Pressemitteilung

Weltfrauentag: Wie Frauen harte Nüsse knacken

Zum Weltfrauentag am 8. März richtet sich unser Blick auf das UN-Jahr 2026 ‚Frauen in der Landwirtschaft‘.

Slider überspringen
Frauen in Arbeitskitteln, mit Haarnetzen und Mundschutz sitzen um einen langen Tisch und bearbeiten Nüsse mit Messern.
Frau und Mann stehen vor Bannern mit GEPA-Logo. Er zeigt eine Urkunde in die Kamera mit der Aufschrift „50 años de impacto y compromiso“
Ein emotionaler Moment: Auf dem Festakt zum 50-jährigen Bestehen der GEPA kamen natürlich auch Handelspartner aus dem Globalen Süden zu Wort. Wie hier María Antonia López, Präsidentin der Kooperative La Sureñita aus Honduras, die GEPA-Geschäftsführer Matthias Kroth eine Urkunde überreichte.
Nahaufnahme von Cashewfrüchten am Baum

Wuppertal. Zum Weltfrauentag am 8. März richtet sich der Blick von Fair Trade-Pionierin GEPA auf das UN-Jahr 2026 ‚Frauen in der Landwirtschaft‘. Wie Frauen im Agrarsektor gezielt gestärkt werden, zeigt die honduranische Cashew-Genossenschaft La Sureñita, mit der die GEPA seit 38 Jahren kooperiert. Die Frauen übernehmen alle Aufgaben bei La Sureñita – von der Verarbeitung der Nüsse bis zum Export. Sie kaufen die Cashew-Ernte ihrer Männer auf; einige haben auch eigene Cashew-Pflanzungen.

Die Firma Ișik (Türkei) geht bei Frauenförderung ebenfalls mit gutem Beispiel voran. Von ihr bezieht die GEPA faire Bio-Haselnüsse, beispielsweise für Schokolade und Cookies. Die Beschäftigten in den Verarbeitungsanlagen erhalten unbefristete Arbeitsverträge – eine positive Ausnahme vor allem bei Frauen.

La Sureñita: „Menschenwürde und Respekt“ im Fokus

La Sureñita vertreibt Cashew-Produkte aus der Provinz Choluteca im Südosten von Honduras – eine der ärmsten Regionen des Landes. Das trockene Klima erlaubt nur geringen Ackerbau. Die wenigen Einkommensmöglichkeiten stehen fast nur Männern offen. Frauen sind in jeder Hinsicht benachteiligt und müssen ihre Kinder oft ohne Vater großziehen. Einige von ihnen begannen bereits vor über 40 Jahren mit Unterstützung der Friedrich-Ebert-Stiftung, die früher ungenutzten Cashew-Äpfel zu verarbeiten.  

Heute zählt La Sureñita mit 100 weiblichen Mitgliedern und 80 angestellten Arbeiterinnen in Honduras zu den führenden Unternehmen in der Cashew-Wertschöpfungskette. So schafft La Sureñita Arbeitsplätze und Einkommen für Frauen sowie Perspektiven für Familien im ländlichen Raum. Der Cashew-Baum ist eine trockenresistente Pflanze und daher für das heiße Klima in der Region geeignet. Die Pflanzen tragen auch zum Erosionsschutze bei. Das ist in der jetzigen Klimakrise mit unberechenbaren Trockenzeiten und seltenen, aber heftigen Starkregenfällen sehr wichtig. María Antonia López, Präsidentin von La Sureñita, hat die Bedeutung der langjährigen Partnerschaft mit der GEPA bei ihrem Besuch anlässlich des 50-jährigen Jubiläums der GEPA im letzten Jahr auf den Punkt gebracht: „Wenn wir von Fairem Handel sprechen, geht es nicht nur um einen angemessenen Preis, sondern um Menschenwürde, um Respekt – um die Wertschätzung der Arbeit, die wir mit unseren Händen und oft unter schwierigen Bedingungen leisten.“ Wie die GEPA ethisches Wirtschaften versteht, macht die Präsidentin an einem weiteren Beispiel deutlich: „Die GEPA hat uns gezeigt, dass wir im Kampf für soziale Gerechtigkeit, für die Gleichstellung der Geschlechter und für ökologische Nachhaltigkeit nicht allein sind. Dank der GEPA haben wir unsere Bio-Cashews nach Deutschland und in andere Länder exportiert. Zudem haben wir Geschichten über die Überwindung von Armut, Geschichten von Frauen exportiert: Sie haben Armut in Führung, Verlassenheit in Organisation und Schweigen in eine kollektive Stimme verwandelt.“

