Wertschöpfung: Fair ist schon immer „mehr“

Foto: GEPA - The Fair Trade Company/A. Welsing

47 GEPA-Produkte
komplett im Ursprung hergestellt

Fair war immer schon „mehr“! Und ist es noch heute: Der Faire Handel der GEPA ist vor über 40 Jahren für bessere Wettbewerbschancen von Produzentengruppen angetreten, die auf dem Weltmarkt benachteiligt sind. Ziel war und ist, ihnen zu ermöglichen, „unter menschenwürdigen Bedingungen am nationalen und internationalen Marktgeschehen teilzunehmen und für sich aus eigener Kraft einen angemessenen Lebensunterhalt sicherzustellen.“ (GEPA-Gesellschaftsvertrag)

Die ungleichen Handelsbedingungen zwischen Industrieländern und Ländern im Süden mit einseitigem Rohstoffbezug zu niedrigen Preisen wurden schon im Kriterienkatalog der GEPA von 1977 erläutert. Und genau darum ist im Kern der Faire Handel entstanden: Die Fair Handelsbewegung und die Gründer der GEPA kämpften für mehr Einkommen vor Ort und gerechtere Handelsbedingungen.

Den Bio-Reis „Hom Mali geschliffen” kaufen wir vollständig verarbeitet und verpackt von der Kooperative Green Net, den Bio-Pionieren aus Thailand. Foto: GEPA - The Fair Trade Company/A. Welsing
Den Bio-Reis „Hom Mali geschliffen” kaufen wir vollständig verarbeitet und verpackt von der Kooperative Green Net, den Bio-Pionieren aus Thailand. Foto: GEPA - The Fair Trade Company/A. Welsing

Fairer Handel veränderte die Welt 

Die Welt verändern mit dem ersten fairen Lebensmittel: Das wollten vor 45 Jahren auch die Initiatoren des Fairen Handels – die kirchliche Jugendbewegung – mit dem „Indio-Kaffee“ aus Guatemala. Ganz zentral war hier auch der Ausschluss von ausbeuterischem Zwischenhandel, der „Wert“ abschöpft. Eine Vorgabe, die sich zum Grundprinzip des Fairen Handels entwickelte: der „direkte“ Handel. Durch den direkten Rohkaffee-Bezug von Kleinbauerngenossenschaften wurden deren Marktmacht gestärkt und bessere Preise für die Mitglieder erzielt. Bis heute haben sich hunderttausende oft ehrenamtlich engagierte Menschen in Weltläden, Aktionsgruppen und anderen Initiativen für diesen Fairen Handel eingesetzt. 

Das langjährige Pionier-Thema des Fairen Handels, die Wertschöpfung in globalen Lieferketten in den Ursprungsländern zu steigern, ist heute aktueller denn je. Dieses Ziel ist auch in den Grundkriterien der GEPA festgeschrieben, ebenso wie die Bevorzugung von Produkten, deren Verarbeitung und Verpackung möglichst im Herkunftsland erfolgen sollen. 

Komplett verarbeitet und verpackt kaufen wir die Saucen, Chutneys und Konfitüren von Eswatini Kitchen aus Swasiland.  Foto: GEPA - The Fair Trade Company/Bernhard Reddig
Komplett verarbeitet und verpackt kaufen wir die Saucen, Chutneys und Konfitüren von Eswatini Kitchen aus Swasiland. Foto: GEPA - The Fair Trade Company/Bernhard Reddig

Wir sind Pionier bei Herstellung und Verpackung im Süden

Über 40 Jahre erster fairer GEPA-Tee verpackt vor Ort: Die ersten Fair Trade-Tees auf dem deutschen Markt, die im Ursprungsland verpackt wurden, waren 1975 als Aktionsprodukte unser „Simba-Tee“ aus Tansania und unser„Singa-Tee“ aus Sri Lanka. 

1996 kam der erste im Ursprung geröstete und verpackte GEPA-Kaffee, der „Café Autentico“ aus Costa Rica hinzu – der „Vater“ aller im Ursprung gerösteten Kaffees. Da aber damals die Röstung noch nicht optimal den Vorlieben in Deutschland entsprach, wurde dieser Kaffee später wieder aus dem Sortiment genommen.

