Unsere Lieferketten

Wer, was, wo und wieviel: Klarheit und Offenheit ist ein wichtiger Teil der GEPA-Idee. Daher gehört Transparenz bei der Lieferkette für uns auch ganz selbstverständlich dazu. Mache dich mit uns auf den Weg unserer Produkte und erfahre, was dahintersteckt.
 

Kaffee

Am Beispiel unseres Klassikers Café Orgánico und der Verarbeitung bei Sol y Café in Peru zeigen wir dir die einzelnen Schritte von der Kaffeekirsche am Baum bis zum Päckchen im Regal.

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Zwei Personen pflanzen Kaffeesamen in geraden Reihen in die Erde, die Sonne brennt und sie tragen Hüte
Kaffee ist eine sehr anspruchsvolle Pflanze: Frost, Wind, Trockenheit oder zu viel Regen bedeuten große Risiken für ihr Gedeihen. Alle einzelnen Faktoren einschließlich der Bodenbeschaffenheit müssen in bestimmter Weise übereinstimmen, um eine gute Kaffee-Qualität zu garantieren. 
Aufzucht und Pflege der Pflanzen bedeuten für die Kaffeebäuerinnen und -bauern Arbeit für das ganze Jahr. Gut acht Monate braucht ein Setzling, um als kleines Kaffeebäumchen ausgepflanzt werden zu können. 
Weiße Kaffeeblüten am Zweig.
Kaffeeblüten am Baum. Je nach Anbaugebiet vergehen vier bis fünf Jahre, bis es ein Kaffeebaum zum ersten Mal Früchte trägt.
Nahaufnahme von roten Kaffeekirschen am Strauch
Bio-Anbau ist eine komplexe und arbeitsintensive Wirtschaftsweise. Fairer Handel gibt unseren Partnern häufig erst die stabile Grundlage, um auf Bio-Anbau umstellen zu können. Für Bio-Rohstoffe zahlen wir Zuschläge, mit denen man langfristig und nachhaltig planen kann. 
Frau zeigt rote Kaffeekirschen an einem Strauch.
Jede einzelne Kirsche wird vom Strauch gepflückt – das ist mühsamer als gedacht. Die Früchte lassen sich nicht abstreifen, sondern müssen einzeln mit der Hand vom Zweig gelöst werden – und auch nur die reifen Kirschen (je nach Sorte rot oder gelb). Das ist wichtig für die Qualität. In einer Kirsche befinden sich in der Regel zwei Kerne, die Kaffeebohnen. Es sollen möglichst keine Stiele, Äste und Blätter im Korb landen. Ein erfahrener Pflücker/ Pflückerin erntet ca. 50–60 kg Kaffeekirschen pro Tag, das entspricht in etwa einem großen Plastiksack. Die GEPA kennt ihre Handelspartner und arbeitet teils seit vielen Jahren eng mit den Genossenschaften zusammen.
Nach der Ernte muss der Kaffee innerhalb von 24 Stunden weiterverarbeitet werden, um beste Qualität zu erzielen. Hier sieht man einen Kaffeebauern von Sol y Café mit seiner Entpulp-Maschine. Entpulpen heißt, dass die Kaffeebohnen vom Fruchtfleisch befreit werden. Die Mitglieder von Sol y Café entpulpen ihre Ernte zu Hause.
Auf einer Seite des Entpulpers kommt das Fruchtfleisch raus. Es wird als Kompost verwendet.