Gemeinsam stark: Wie Ișik Frauen unterstützt

Ișik unterstützt die weiblichen Beschäftigten auch mit besonderen Programmen wie ökologische Landwirtschaft und Umweltschutz, Erste Hilfe, Verhütung, Hygiene und Sanitärversorgung. Frauen machen einen großen Teil der Arbeitskräfte aus, insbesondere in der Haselnuss- und Rosinenproduktion, vor allem während der Ernte und bei den Nachernte-Arbeiten. Frauen sind beispielsweise aktiv an Verarbeitungsschritten wie dem Sortieren und Verpacken beteiligt.

Internationales Jahr der Frauen in der Landwirtschaft

Die Vereinten Nationen haben das Jahr 2026 zum Internationalen Jahr der Frauen in der Landwirtschaft (IYWF 2026) erklärt. In diesem Jahr wird die wichtige Rolle der Frauen in den Agrar- und Ernährungssystemen, von der Produktion bis zum Handel in den Vordergrund gerückt. Bäuerinnen spielen eine zentrale Rolle für die Ernährungssicherheit, die Ernährung und die wirtschaftliche Widerstandsfähigkeit – was oft viel zu wenig anerkannt wird. Das IYWF 2026 soll das Bewusstsein schärfen und Maßnahmen fördern, um die geschlechtsspezifischen Unterschiede zu beseitigen und die Lebensbedingungen von Frauen weltweit zu verbessern. 

FAO launches International Year of the Woman Farmer 2026 to accelerate gender equality and women’s empowerment in agrifood systems

Als Fair Trade-Pionierin steht die GEPA seit 50 Jahren für Transparenz und Glaubwürdigkeit ihrer Arbeit (Gründungsdatum: 14.05.1975). Wir handeln als größte europäische Fair Handelsorganisation mit Genossenschaften und sozial engagierten Privatbetrieben aus Lateinamerika, Afrika, Asien und Europa. Durch faire Preise und langfristige Handelsbeziehungen haben die Partner mehr Planungssicherheit. Hinter der GEPA stehen MISEREOR, Brot für die Welt, die Arbeitsgemeinschaft der Evangelischen Jugend in Deutschland (aej), der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) und das Kindermissionswerk „Die Sternsinger“.  

Für ihre Verdienste um den Fairen Handel und die Nachhaltigkeit ist die GEPA vielfach ausgezeichnet worden, z. B. wurde sie als „Sieger des Deutschen Nachhaltigkeitspreises für Unternehmen 2026” in der Branche „Kaffee, Tee und Gewürze“ u.a. für ihre nachhaltigen Lieferketten gewürdigt, Ende 2023 mit dem German SDG-Award Kategorie „Unternehmen“ sowie mit dem „CSR-Preis der Bundesregierung 2020“ in der Kategorie Verantwortungsvolles Lieferkettenmanagement“.  

Als eines von wenigen Unternehmen in Deutschland hat sich die GEPA nach dem Garantiesystem der WFTO prüfen lassen. Näheres zu Preisen und Auszeichnungen sowie zur GEPA allgemein unter www.gepa.de, alle Produkte unter www.gepa-shop.de.

Mitgliedschaften:

  • World Fair Trade Organization (WFTO)
  • European Fair Trade Association (EFTA)
  • Forum Fairer Handel (FFH)