GEPA-Handelspartner von Hurrikans schwer getroffen

Die Auswirkungen von
ETA & IOTA bei unseren Partnern

Anfang November wurden Nicaragua, Honduras und Guatemala von den Hurrikans ETA und IOTA stark getroffen: Mit einem zeitlichen Abstand von nur einer Woche brachen beide Wirbelstürme in Richtung Mittelamerika aus – die Folgen für die Menschen in den betroffenen Ländern sind katastrophal. Wie sich die Hurrikans auf unsere Handelspartner vor Ort auswirken und was Sie tun können, um die GEPA-Partner zu unterstützen, erfahren Sie hier im Artikel.

Infrastruktur in vielen Anbaugebieten stark beschädigt

Die Ernte-Saison bei unseren Kaffeepartnern in Nicaragua, Honduras und Guatemala hat gerade begonnen – deshalb sind sie von den verheerenden Auswirkungen der Hurrikans besonders betroffen. Auf Grund von massiven Erdrutschen, Überschwemmungen und Niederschlägen ist die Infrastruktur stark beschädigt und einige Kaffeeanbaugebiete und Städte sind komplett isoliert.In der Bildergalerie sehen Sie einige Fotos von Sturmschäden bei unserem Kaffeepartner FEDECOCAGUA aus Guatemala:

Massive Schäden erschweren Kaffee-Ernte

Arbeitskräfte gelangen nur schwer in die Kaffee-Anbaugebiete. So werden die reifen Kaffeekirschen teilweise nicht geerntet und fallen herunter. Durch Straßenschäden und eingestürzte Brücken kommt es zu großen Verzögerungen beim Transport der Kaffeekirschen zu den Aufbereitungsanlagen. Zusätzlich erschweren heftige Niederschläge die Aufbereitung des Kaffees, da die Aufbereitungsanlagen keine Wasserfilter beinhalten und das Wasser verunreinigt wird. Die bereits gepflückten und aufbereiteten Kaffeebohnen können auf Grund des anhaltenden Regens nicht richtig trocknen.

Die Situation bei unseren Kaffeepartnern im Überblick

Nicaragua: COASSAN und SOPPEXCCA

Einige Produzenten unseres Partners COASSAN in Nicaragua haben durch IOATA einen Teil ihrer Parzellen verloren. Nicht nur die Infrastruktur wurde teilweise zerstört – auch Kaffeepflanzen sind beschädigt worden. Durch Überschwemmungen ist der Anbau von Mais und Bohnen – Grundnahrungsmittel in der Region – nicht möglich.

Die Zufahrtsstraßen zu den Kaffeeparzellen im gebirgigen Norden Nicaraguas beim GEPA-Partner SOPPEXCCA sind weitgehend zerstört – unser Partner rechnet mit einem Ernte-Verlust von 30 Prozent. Auch die Häuser vieler Kaffeebäuerinnen und – bauern sind stark beschädigt. Unsere Ansprechpartner*innen erzählten, dass die Dächer einfach „wegflogen“.

Am meisten helft ihr uns, indem ihr mehr Fair Trade-Kaffee kauft.Roberto Gonzales

Honduras: RAOS und APROLMA

Bei RAOS haben 25 Familien ihre Kaffee-Parzellen verloren. Die ländliche Infrastruktur in der Region Marcala hat sehr unter den Hurrikans gelitten. Viele Menschen dort haben Angst – aufgrund der anhaltenden Niederschläge weiß man zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht, ob die Ernte teilweise noch gerettet werden kann. Wie man RAOS jetzt am meisten helfen kann? „Indem die Importeure mehr Fair Trade-Kaffee kaufen“, lautet die Antwort von RAOS-Geschäftsführer Roberto Gonzalez.

Bei der Frauenkooperative APROLMA sind die Auswirkungen bisher erträglich – jedoch ist unser Partner auch auf Grund der starken anhaltenden Niederschläge besorgt: „Wir haben Angst, dass ein Teil der Ernte verlorengeht“, so Dilcia Edith Vasquez, Präsidentin von APROLMA.