Auf der anderen Seite des Entpulpers kommt der Pergaminkaffe raus. Er ist noch umgeben von schleimigem Fruchtfleisch.
Nahaufnahme einer Hand, die geschälte, nasse Kaffeekirschen hält.
Nach dem Schälen sind die Kaffeebohnen noch nass und glitschig. Die Mitglieder von RAOS lassen sie im Schnitt noch 14 Stunden fermentieren, um die schleimigen Reste des Fruchtfleisches zu lösen.
Auf Planen sind Kaffeekirschen zum Trocknen in der Sonne ausgelegt.
Auch das Trocknen wird noch von den Kaffeebäuer*innen bei sich zu Hause erledigt. Dieser Prozess dauert ca. 2 Wochen. Dabei ist wichtig, die Kirschen immer wieder zu bewegen. In diesem Stadium sind die Kaffeebohnen noch von einem Pergamenthäutchen umgeben, man spricht daher von Pergaminkaffee oder „Pergamino“.  Danach werden die getrockneten Kaffeebohnen zu Norandino - einer anderen Genossenschaft – gebracht.
Gruppe von sechs Männern in einem Maschinenraum begutachtet eine Maschine. Einige von ihnen tragen Warnwesten, Mundschutz und weiße Helme.
Bei der Genossenschaft Norandino durchläuft der Rohkaffee nach dem Schälen die Sortiermaschine. Die Sortiermaschine trennt den Rohkaffee nach definierbaren Qualitätskriterien, die von der GEPA vorgegeben werden. Die Anlage analysiert die Bohnen mithilfe von Kameras und Sensoren während des Durchlaufs und vergleicht jedes Korn mit vorab festgelegten Parametern wie Farbe, Form oder sichtbaren Defekten. Abweichende Bohnen werden automatisch über präzise Luftimpulse ausgeschleust. Die Handelspartner der GEPA bekommen ganz konkrete Qualitätsvorgaben. So müssen die Kaffeebohnen eine bestimmte, vorher vertraglich festgelegte und gleichmäßige Größe haben. Das ist wichtig, damit sie sich gleichmäßig rösten lassen. 
Zwei Männer in Schürzen in einem gefliesten Kaffeelabor. Sie gießen heißes Wasser aus Wasserkochern auf.
Bei der ersten Verkostungsprüfung wird der Kaffee in verschiedene Qualitäten eingestuft. Diese Prüfung ist die erste sensorische Beurteilung. Anschließend erfolgt die zweite Prüfung, bestehend aus Verkostung und der physischen Qualitätskontrolle (Defekte, Bruchbohnen oder ähnliche Punkte). Erst dann erhält die GEPA die Vorverschiffungsmuster des Rohkaffees.
Mann in der Hocke auf einem Haufen Jutesäcke. Einen leeren Sack zeigt er in die Kamera.
Wenn das Muster von der GEPA als gut bewertet wird, geht der Kaffee in die Weiterverarbeitung bis hin zum exportfähigen Rohkaffee in Jutesäcken.
Roter LKW mit Anhänger vor einem Lagergebäude
Die exportfertigen Kaffeebohnen in Säcke werden mit dem Lkw erst zum Hafen gebracht ...
Containerschiff auf dem Meer
... und dann verschifft.
Eine Reihe brauner Packpapiertüten, von Hand beschriftet.
