Deutscher Nachhaltigkeitspreis: GEPA und Tea Promoters India nominiert für „Globale Partnerschaft“

23.10.2019 – Unter den Top 3 für Kooperation mit „Modell-Charakter“


Wuppertal. Preiswürdig: Beim diesjährigen Wettbewerb zum „Deutschen Nachhaltigkeitspreis“ ist „GEPA – The Fair Trade Company“ gemeinsam mit ihrem Partner „Tea Promoters India“ (TPI) aus Darjeeling für die Kategorie „Globale Unternehmenspartnerschaften“ nominiert worden. Mit TPI kooperiert die GEPA seit dreißig Jahren. „In dieser Zeit haben beide Unternehmen gemeinsam Pionierarbeit in den Bereichen Fair Trade und Bio-Anbau von Darjeeling geleistet“, so das Urteil der Jury. „Die Zusammenarbeit hat Modell-Charakter und trägt maßgeblich mit dazu bei, den Fairen Handel aus der Nische weiter zu etablieren. Bio-Anbau macht mittlerweile 56 Prozent des Tee-Anbaus in ganz Darjeeling aus.“ Mit Unterstützung des Anbauverbands Naturland hatten die GEPA und TPI die Plantage Samabeong als einen der ersten bio-zertifizierten Teegärten in Darjeeling aufgebaut.

In Zusammenarbeit mit dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) zeichnet der Deutsche Nachhaltigkeitspreis 2019 zum zweiten Mal deutsche Unternehmen mit ihren Partnerunternehmen im Globalen Süden aus, die sich durch ihre Kooperation besonders vorbildlich für die Agenda 2030 einsetzen. Alle Bewerber unterzogen sich einem mehrstufigen Auswertungsprozess (Fragebogen, Telefoninterview), in dem sie über ihr Engagement für die 17 UN-Nachhaltigkeitsziele Auskunft gaben. Wer von den drei nominierten Unternehmenspartnerschaften den Preis empfängt, wird am 22. November 2019 beim „Deutschen Nachhaltigkeitstag“ in Düsseldorf entschieden. Die Auszeichnung „Top 3“ ist der GEPA bereits jetzt sicher. (www.nachhaltigkeitspreis.de)

Vorreiter auch bei Mitbestimmung und Frauenförderung

In Sachen Mitbestimmung ist TPl Pionier. Teearbeiter und Pflückerinnen waren von Anfang an im gemeinsamen Komitee mit dem Management vertreten und haben über die Sozialmaßnahmen mit entschieden. Der erste Manager des Teegartens Samabeong war ein Gewerkschafter und hat das Mitbestimmungsmodell aufgebaut. Frauen werden besonders gefördert, was in Darjeeling eine absolute Seltenheit ist. So führt erstmalige eine Frau als Managerin einen Teegarten in Indien.

Kuhprojekt für zusätzliches Einkommen

Gemeinsam haben die GEPA und TPI vor 25 Jahren ein Kuhprojekt initiiert: Jede Mitarbeiterfamilie erhält eine Kuh und profitiert so von der Milchversorgung. Außerdem kann die Familie den Dung für den eigenen Gemüsegarten nutzen oder den Dünger als zusätzliche Einkommensquelle an TPI verkaufen. Die staatlich festgelegten Löhne zahlt TPI den Pflückerinnen nicht nur während der Erntezeit, sondern das ganze Jahr hindurch ¬– keine Selbstverständlichkeit in Darjeeling, wie die Studie „Edle Tees und Hungerlöhne“ der Rosa-Luxemburg-Stiftung kürzlich feststellte. Außerdem zahlt TPI in einen Rentenfonds ein.

Perspektiven durch Bildung und Ökotourismus

Gemeinsam mit der GEPA hat TPI 1993 in Samabeong eine Grund- und Sekundarschule aufgebaut, die seit 2015 in staatlicher Hand ist. TPI vergibt auch Stipendien für Hochbegabte. Seit Gründung der Schule ist die Alphabetisierungsrate in der Region stark gestiegen. Darüber hinaus bietet TPI Schulungen zum Bio-Anbau sowie Workshops zu Hygiene und Gesundheitsfürsorge.
Durch ein neues Gästehaus konnte TPI Ökotourismus fördern, neue Jobperspektiven schaffen und Landflucht vorbeugen. Die Erlöse fließen in Solarbeleuchtung, Haus- und Straßenbau.

Wegweisend für die ganze Region und Tee-Anbau allgemein

Gautam Mohan, TPI-Geschäftsführer: „Die Auswirkungen, die der Teegarten auf die Menschen hier und die ganze Region hat, sind enorm – und das ist die wahre Erfolgsgeschichte des Fairen Handels zwischen der GEPA und TPI. In all diesen Jahren konnten wir immer mehr Menschen in der abgelegenen Gegend um den Himalaya erreichen und Zugang zum Markt ermöglichen. Das Erste, was sie aufbauen wollten, war eine Schule – inzwischen gibt es Schüler/-innen aus Samabeong, die sich einen Doktortitel erarbeitet haben." GEPA-Geschäftsführer Marke und Vertrieb, Peter Schaumberger, ergänzt: „Pionier zu sein bedeutet für uns, als Vorreiter immer wieder mit dem besten Beispiel nach vorne zu gehen. Dieser Wille zur Gerechtigkeit verbindet uns eng mit der Familie Mohan.“ Er betont: „Von Teepflückerinnen im Süden über Abfüllung hierzulande in einer Werkstatt für behinderte Menschen bis zu engagierten Verbraucherinnen und Verbrauchern – über Fairen Handel von Partnern auf Augenhöhe werden sie Teil einer weltweiten transparenten Wertschöpfungskette.“


Als Fair Trade-Pionier steht die GEPA seit über 40 Jahren für Transparenz und Glaubwürdigkeit ihrer Arbeit. Wir handeln als größte europäische Fair Handelsorganisation mit Genossenschaften und sozial engagierten Privatbetrieben aus Lateinamerika, Afrika, Asien und Europa. Durch faire Preise und langfristige Handelsbeziehungen haben die Partner mehr Planungssicherheit. Hinter der GEPA stehen MISEREOR, Brot für die Welt, die Arbeitsgemeinschaft der Evangelischen Jugend in Deutschland (aej), der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) und das Kindermissionswerk „Die Sternsinger“. Für ihre Verdienste um den Fairen Handel und die Nachhaltigkeit ist die GEPA vielfach ausgezeichnet worden, u. a. beim Deutschen Nachhaltigkeitspreis 2014 als „Deutschlands nachhaltigste Marke“; gleichzeitig wurde sie dabei unter die Top 3 der nachhaltigsten Kleinunternehmen (bis 499 Mitarbeiter) gewählt. Außerdem hat sich die GEPA nach dem neuen Garantiesystem der WFTO prüfen lassen. 

Näheres zu Preisen und Auszeichnungen sowie zur GEPA allgemein unter www.gepa.de 

Mitgliedschaften:

  • World Fair Trade Organization (WFTO) 
  • European Fair Trade Association (EFTA) 
  • Forum Fairer Handel (FFH)
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