Die losen Tees in handgeschöpften Verpackungen von unserem Partner TPI werden vollständig in Indien hergestellt. Foto: GEPA - The Fair Trade Company/A. Welsing
Die losen Tees in handgeschöpften Verpackungen von unserem Partner TPI werden vollständig in Indien hergestellt. Foto: GEPA - The Fair Trade Company/A. Welsing

Das haben wir noch vor…

Heute bieten wir eine Vielzahl von GEPA-Produkten, bei denen durch die Verarbeitung und Verpackung im Süden mehr Einkommen im Ursprungsland entsteht. Wann immer möglich, versuchen wir, solche Wege zu gehen. Insofern haben wir hier langjährige Pionierarbeit geleistet. Alle unsere Ansprüche abzuwägen – etwa an Produktqualität oder an umweltverträgliche Verpackungen – ist immer eine Herausforderung. Aber Herausforderungen sind unser Job im Fairen Handel: Wir sind auf dem Weg!

Um die verschiedenen Stufen der Wertschöpfung im Land und für unsere Partner weiterzuentwickeln, wollen wir hier unser Engagement im Herbst 2018 noch mehr verstärken: Seien Sie gespannt!

Mascobado-Vollrohrzucker von der Alter Trade Corporation auf den Philippinen beziehen wir bereits seit Jahrzehnten fertig verarbeitet und verpackt. Foto: GEPA - The Fair Trade Company/A. Welsing
Mascobado-Vollrohrzucker von der Alter Trade Corporation auf den Philippinen beziehen wir bereits seit Jahrzehnten fertig verarbeitet und verpackt. Foto: GEPA - The Fair Trade Company/A. Welsing

Welche Produkte werden komplett vor Ort produziert?

Derzeit sind es 47 Produkte: Lose Tees in handgeschöpften Verpackungen, getrocknete Mangos, Datteln, Mascobado-Vollrohrzucker, Reis, Wein, Marmeladen, Chutneys, Quinoa-Pops, Bananen-Chips oder Kokosmilch lassen wir zum Beispiel – teils schon jahrzehntelang – in den jeweiligen Ländern verarbeiten, abfüllen und verpacken. Das schafft dort zusätzliche Arbeitsplätze und mehr Geld bleibt im Land. 

Den Fair Trade-Wein unserer Partner bekommen wir bis auf wenige Ausnahmen fertig in der Flasche, zum Beispiel von La Riojana aus Argentinien. Foto: GEPA - The Fair Trade Company/C. Nusch
Den Fair Trade-Wein unserer Partner bekommen wir bis auf wenige Ausnahmen fertig in der Flasche, zum Beispiel von La Riojana aus Argentinien. Foto: GEPA - The Fair Trade Company/C. Nusch

Hier sehen Sie eine Auswahl an Fair Trade-Produkten, die wir vollständig aus dem Ursprungsland beziehen:

... und das sind nur Beispiele

Produkte mit teilweiser Verarbeitung vor Ort 

Nicht nur das komplett vor Ort hergestellten Produkt, sondern auch viele Varianten von Verarbeitungsstufen im Land bedeuten schon einen Gewinn an Wertschöpfung:

Foto: GEPA - The Fair Trade Company

Zum Beispiel der GEPA- Bio Kagera Instant-Kaffee

Dieser Kaffee hat schon seit mehr als 20 Jahren seinen Platz im GEPA-Sortiment. Er wird in Tansania in einer Anlage produziert, die mehrheitlich unserer Partnerkooperative KCU gehört. Er wird nicht nur vor Ort geröstet, sondern auch sprühgetrocknet, also direkt zu Instantkaffee verarbeitet, und später dann in Europa (Belgien) in Gläser abgefüllt. So war es auch der Wunsch des Partners.

Damit erreichen wir sogar eine höhere Weiterverarbeitungsstufe als bei einer alleinigen Röstung im Ursprung. Da wir uns hier mit dem Rohkaffee von KCU nicht auf eine Mischung, sondern auf eine Provenienz konzentrieren, ist es möglich, diese Schritte in Tansania durchzuführen. 

Zum Beispiel Halbfertigprodukte

Wir beziehen auch so genannte Halbfertigprodukte aus Ursprungsländern: Z.B. haben wir letztes Jahr 60 Prozent unserer Kakaobutter von der Kooperative El Ceibo in Bolivien erhalten.
Mehr über El Ceibo erfahren Sie hier.