Von jedem Container Kaffee, der an die GEPA nach Deutschland verschifft wird, geht ein so genanntes Vorverschiffungsmuster per Kurier an das GEPA-Kaffeelabor. Das GEPA-Team prüft nochmal -wie im Schritt vorher beim Handelspartner- sorgfältig Geruch, Farbe und Größe der Bohnen. Geruch und Farbe sagen viel über die Frische und Qualität der Bohnen aus. Eine gleichmäßige Bohnengröße ist wichtig für ein gleichmäßiges Röstergebnis. Außerdem werden die Muster auf defekte Bohnen und die Restfeuchte untersucht. Von jedem Vorverschiffungsmuster werden fünf Tassen Kaffee verkostet und aufgebrüht. 
Porträtfoto von Kleber Cruz-Garcia
Im Geschmackstest entscheidet sich, ob der Kaffee die gewünschte Tassenqualität hat. Hier GEPA-Einkaufsmanager Kleber Cruz Garcia. Zusätzlich zu unserer internen Qualitätskontrolle lassen wir unsere Produkte durch externe Labore prüfen - so kommt nur beste Qualität in die Tasse.
Nahaufnahme eines quadratischen Siebes, das in Händen gehalten wird.
Sieb, um die Bohnen aus dem Vorverschiffungsmuster auf ihre Größe zu prüfen. Die einheitliche Größe ist wichtig für ein gleichmäßiges Röstergebnis.
Frontaler Blick auf kleine Röstmaschine im GEPA-Kaffeelabor.
Die Kaffeebohnen werden bei der GEPA im Proberöster geröstet: „Zwischen der Verkostung und der Röstung sollte der Kaffee mindestens sechs bis zehn Stunden ruhen, damit Gase entweichen können“, erklärt GEPA-Einkaufsmanager Kaffee, Kleber Cruz Garcia.
Blick auf Tassen mit Kaffeepulver von oben, sie sind in einem Halbkreis angeordnet.
Von jedem Vorverschiffungsmuster werden fünf Tassen Kaffee verkostet. Dafür werden die gerösteten Bohnen gemahlen…
Aus einem silbernen Wasserkocher wird heißes Wasser in die Tassen gegossen.
...und aufgebrüht. Unser Kaffee-Kompetenzteam verkostet die Stichproben jeder Lieferung mindestens zu zweit.
Deckenhohe Stapel Kaffeesäcke in einem Lagerraum, es fällt Sonnenlicht von oben durch ein Fenster.
Sind alle Qualitätsprüfungen abgeschlossen, wird der Kaffee per Schiff nach Deutschland transportiert. Die GEPA arbeitet mit mittelständischen Röstereien zusammen, die für Qualitätskaffee stehen – hier ein Blick in den Lagerraum.
Gebräunte Kaffeebohnen
Alle GEPA-Kaffees werden schonend langzeitgeröstet. Das macht sie ergiebiger und bekömmlicher als handelsübliche „turbogeröstete“ Kaffees. Je länger Kaffee geröstet wird, desto weniger Bitterstoffe und Säuren enthält er zum Schluss.
Alle sechs Kaffees des Organico-Sortiments der GEPA stehen auf einer Theke, arrangiert mit einer French Press sowie zwei Tassen.
Wer am Regal zu GEPA-Kaffee greift, bekommt hervorragende Qualität und trägt dazu bei, die Situation der Produzent*innen zu verbessern.
Hanna Schmid genießt Kaffee aus einer Tasse.
Wer am Regal zu GEPA-Kaffee greift, bekommt hervorragende Qualität und trägt dazu bei, die Situation der Produzent*innen zu verbessern.