Bei COCAFELOL sind insgesamt 40 Hektar Kaffeeanbaufläche unbenutzbar und viele Straßen sind zerstört, was den Transport der Ernte erschwert.


Guatemala: FEDECOCAGUA und Chajul

Die Lagerhalle von FEDECOCAGUA in Cobán stand drei Tage lang drei Meter unter Wasser. Mitglieder unseres Partners sind durch unbefahrbare Straßen von der Außenwelt abgeschnitten. Einige Familien benötigen dringend Grundnahrungsmittel, weil ihre Getreideernten für den eigenen Bedarf zerstört sind. Außerdem wurden viele Häuser beschädigt.

Bei Chajul sind durch starke Regenfälle die Wassermassen in den Flüssen extrem angestiegen, dadurch wurden viele Brücken zerstört. Einige Gemeinden sind isoliert, da die Zufahrtstraßen durch Erdrutsche unpassierbar sind.

Was bedeutet das für die GEPA-Kaffees

Aktuell haben wir genug GEPA-Kaffee von unseren Partnern aus Honduras, Guatemala und Nicaragua auf Lager. Damit ist die Versorgung mit Rohkaffee aus diesen Ländern für die nächste Zeit gesichert. Dennoch rechnen auch wir, wie viele andere Importeure, mit Lieferverzögerungen aus Mittelamerika. Ein Produktionsrückgang von 10 bis 30 Prozent wird derzeit erwartet. Wie viel Prozent der Ernte letztlich ausfällt, bleibt abzuwarten.

Das tut die GEPA für ihre Partner

Die GEPA bietet den betroffenen Handelspartnern bei Bedarf ein zusätzliches zinsloses Vorauszahlungsvolumen von 100.000 USD Dollar an, bis zu 10.000 USD je Handelspartner. Wir stehen in engem Austausch mit unseren Partnern und informieren Sie hier und auf unseren Social Media-Kanälen regelmäßig über die Entwicklungen vor Ort.

Was Sie tun können: Spenden Sie für die GEPA-Partner

Um die GEPA-Partner in dieser schwierigen Zeit zu unterstützen, können Sie über den Fairen Handel hinaus spenden. Wir haben bei unserem Gesellschafter MISEREOR ein Spendenkonto eingerichtet.

Überweisen Sie Ihre Spende auf das folgende Konto:

IBAN: DE75 3706 0193 0000 1010 10
BIC: GENODED1PAX
Stichwort: „W31161 GEPA-Handelspartner Mittelamerika nach ETA und IOTA“

Ihre Spende kommt Handelspartnern der GEPA in Mittelamerika - in Honduras, Guatemala und Nicaragua - und ihren Zielgruppen (Farmer*innen und Produzent*innen) zugute.

Wichtig dabei ist, dass Sie das oben erwähnte Stichwort angeben, damit Ihre Spende gezielt an die GEPA-Partner gehen kann. Wir werden uns mit unseren Partnern in Mittelamerika verständigen, wie dieses Geld auf die sinnvollste Weise zu verwenden ist, um die am stärksten betroffenen Gruppen zu unterstützen.

 

Stand 12/2020

WEITERE INFORMATIONEN

#mehrWertFürAlle: In unserem Online-Special erfahren Sie alles über
unser Röstprojekt u. a. in Guatemala und Honduras

#FairCoffeeNow: Setzen Sie auf fairen GEPA-Kaffee und
unterstützen Sie durch Ihren Kauf unsere Kaffeepartner in dieser schwierigen Zeit

Corona-Krise

Unterstützung schnell & unbürokratisch

Die GEPA setzt ihren Handelspartnerfonds 2020 gezielt für Corona-Initiativen ein.

Foto: Manjeen

Kooperative

Die Frauen von APROLMA

Die Kooperative hat gemeinsam mit der GEPA das Röstprojekt gestartet. In vier Minuten wissen Sie mehr - schauen Sie das Video!

Foto: GEPA - The Fair Trade Company/A. Welsing

Fair Trade-Kaffee

Geröstet in Guatemala

Foto: GEPA - The Fair Trade CompanyIm Shop kaufen