Klicken Sie sich durch die Bildergalerie, um mehr über einige unserer Partner zu erfahren, die weitere Verarbeitungsstufen durchführen:

Unser beliebter Instant Kaffee „Bio Kagera Instant“ wird nicht nur vor Ort geröstet, sondern auch sprühgetrocknet. Damit erreichen wir sogar eine höhere Weiterverarbeitungsstufe als bei einer alleinigen Röstung im Ursprung. Der Instant-Kaffee kommt als Bulkware und wird dann in Europa (Belgien) in Gläser abgefüllt. Foto: GEPA - The Fair Trade Company/C. Nusch
Unser beliebter Instant Kaffee „Bio Kagera Instant“ wird nicht nur vor Ort geröstet, sondern auch sprühgetrocknet. Damit erreichen wir sogar eine höhere Weiterverarbeitungsstufe als bei einer alleinigen Röstung im Ursprung. Der Instant-Kaffee kommt als Bulkware und wird dann in Europa (Belgien) in Gläser abgefüllt. Foto: GEPA - The Fair Trade Company/C. Nusch
Wir beziehen auch so genannte Halbfertigprodukte aus Ursprungsländern: Z.B. haben wir letztes Jahr 60 Prozent unserer  Kakaobutter von der Kooperative El Ceibo in Bolivien erhalten. Foto: GEPA - The Fair Trade Company/C. Nusch
Wir beziehen auch so genannte Halbfertigprodukte aus Ursprungsländern: Z.B. haben wir letztes Jahr 60 Prozent unserer Kakaobutter von der Kooperative El Ceibo in Bolivien erhalten. Foto: GEPA - The Fair Trade Company/C. Nusch
Das Schälen der Cashewnüsse erfolgt bei der Frauenkooperative La Sureñita von Hand. Unsere „Cashewnüsse Natur“ werden beispielsweise in Europa nur noch gereinigt und abgefüllt. Foto: GEPA - The Fair Trade Company
Das Schälen der Cashewnüsse erfolgt bei der Frauenkooperative La Sureñita von Hand. Unsere „Cashewnüsse Natur“ werden beispielsweise in Europa nur noch gereinigt und abgefüllt. Foto: GEPA - The Fair Trade Company
Ähnlich sieht es bei unseren Honigen aus: Sie kommen in Fässern nach Europa, werden hier noch gereinigt und abgefüllt. Alle weiteren Verarbeitungsstufen bleiben im Ursprungsland. Foto: GEPA - The Fair Trade Company
Ähnlich sieht es bei unseren Honigen aus: Sie kommen in Fässern nach Europa, werden hier noch gereinigt und abgefüllt. Alle weiteren Verarbeitungsstufen bleiben im Ursprungsland. Foto: GEPA - The Fair Trade Company
Auch die Bio-Quinua unseres Partners ANAPQUI wird in Europa lediglich gereinigt und abgefüllt. Foto: GEPA - The Fair Trade Company/C. Nusch
Auch die Bio-Quinua unseres Partners ANAPQUI wird in Europa lediglich gereinigt und abgefüllt. Foto: GEPA - The Fair Trade Company/C. Nusch

 

Weitere Stufen sind das Schälen und Rösten der Haselnüsse bei IŞIK aus der Türkei, das Schälen der Cashew-Nüsse bei La Sureñita in Honduras, die Herstellung der Crispies für die Fairetta-Riegel von La Coronilla aus Bolivien oder die Marmelade für die Schoko-Lebkuchenherzen von Lao Farmers aus Laos. Dann gibt es auch noch viele Produkte mit hohem Wertschöpfungsanteil im Ursprung, da diese Produkte in Europa nur noch gereinigt, aber ohne weitere Verarbeitung abgefüllt werden: Honig, Rosinen, Cashewnüsse natur, Paranüsse, Quinoa, Reis oder der El Sur-Wein.

Produkte mit hohem Wertschöpfungsanteil im Ursprung

Stöbern Sie durch unsere Auswahl an GEPA-Produkten mit hohem Wertschöpfungsanteil im Ursprung:

Handwerk: Schon immer im Ursprung gefertigt

Auch Handwerksprodukte werden immer schon komplett in Afrika, Lateinamerika und Asien hergestellt. Handwerkerinnen und Handwerker flechten dort beispielsweise Körbe, weben Schals oder gießen Kerzen. Das wird bei der Diskussion um Wertschöpfung häufig ganz vergessen.