Kaffee – im Ursprungsland geröstet

Mit APROLMA und FEDECOCAGUA bieten wir zwei Kaffees an, die im Ursprungsland geröstet und verpackt werden - bisher eine Seltenheit. 

Die Frauenkooperative APROLMA in Honduras hat in einem gemeinsamen Projekt mit der GEPA den Prozess vom Rösten über das Verkosten bis hin zum Verpacken ganz neu aufgebaut und röstet seit 2018 ihren eigenen Kaffee. Sie arbeiten für die Verarbeitung wiederum mit dem GEPA-Partner RAOS zusammen.

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Frau mit Cappy und pinker Jacke am Kaffeestrauch bei der Ernte.
Was einfach aussieht, ist mühsame Handarbeit: Die roten und reifen Kaffeekirschen werden einzeln gepflückt. Die Kaffeebäuerinnen bei APROLMA achten darauf, dass möglichst keine Stiele, Äste und Blätter im Korb landen. Da die Kirschen am gleichen Strauch unterschiedlich reifen, müssen die Kaffeebäuerinnen während der Erntezeit von November bis April mehrere Pflückrunden machen.
Zwei Männer verladen einen roten Kaffeesack auf einen roten Pickup.
Nach dem Pflücken muss es schnell gehen: Innerhalb von 24 Stunden werden die Kaffeekirschen weiterverarbeitet. Dafür arbeitet APROLMA mit der Genossenschaft RAOS zusammen, die ebenfalls GEPA-Partner ist.
Mann schüttet Kaffeekirschen in Trichter, der in den Boden eingelassen ist.
Sobald die Säcke mit den Kaffeekirschen von APROLMA bei RAOS ankommen, werden die Kaffeekirschen zunächst gewogen und aus den Säcken...
Näherer Blick auf den Trichter und wie die Kaffeekirschen hineinkullern.
...in einen riesigern Trichter geschüttet.
Nahaufnahme einer ausgequetschten Kaffeekirsche mit den Bohnen daneben.
In der Kaffeekirsche sitzen die Kaffeebohnen. Durch das sogenannte Entpulpen werden die Bohnen vom Fruchtfleisch, der sog. Pulpe, sowie der Schale der Kirsche getrennt. Man spricht hier von „Nassaufbereitung“.
Blick auf den Entpulper, die Maschine ist ca. 2 Köpfe höher als ein Mensch.
Die Kaffeebohnen sind nach dem Entpulpen noch glitschig: An der Bohne befinden sich jetzt nur noch eine Schleimschicht und eine Pergamenthülle sowie Reste des Fruchtfleisches.
Ein Mann sticht mit einem Spaten in den Haufen von Pulpe.
Die Schalen der Kaffeekirschen werden keinesfalls weggeworfen, sondern als wertvoller Dünger wiederverwendet.
Zwei Männer schieben Kaffeebohnen mit Holzschiebern auf einer großen Fläche.
Nach dem Entpulpen befinden sich immer noch Reste von Fruchtfleisch an den Kaffeebohnen. Um diese zu entfernen, werden die Kaffeebohnen fermentiert. Dazu liegen sie für 12 bis 16 Stunden in einem Wasserbad. So wird der Fermentierungsprozess aktiviert und die in den Kaffeebohnen enthaltenen Gerbstoffe abgebaut. Die Fermentation ist für den Fair Trade-Kaffee besonders wichtig, da sich hierbei Aromastoffe bilden, die die Qualität und die Geschmackseigenschaften beeinflussen. Nach der Fermentation werden die Bohnen nochmals gewaschen, damit eventuelle noch vorhandene Fruchtfleischreste abgespült werden können. Anschließend werden die Bohnen mehrere Tage lang an der Sonne getrocknet - hier im Bild zu sehen.
Nahaufnahme von getrocknetem Rohkaffee in zwei Händen gehalten.
Richtig getrocknet sind die Bohnen erst, wenn sie nicht mehr aneinanderkleben: Den vollständig getrockneten Rohkaffee nennt man „Pergamino“. Beim Pergamino ist die Kaffeebohne noch umhüllt von einem Silberhäutchen und einer harten gelben Schale.
Blick auf die aus der Sortieranlage fallenden Kaffeebohnen, sie sind beigefarben.
