ACPCU: Bildung und Teilhabe für Mädchen und Frauen

UN-Tag der Menschenrechte unter dem Motto
„Unsere Rechte, unsere Zukunft, jetzt“

Zum Internationalen Tag der Menschenrechte am 10. Dezember rücken die Vereinten Nationen die Themen Prävention, Schutz und Transformation in den Fokus. „Unsere Rechte, unsere Zukunft, jetzt“ lautet das diesjährige Credo. Aus unserer Sicht gilt dies besonders für den weiblichen Teil der Menschheit. Denn Rechte für Frauen und Mädchen dulden keinen Aufschub. Schon die Verkündung der Menschenrechte vor 76 Jahren betonte die Gleichheit von Männern und Frauen in der Ehe wie bei der Arbeit, das gleiche Recht auf Sicherheit, Bildung und Entfaltung der Persönlichkeit. Die Wirklichkeit sieht in vielen Ländern anders aus. Wie es besser geht, zeigen wir am Beispiel unserer Partnerkooperative ACPCU (Uganda). Von ACPCU bezieht die GEPA seit 2006 hochwertigen Robusta-Kaffee.

Prävention durch Schulbildung und Stipendien

Durch Zugang zur Bildung können wir Schaden verhindern, bevor er entsteht. Ein Beispiel ist die Nyandozo Primary School in der Region Ankole im Südwesten Ugandas. Mit der Fairtrade-Prämie trägt ACPCU dazu bei, das marode Gebäude aus den 1950er-Jahren in Schuss zu halten. Denn der Staat lässt bisweilen die nötige Fürsorge vermissen. Manchmal reichen schon einfache Maßnahmen, um Nachteile von Mädchen auszugleichen. Beispielsweise hat ACPCU von der Fairtrade-Prämie auch einen neuen Waschraum, getrennt nach Geschlechtern, finanziert. Früher sind die älteren Mädchen aus Scham zuhause geblieben, wenn sie ihre Periode hatten. Jetzt ist dies kein Hinderungsgrund mehr. 

Bessere Bildung ist die Basis für bessere berufliche Perspektiven. Nach Abschluss der Primary School können sich begabte Mädchen wie Jungen für die High-School bewerben. ACPCU unterstützt sie dann mit einem Stipendium.

Von Geschlechtergerechtigkeit profitieren nicht nur Mädchen und Frauen, sondern die Gemeinschaft als Ganzes. Studien zeigen: Frauen investieren ihr Einkommen häufiger in Bildung, Ernährung, soziale Aktivitäten und Gesundheit. Sie übernehmen auch häufiger eine leitende Funktion. Beispiel: Bei den Mitgliedern der World Fair Trade Organization (WFTO) sind über 50 Prozent der Führungskräfte Frauen. Zum Vergleich: In konventionellen Unternehmen sind nur zwölf Prozent der Vorstandsvorsitzenden und nur neun Prozent der Geschäftsführenden Frauen (Quelle: Positionspapier des Forum Fairer Handel).

Schutz vor Gewalt

Häusliche Gewalt ist immer noch ein großes Problem.Gladys Kymogisha

Die Nyakashambya P/S. School in Ankole hat ebenfalls Vorbildcharakter. Mit der Fairtrade-Prämie hat ACPCU neben neuen Verwaltungs- und Klassenräumen auch Schlafräume für die Schülerinnen finanziert. Die Mädchen wohnen zwar nicht immer weit von der Schule entfernt; laut Aussage des Schulleiters ist es aber früher auf dem Schulweg vereinzelt zu sexuellen Übergriffen gekommen. Deshalb fahren die Mädchen nur in den Ferien nach Hause.

Auch sonst sind Frauen in Uganda oft nur unzureichend geschützt, wie die Frauenbeauftragte von ACPCU, Gladys Kymogisha, an Beispielen aufzeigt. Frauen haben oft keine Sicherheiten, kein Einkommen und auch keinen Zugang zu Land. Insgesamt ist die Struktur noch sehr patriarchalisch und die Frauen sind sehr abhängig von ihren Männern. Gladys berät die Frauen auch bei Konflikten in der Familie, denn „häusliche Gewalt ist immer noch ein großes Problem.“

Wie die Beispiele zeigen, schützen bessere Rahmenbedingen hier vor Missbrauch und Verletzung der Menschenwürde.

Transformation als starke Kraft für das Gute

Bei der Wahrung der Menschenrechte geht es auch darum, benachteiligte Gruppen wie Frauen und Mädchen zu stärken. Ein Beispiel für Empowerment von Frauen ist das Pilzprojekt von ACPCU. Der Genossenschaftsverband verteilt kostenlos Pilzsetzlinge an die Frauen. Mit dem Anbau und Verkauf von Pilzen, Kohl und Möhren erzielen die Frauen ein zusätzliches Einkommen und erreichen so ein höheres Maß an wirtschaftlicher Eigenständigkeit.


Risiken identifizieren und minimieren

Transparenz in der Lieferkette sowie Preise oft über Fairtrade-Niveau sind die Basis für die GEPA, um zum Schutz der Menschenrechte beizutragen. Passend zum Europäischen Lieferkettengesetz erstellt die GEPA Risiko-Analysen: So soll die Gefahr von Menschenrechtsverletzungen entlang der Lieferkette identifiziert und minimiert werden. Wir haben dazu einen Workshop per Videokonferenz mit unseren englisch- und spanischsprachigen Handelspartnern organisiert. Wir lassen uns auch vom HelpDesk Wirtschaft und Menschenrechte der Bundesregierung beraten.

Stand 12/2024

WEITERE INFORMATIONEN

"Unsere Rechte, unsere Zukunft, jetzt":
Zum Tag der Menschenrechte auf der Website der Vereinten Nationen

HelpDesk Wirtschaft und Menschenrechte der Bundesregierung:
www.wirtschaft-entwicklung.de/wirtschaft-menschenrechte

Positionspapier des Forum Fairer Handel:
Feministische Entwicklungspolitik und Fairer Handel

Reisebericht

Zu Gast bei GEPA-Partnern in Ostafrika

GEPA-Pressereferentin Brigitte Frommeyer berichtet von ihrer Dienstreise u.a. zu unserem Kaffeepartner ACPCU in Uganda.

 | Foto: GEPA - The Fair Trade Company

Rückblick

Zum Tag der Menschenrechte 2023

2023 haben wir zum gleichen Anlass gezeigt, wie PREDA auf den Philippinen für Menschenrechte kämpft.

Handelspartner

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 | Foto:  | Foto:  | Foto: GEPA - The Fair Trade Company/C. Nusch