Der GEPA-Handelspartnerfonds

Wir unterstützen unsere Partner
über Fairen Handel hinaus

Die GEPA hat für ihre Handelspartner seit 2017 einen Fonds eingerichtet. Damit können wir Kleinprojekte vor Ort fördern, um unsere Partner zusätzlich finanziell zu unterstützen.

Ziel ist, die Qualität in der Produktion und der Produkte– aber auch der internen Organisationsstruktur zu verbessern. Klimaschutz-, Menschenrechts- und Bio-Umstellungsprojekte stehen im Fokus.

Die Abteilungen „Grundsatz und Politik“ sowie „Einkauf und Qualitätssicherung“ verwalten den Fonds und begleiten die einzelnen Projekte. Voraussetzung für diesen Fonds ist eine nachhaltig positive wirtschaftliche Leistungsfähigkeit der GEPA.

Handelspartnerfonds 2020 gezielt für Corona-Initiativen

In diesem Jahr hat die GEPA den Fonds umgewidmet und setzt ihn gezielt für die Unterstützung ihrer Partner in der Corona-Krise ein. Wie sie das Geld konkret verwenden, lesen Sie hier.

Unbürokratisch und unkompliziert

Als Höchstsumme für einen Projektantrag sind 5.000 Euro festgelegt, sodass pro Jahr möglichst viele Handelspartner von dem Fonds profitieren können. Die Vergabe ist bewusst unbürokratisch und die Anträge entsprechend unkompliziert. 

Folgende Maßnahmen und Aktivitäten können über den GEPA-Handelspartnerfonds gefördert werden: 

  • Beratung und Schulung der Produzenten-Organisationen zur Produktentwicklung und Qualitätssicherung
  • Umstellung auf ökologischen Anbau
  • Maßnahmen im Bereich Organisationsentwicklung
  • Verbesserungen der Produktionsabläufe bzw. Arbeitsbedingungen in den Produktionsstätten
  • Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel

Kleinröstereien treffen Kaffee-Genossenschaften

Microlots aus Lateinamerika

Welche Qualitäten sind für den deutschen Rohkaffeemarkt interessant? Zu diesem Thema brachte die GEPA im Juli 2019 fünf deutsche Kleinröstereien mit Qualitätsmanagern der Kooperativen RAOS aus Honduras, FEDCAFE aus Mexiko, Norandino und CAC ACPC Pichanaki aus Peru zusammen. In Deutschland gibt es immer mehr kleine Röstereien – damit steigt die Nachfrage nach Spezialitätenkaffees. Hier spielen sogenannte „Microlots“ eine besondere Rolle: Spitzenkaffees, von denen nur eine sehr geringe Menge erhältlich ist und die oft von einem einzigen Kleinproduzenten stammen. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer verkosteten gemeinsam die Microlots der Produzentinnen und Produzenten, tauschten sich beim Coffee Talk weiter aus und konnten auf diese Weise viele neue Eindrücke gewinnen.

Mehr über den Austausch im Rahmen der Handelspartnerwoche
lesen Sie hier

Beratung zu Röstkaffee bei APROLMA und FEDECOCAGUA

Kaffee, komplett aus dem Ursprungsland

Mit Fair Trade-Kaffees, die komplett im Ursprungsland hergestellt, geröstet und verpackt werden, greift die GEPA ihr ureigenes Thema Wertschöpfung in den Ursprungsländern zu steigern, neu auf. Aus dem Handelspartnerfonds bekamen unsere beiden Partner FEDECOCAGUA und APROLMA in Guatemala und Honduras Unterstützung und konnten jeweils einen Berater finanzieren.

Von der Mitarbeit bei Röstprofilen über Vorschläge für Verpackungsmaterial, Tipps zur Kalkulation bis hin zur Beratung bei Arbeitsabläufen gingen die Leistungen. FEDECOCAGUA und APROLMA sind sehr unterschiedliche Organisationen und so war die Beratung zugeschnitten auf die jeweilige Situation vor Ort. „Die Berater haben uns bei der Umsetzung des Kaffees aus dem Ursprung sehr geholfen. Ohne sie hätte es nicht so funktioniert“, so Kleber Cruz Garcia, Einkaufsmanager Kaffee abschließend. „Ich röste meinen Kaffee selbst, darauf bin ich stolz“, sagt Magali Aguilar, Kaffeebäuerin und Röstmeisterin bei APROLMA.