Beides wird im letzten Verarbeitungsschritt des Rohkaffees, dem Schälen, entfernt. In der Aufbereitungsanlage wird der Pergamino zunächst maschinell gereinigt: Dabei werden kleine Steinchen oder Ästchen entfernt. Beim Anschließenden Schälen wird die Pergamino-Schale maschinell von der Kaffeebohne entfernt. Diese Schale kann man übrigens auch als Brennmaterial verwenden. Anschließend werden die Kaffeebohnen nochmals gereinigt und letzte Fremdkörper entfernt. Ebenso maschinell werden die Bohnen jetzt nach Gewicht und Größe sortiert.
Hände greifen nach Kaffeebohnen auf einem Fließband.
Im letzten Verarbeitungsschritt bis zum Rohkaffee werden fehlerhafte Bohnen von Hand sorgfältig ausgelesen
Bild von Rohkaffee, von zwei Händen gehalten.
Für das professionelle Qualitätsmanagement ist dies ein wichtiger Schritt, denn hier erfolgt die letzte Auslese, bevor der Rohkaffee in Säcke abgefüllt wird.
Frau in blauem Aprolmashirt steht neben Pickup, mit der Hand an einem Kaffeesäcke auf der Ladefläche.
In Marcala wird der Rohkaffee in Säcken vom Lager zur Rösterei transportiert. Die Frauen von APROLMA haben dafür einen kleinen Geländewagen angemietet und erledigen den Transport selbst. Hier beginnt jetzt das Rösten, die Qualitätskontrolle und das Verpacken.
Zwei Frauen mit Haarnetz und Mundschutz bei der Arbeit am Röster.
Der Rohkaffee wird in einer kleinen Rösterei in Marcala geröstet, die APROLMA von einem Verein bei Bedarf mietet. Auch dieser Kaffee ist – wie alle GEPA-Kaffees – langzeitgeröstet. Dabei wird der Kaffee 15 bis 20 Minuten schonend geröstet, sodass sich die Aromen voll entfalten können. Bei dieser klassischen Methode wird die Trommel von außen erhitzt und die Bohnen werden unter ständiger Bewegung schonend geröstet. Die frisch ausgebildeten Röstmeisterinnen von APROLMA begleiten den Röstvorgang und kontrollieren die Qualität.
Blick auf Röstmaschine, Metallarme rühren die Bohnen um.
Nach dem Rösten müssen die Bohnen abkühlen. Dafür wird Luft zugeführt und die Bohnen ständig bewegt. So wird das Aroma besonders geschont und die Bohnen können langsam abkühlen.
Zwei Frauen und ein Mann sitzen vor mehreren Kaffeetassen und tauchen Löffel hinein.
Jetzt geht’s ans Verkosten im Kaffeelabor der Rösterei: Auch hier erhalten die Frauen von APROLMA professionelle Unterstützung. Zum einen von einem Kaffeeverkoster und Röstmeister zum anderen von einem GEPA-Berater, der selbst Kaffee anbaut, verarbeitet und veredelt und Mitglied beim GEPA-Kaffeepartner RAOS ist.
Gruppenfoto mit insg. 4 Personen, APROLMA- und RAOS-Mitglieder in der Rösterei.
So lernen die Frauen Schritt für Schritt den gesamten Veredelungsprozess und werden selbst zu Kaffee-Expertinnen. Dieses Wissen können sie dann später den anderen Mitgliedern der Kooperative vermitteln.
Frau mit Haarnet, Mundschutz und Handschuhen stellt oben offene Kaffeetüte auf eine Waage.
Auch das Verpacken des Kaffees nehmen die Frauen selbst in die Hand: Jede einzelne Kaffeetüte wird von den Frauen zunächst befüllt und abgewogen.
Nahaufnahme: Zwei Hände halten den oberen Teil der Kaffeetüte in eine Maschine.
Anschließend schweißen sie die Kaffeetüten zu und…
Blick auf einen Stapel Etiketten mit GEPA-Logo und Schriftzug APROLMA.
Danach wird ein Etikett angebracht. Zum Schluss wird noch das Produktionsdatum aufgestempelt und die Tüten für den Export in Kartons verpackt.
Drei Päckchen APROLMA-Kaffee stehen auf einem Kaffeesack.
Und so sehen die komplett im Ursprungsland hergestellten Kaffees von APROLMA fertig verpackt aus.
Gladyx Hernandez mit blauem APROLMA-Shirt hält lächelnd ein Päckchen in die Kamera.
„Von der Kaffeekirsche bis zur Tasse: Beste Qualität – von Frauen produziert“, fasst APROLMA-Präsidentin Gladyx Hernández stolz zusammen.
Kaffee von oben mit Herzchen im Milchschaum
Für die Kaffeeproduzentinnen von APROLMA ist das Röstkaffeeprojekt mit der GEPA eine Herzensangelegenheit - und für dich Genuss pur!

