanischen Partnern über ihre jeweiligen Ergebnisse aus, um zu sehen, ob sie die sechs Kaffeeproben ähnlich bewertet hatten. Bei Kaffeeprobe zwei war sich Elisa Hinojosa von ACPC aus Peru sicher: „Das ist der Kaffee meiner Kooperative.” Auch auf der Kalibrierungsebene waren sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer hier einig. Bei anderen Proben lagen die Bewertungen der GEPA-Kollegen und der Handelspartner noch etwas weiter auseinander: „Die Tendenz stimmt – bei ein paar Proben müssen wir uns aber nochmal abstimmen”, so Kleber Cruz Garcia, GEPA-Einkaufsmanager Kaffee.

Alle unsere Gäste sind übrigens so genannte „Q-Grader“. Sie können professionell nach einem einheitlichen System Kaffees beschreiben und bewerten. D.h. sie haben ein sehr aufwändiges Trainings- und Prüfungsprogramm des „Coffee Quality Institute“ absolviert und abgeschlossen. Alle Q-Grader müssen sich nach drei Jahren erneut testen lassen. Zurzeit gib es ca. 4.000 Q-Grader auf der Welt. Vier von ihnen waren bei uns zu Besuch.

GEPA-Partnerschaft: Mehr als nur Produktqualität

Ich finde es gut kennenzulernen, wie die GEPA arbeitet und welche Produkte sie noch anbietet.Elvin Ruiz, RAOS

Doch es ging bei diesem Treffen um viel mehr als um die physische Produktqualität – die Kaffeepartner lernten die politischen Grundwerte der GEPA kennen: Was bedeutet fair+? Wie funktioniert der Faire Handel in Deutschland? Unsere Gäste besuchten eine Kaffeerösterei und tauschten sich mit den Kolleginnen und Kollegen des Außer-Haus-Service aus über die besonderen Bedürfnisse der Gastronomie in Deutschland – schöne Eindrücke davon sehen Sie hier:

Alle sind sich einig: Das Treffen war ein voller Erfolg

Ich bin das Auge und das Ohr der Produzenten und gebe ihnen alles aus diesem Treffen weiter.Joel Bartolón, FEDCAFE

Alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren sich einig, dass es so einen Austausch wieder geben sollte und zwar nicht nur für sie selbst, sondern möglichst für alle Kaffeeproduzenten der GEPA: „Ich bin das Auge und das Ohr der Produzenten und nehme diese Informationen zu Ihnen mit nach Hause. wir verstehen jetzt noch besser, was die GEPA unter Kaffee-Qualität versteht. So können wir in Zukunft einfacher genau die richtigen Qualitäten finden und liefern, mit denen wir alle zufrieden sind“, sagte Joel Bartolón von FEDCAFE. Auch Rodolfo Cruz von NorAndino, der als einziger der vier schon an ähnlichen Veranstaltungen im Ausland teilgenommen hat, meinte: „Ich möchte all das, was ich hier erfahren kann, an die Bauern zu Hause vermitteln, zum Beispiel über Qualitätskontrolle: Denn es ist eine Qualitätskette – vom Rohkaffee bis zum fertigen Produkt – die alle verbindet.“

Unser Kaffee kommt zu 100% von Kleinbauern. Honorieren Sie als Kunden die Arbeit der Kooperativen!Rodolfo Cruz, NorAndino

Einhelliger Wunsch war auch, dass die GEPA noch weiter wächst und mehr Kaffee abnimmt. Rodolfo Cruz von NorAndino aus Peru bringt es auf den Punkt: „Unsere einzige Hoffnung ist Kaffee. Die GEPA muss deshalb innovativ sein. Und die Produzenten können Kaffee zum Beispiel von Microlots anbieten bzw. andere Kaffeespezialitäten. Damit kann auch die nächste Generation weiter Kaffee anbauen! Das Besondere am Kaffee seiner Kooperative ist für ihn: „Unser Kaffee kommt zu 100% von Kleinbauern. Und er ist 100% bio und fair. Honorieren Sie als Kunden die Arbeit der Kooperativen!“


Stand 8/2018

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