Was unsere Partner von APROLMA und FEDECOCAGUA an dem Projekt wichtig finden, erzählen sie Ihnen am besten selbst – in unserem Special:
#mehrWertFürAlle - Special zum Thema Wertschöpfung

Menschenrechtstraining bei PFTC, Philippinen

Wo der Einsatz für Menschenrechte lebensgefährlich ist

Panay Fair Trade Center (PFTC) ist seit 1994 GEPA-Partner für Bananenchips. Die Menschenrechtslage auf den Philippinen hat sich unter Präsident Rodrigo Duterte stark verschlechtert. Sich für die Rechte von Kleinbauern und die Einhaltung von Menschenrechten zu engagieren oder nur laut auszusprechen, was man von der Politik des Präsidenten hält, ist sehr gefährlich geworden.

Vier PFTC-Mitglieder wurden selbst Opfer von massiven Menschenrechtsverletzungen. 2018 wurden sieben Menschen im Umfeld ermordet, darunter der Mann der langjährigen Vorsitzenden Ruth Fe Salditos. Weitere Hintergründe lesen Sie in unserem Aufruf zum Tag der Menschenrechte 2018

PFTC hat, gefördert durch den GEPA-Handelspartnerfonds, drei Menschenrechtstrainings für Multiplikatoren durchgeführt. Sie können das Wissen wiederum in ihren Regionen weitergeben. „Es ist eine unglaubliche Erfahrung für uns alle, wie positiv die Teilnehmer/-innen darauf reagieren. Und wie sie die Auswirkungen dieser Schulungen wertschätzen, die sie auf ihre Organisationen und Gemeinden haben wird“, sagt Ruth Fe Salditos, frühere Vorstandvorsitzende von PFTC.

Austausch unter Kaffee-Experten bei der GEPA

Eine gemeinsame Sprache für Kaffee

Wir haben die Qualitätsverantwortlichen unserer Kaffeepartner aus Peru, Honduras und Mexiko zu uns nach Wuppertal eingeladen. Hier trafen sie sich mit den GEPA-Verantwortlichen aus Einkauf und Qualitätssicherung, Grundsatz und Außer-Haus-Service zu gemeinsamen Workshops, Vorträgen und Kaffeeverkostungen: „Ich bin zum ersten Mal in Deutschland. Mir ist es wichtig, Kollegen aus anderen Ländern zu treffen und mich mit ihnen auszutauschen“, berichtete die Teilnehmerin Elisa Hinojosa Cerron von ACPC. „Ich bin das Auge und das Ohr der Produzenten und nehme diese Informationen zu Ihnen mit nach Hause. wir verstehen jetzt noch besser, was die GEPA unter Kaffee-Qualität versteht“, sagte Joel Bartolón von FEDCAFE.

Holzexperte berät TARA Projects, Indien

„Wertvolle Unterstützung für die Produzenten“

Von TARA Projects bezieht die GEPA Wohnaccessoires, wie handgemachte Kerzenleuchter aus Holz. Um die Qualität ihrer Holzprodukte weiter zu verbessern, suchte TARA Projects jemanden mit entsprechendem Fachwissen. GEPA-Einkaufsmanager Rolf Bittner vermittelte den Kontakt zum Senior Experten Service in Bonn. Über den GEPA-Handelspartnerfonds wurden Übernachtungs- und Reisekosten des Beraters Swapan Chowdhury vor Ort finanziert. Er machte sich ein Bild von den verschiedenen Produktionsstandorten und gab u. A. Empfehlungen zu bestimmten Maschinen, Geräten und Holzarten und wie Holzabfälle besser vermieden werden können. 

„Wir sind dankbar für die wertvolle Unterstützung. Es war das erste Training für die Holzproduzenten und gleichzeitig eine sehr gute Lernerfahrung für die Handwerker und das gesamte Team. Es hat uns verdeutlicht, dass die Produktionsmethode mit einigen wenigen Anstrengungen und einer besseren Planung verbessert werden kann. So können wir eine bessere Qualität unserer Handwerksprodukte erreichen“, heißt es im Bericht von TARA Projects.

Stand: 06/2019

internationaler Austausch

Kaffee-Experten
bei der GEPA

Qualitätsverantwortliche aus Mittel- und Südamerika sowie Europa kamen zusammen, um voneinander zu lernen.

Foto: GEPA - The Fair Trade Company