Schokolade

Der Weg des Kakaos – von der Bohne bis zur Tafel fair: Wir können den Weg unseres Kakaos und weiterer Zutaten bis zum Ursprung zurückverfolgen. Wir verzichten auf den sogenannten “Mengenausgleich”, der nach Fair-Handelsstandards erlaubt wäre, und lassen stattdessen faire Rohwaren von anderen getrennt verarbeiten für unverwechselbaren Genuss. Bei uns gilt: Was draufsteht ist auch drin.

Unsere Kakao-Lieferkette in Bildern

Von der Ernte bis ins Regal. So sieht der Weg des Kakaos bei der GEPA aus – am Beispiel unseres Partners CECAQ-11 auf São Tomé:

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Mann hält eine gelbe Kakaoschote in Händen, die noch am Baum hängt. Er blickt in die Kamera.
Kakaofrüchte sind eine botanische Besonderheit: Da sie relativ groß und schwer sind, wachsen sie direkt am Stamm und nicht an den Asten. Die Äste könnten das Gewicht der Kakaofrüchte gar nicht tragen. Außerdem sind so die empfindlichen Blüten und Früchte besser vor Wind, Regen und anderen Umwelteinflüssen geschützt. Der Kakaobaum fühlt sich am wohlsten bei gleichmäßiger Wärme und konstanter Luftfeuchtigkeit – in einem typisch tropischen Klima. Der Kakaoanbau ist mühsam und die Kakaopflanzen brauchen intensive Pflege.
Kakaobauer in einem Wald mit langem Stab und einem Sack über der Schulter
Die Kakaobäuer*innen stehen am Anfang der Lieferkette: Sie bauen den Kakao an und ernten die Kakaofrüchte (Kakaoschoten) unter schwierigen Bedingungen und bei tropischer Hitze. Bei dieser harten Handarbeit wird jede einzelne Schote vom Baum abgetrennt. Bei der GEPA kennen wir unsere Handelspartner und wissen, woher der Kakao kommt. Diese direkte Handelspartnerschaft mit den Produzentenorganisationen zeichnet den Fairen Handel der GEPA u.a. aus. 
Junger Mann im Freien leert eine Kakaoschote in einen Eimer. Vor ihm auf der Erde liegen weitere bunte Schoten.
Anschließend werden die Kakaoschoten gesammelt und aufgehäuft, damit sie möglichst schnell weiterverarbeitet werden können.
Nahaufnahme einer rötlichen Kakaoschote, die von einer Machete aufgeschlagen wird
Mit einem gezielten Hieb wird jede Kakaofrucht von Hand aufgeschlagen​ – das erfordert viel Geschick und Kraft​. Bei den Genossenschaften, die mit der GEPA zusammenarbeiten, wird diese Arbeit von Erwachsenen verrichtet – auch bei CECAQ-11 ist das der Fall. Leider werden auf vielen Kakaoplantagen, vor allem in Westafrika, Kinder auf Kakaoplantagen ausgebeutet. Schätzungsweise 1,5 Mio Kinder arbeiten unter unmenschlichen Bedingungen auf Kakaofeldern. Zahlreiche dieser Kinder sind sogar versklavt.
Nahaufnahme einer geöffneten Kakaoschote. Das weiße Furchtfleisch tritt heraus.
Im Inneren der Kakaofrucht befinden sich die Kakaosamen. Sie sind weißlich -violett und sehen ein bisschen aus wie Mandeln. Sie sind umgeben von süß-feuchtem Fruchtfleisch, der Pulpa. Das Fruchtfleisch samt Kakaobohnen wird entnommen.
Frisch geerntete Kakaobohnen liegen zum Fermentieren zwischen Bananenblättern.
Während des Fermentierens ruhen die Kakaobohnen ungefähr sieben Tage beispielsweise unter Bananenblättern. Die Temperaturen während dieses Prozesses können bis zu 50 Grad erreichen. Dadurch wird das Fruchtfleisch flüssig und fließt ab. Der ursprünglich bitter-herbe Geschmack schwächt sich deutlich ab; gleichzeitig verändert sich die Farbe der weißlich-gelben Kakaobohne zu einem kräftigen Schokoladenbraun.
Mann trägt frische Kakaobohnen auf einer Schaufel und lächelt in die Kamera.
Es ist wichtig, die Kakaobohnen während der Fermentation regelmäßig umzuschichten, um ein möglichst gleichmäßiges Ergebnis zu erzielen. Während der Fermentation werden die Aromastoffe bzw. deren Vorstufen gebildet, aus denen sich beim späteren Trocknen und Rösten das eigentliche Kakaoaroma entwickelt.
Riesiger Trockentisch mit Kakaobohnen darauf. Der Tisch steht unter einem Gerüst aus Holz, das mit einer Plane überdacht ist.
Die Kakaobohnen werden für sechs bis zehn Tage getrocknet. Das geschieht teilweise unter freiem Himmel direkt an der Sonne. Am besten werden die Kakaobohnen aber in einer Trocknungshalle oder zumindest überdacht getrocknet, so wie bei unserem Kakao-Partner CECAQ-11 auf São Tomé. Durch das Trocknen entwickeln sich das Aroma und die Bräunung der Kakaobohnen weiter. Bei Bedarf werden die Bohnen vor dem Export im Aufbereitungslager nochmal nachgetrocknet, damit sie in bester Qualität verschifft werden können.
Mann sitzt an einem Tisch und schreibt etwas auf einen Notizblock. Daneben liegt sein Smartphone, auf dem gerade eine Taschenrechner-App geöffnet ist.
Nach der Trocknung werden die Kakaobohnen ins Lager der Genossenschaft transportiert – übrigens auch eine Leistung der Genossenschaft und im Fairen Handel üblich. So sind die Kakaobäuer*innen unabhängig von ausbeuterischen Zwischenhändlern. Jede Charge wird genau kontrolliert und falls nötig nachgetrocknet.