Unsere Handwerksprodukte sind alle zu 100 Prozent im Ursprungsland hergestellt – so auch die Hamamtücher und Kissenbezüge von CO-OPTEX aus Indien. Foto: GEPA - The Fair Trade Company/C. Nusch
Unsere Handwerksprodukte sind alle zu 100 Prozent im Ursprungsland hergestellt – so auch die Hamamtücher und Kissenbezüge von CO-OPTEX aus Indien. Foto: GEPA - The Fair Trade Company/C. Nusch


Entdecken Sie GEPA-Handwerksprodukte von Wohnaccessoires über Schals bis hin zu Teppichen und Seifen:

Zu Fairem Handel gehört noch mehr

Alleinige Verpackung oder Verarbeitung im Herkunftsland spiegelt für uns noch nicht die kompletten Leistungen des Fairen Handels. Dazu gehört noch mehr. Wertschöpfung heißt daher auch, dass wir unsere Partner wie Genossenschaften umfassend beraten: Kompetenz schafft Wert! Wie kann der Kaffee hier auf dem Markt qualitativ punkten? Wie lassen sich die Produkte oder die Rohware exportieren, wo können wir gemeinsam mehr Absatz schaffen? Auch dadurch entsteht ein Mehrwert für sie. So können unsere Partner anderen konventionellen Kunden gegenüber selbstbewusster auftreten und höhere Preise verlangen. 

Im Kaffeelabor unseres langjährigen Partners RAOS in Honduras (v. r.): GEPA-Einkaufsmanager Kleber Cruz-Garcia mit RAOS-Geschäftsführer Roberto Gonzales und RAOS-Kaffeeverkoster Elbin Ruiz. Foto: GEPA - The Fair Trade Company/A. Welsing
Im Kaffeelabor unseres langjährigen Partners RAOS in Honduras (v. r.): GEPA-Einkaufsmanager Kleber Cruz-Garcia mit RAOS-Geschäftsführer Roberto Gonzales und RAOS-Kaffeeverkoster Elbin Ruiz. Foto: GEPA - The Fair Trade Company/A. Welsing
Im Austausch: Franziska Bringe (rechts), GEPA-Einkaufsmanagerin Kaffee und Stanley Maniragaba, Betriebsleiter beim GEPA-Kaffeepartner ACPCU in Uganda im GEPA-Kaffeelabor. Foto: GEPA - The Fair Trade Company/A. Fischer
Im Austausch: Franziska Bringe (rechts), GEPA-Einkaufsmanagerin Kaffee und Stanley Maniragaba, Betriebsleiter beim GEPA-Kaffeepartner ACPCU in Uganda im GEPA-Kaffeelabor. Foto: GEPA - The Fair Trade Company/A. Fischer


Vermarktung in den Anbauländern

Durch den Fairen Handel ist es Handelspartnern auch möglich, neue Vermarktungswege im eigenen Land aufzubauen. Bei Konsum im Ursprungsland verbleibt logischerweise die Wertschöpfung zu 100 Prozent vor Ort. So hat unser Partner, die Kakaogenossenschaft El Ceibo in Bolivien eine eigene Schokoladenfabrik aufgebaut und vermarktet selbst Schokolade.

Auch viele Kaffeepartner machen es ähnlich: Die Genossenschaft San Fernando aus Mexiko vertreibt ihren Kaffee dort in zwei Qualitäten unter der Eigenmarke „BioCafé“ in eigenen Cafeterien und auch über Supermärkte.

Mehr Absatzchancen durch Kaffee-Mischungen

Bei vielen Produkten wie etwa bei Kaffee ist es uns auch wichtig, solche mit unterschiedlicher Herkunft der Rohwaren in Mischungen anzubieten. Das schafft größere Absatzmöglichkeiten für viele Partner in Lateinamerika, Afrika und Asien. Auch das hat mit Nachhaltigkeit und Fairness zu tun.

Und dafür steht der Faire Handel der GEPA seit 43 Jahren.

Stand: 05/2018

WEITERE INFORMATIONEN

Mehr Wertschöpfung für die Ursprungsländer - das steht auch in unseren
GEPA-Kriterien für Fairen Handel

Weitere Informationen zu den
GEPA-Handelspartnern finden Sie hier

Bio-Vollrohrzucker

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