Im Fairen Handel gibt es Mindestpreisregelungen und zusätzliche Prämien. Damit können die Kakaobäuer*innen besser planen und auch in die Bildung ihrer Kinder investieren.
Drei Frauen stehen um einen Tisch, auf dem Kakaobohnen aufgehäuft sind. Sie sortieren die Bohnen in Körbe.
Im Lager der Genossenschaft von CECAQ-11 unterliegen die Kakaobohnen erneut strengen Qualitätskontrollen. Diese Arbeit wird häufig von Frauen ausgeführt – eine wichtige Einkommensmöglichkeit. Um eine gleichbleibende Spitzenqualität des GEPA-Kakaos aufrechtzuerhalten, prüfen die Frauen, wie die erste Auslese bei den Bauern war. Sie kontrollieren, ob die Fermentation gut und die Trocknung ausreichend war.

Auch der Feuchtigkeitsgehalt des Kakaos wird gemessen. Wenn der Kakao noch zu viel Restfeuchte enthält, wird er nachgetrocknet. Schließlich soll nur qualitativ einwandfreier Kakao exportiert werden. Die Frauen arbeiten akribisch und sorgen dafür, dass nur die besten Bohnen „in den Sack“ kommen.
Mädchen hat ein Heft vor sich auf dem Tisch liegen und lächelt in die Kamera.
Bildung statt Schuften: Mit der Zahlung fairer Preise trägt die GEPA dazu bei, dass Kinder zur Schule gehen können. Damit leistet der Faire Handel einen wichtigen Beitrag zur Verhinderung ausbeuterischer Kinderarbeit. Auf dem Foto zu sehen ist Lucinda Duarte, Tochter einer Kakaobäuerin bei CECAQ-11: „Kakao verbessert das Leben meiner Eltern und hilft mir, zur Schule zu gehen.“
Ein Mann steht vor einem Haufen Säcke und hält Kakaobohnen in den Händen
Jetzt ist der Rohkakao exportfertig, wird in Säcke abgefüllt und wartet auf den Transport zum Hafen. Wie beim Kaffee werden auch hier Vorverschiffungsmuster an die GEPA verschickt, bevor die gesamte Lieferung aufs Schiff geht.
Containerschiff auf dem Meer
Mit dem Containerschiff wird der Rohkakao nach Deutschland transportiert. Der GEPA-Kakao kommt in Bremerhaven an. Von dort geht’s weiter in ein Zwischenlager und schließlich zum Schokoladenverarbeiter.
Hände in weißen Handschuhen halten zwei unverpackte Tafeln GEPA-Schokolade mit der Silhouette des afrikanischen Kontinents.
Bis die GEPA-Schokoladen in diesem „fertigen“ Zustand sind, durchlaufen die Kakaobohnen noch zahlreiche Qualitätsüberprüfungen und Verarbeitungsschritte.
Eine Hand hält drei Schokoladentafeln der GEPA. Im Hintergrund sind Regale mit weiteren GEPA-Schokoladen zu erkennen.
Die beste Wahl im Regal: Die GEPA-Schokoladen sind fair gehandelt und es gibt sie mittlerweile alle in Bio-Qualität. So überzeugen unsere Schokoladenprodukte im Geschmack und gleichzeitig machen sie die Welt ein Stück gerechter.

Vom Kakaoanbau bis zur Kakaobutter bei El Ceibo

Die GEPA bezieht Kakao ausschließlich von Kleinbauern-Organisationen. Sie bauen ihn nachhaltig und nach ökologischen Standards in Mischkulturen, sogenannten „Agroforstsystemen“, an. Was das genau bedeutet, zeigen die Mitglieder des GEPA-Partners El Ceibo aus Bolivien. Von El Ceibo kauft die GEPA nicht nur Rohkakao, sondern auch Kakaobutter. „Das bringt zusätzlich mehr Wertschöpfung und unseren Mitgliedsfamilien und dem Land Mehreinnahmen“, sagt El Ceibo-Geschäftsführer David Cahuana.

Von der Bohne bis zur Tafel fair

Erlebe gemeinsam mit unseren Handelspartnerinnen den transparenten Weg der GEPA-Schokolade. Im Film kannst du nachzuvollziehen, was mit ihrem bei COOPROAGRO in der Dominikanischen Republik angebauten Kakao in der Produktion passiert und wie er bei unserem Verarbeiter Weinrich in Herford zu verkaufsfertigen Schokoladentafeln oder Riegeln wird. Der Film ist im Rahmen der Handelspartner-Rundreise zur Fairen Woche 2024 entstanden, besucht haben uns Marisol Villar Batista (Kakaobäuerin und tätig im Sekretariat des Verwaltungsrats) und Rossy Then Tejada (Tochter eines Kakaobauern und als Betriebswirtin Mitarbeiterin beim Vorstand) von COOPROAGRO.

Aktueller Hinweis zur Lieferkette Trinkschokoladen

Aktuell können wir für Trinkschokoladen kein Fairtrade-Bio-Kakaopulver ohne Mengenausgleich in der erforderlichen Qualität beziehen. Deshalb nutzen wir bis September 2026 eine Fairtrade-Ausnahmeregelung, die Mengenausgleich erlaubt, um die Produktverfügbarkeit und die Unterstützung unserer Partnergenossenschaften sicherzustellen. Für Schokolade und Gebäck gilt diese Regel nicht; sobald wieder physisch rückverfolgbares Kakaopulver verfügbar ist, kehren wir zu unserem Standard „Ohne Mengenausgleich“ zurück.

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Gruppenbild von Frauen in APROLMA-Schürzen mit APROLMA-Kaffeepäckchen in den Händen

Mehr Wertschöpfung im Herkunftsland

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Über 30 Lebensmittel- sowie all unsere Handwerksprodukte werden komplett im Ursprungsland hergestellt und verpackt. Das bedeutet für unsere Handelspartner mehr Einkommen und bessere Perspektiven.