Honig und Klimagerechtigkeit

Bienenstöcke an einem grünen Hang in Guatemala

Wie der Faire Handel der GEPA mit Bio-Honig dazu beiträgt, dass Handelspartner im Globalen Süden besser gegen die Klimakrise gewappnet sind.

Fair&bio von der Wabe bis ins Regal

Honig muss laut Gesetz ein weitgehend unverändertes Naturprodukt sein, hier siehst du, was Bienen und die Imkerei darüber hinaus leisten: 

  • Bienen sichern durch die Bestäubung die Fortpflanzung vieler Nahrungspflanzen wie Obst und Gemüse aber auch von z. B. Kaffeesträuchern.
  • Das trägt zur Einkommens- und Ernährungssicherheit der Imker*innen und ihrer Familien bei.
  • Imkerei ist eine ressourcenschonende Möglichkeit für zusätzliches Einkommen, z. B. auch für Produzent*innen mit wenig Land.
  • Bestäubung spielt eine zentrale Rolle für die Nahrungsmittelproduktion und den Erhalt der Artenvielfalt weltweit.
  • Imkern sensibilisiert wiederum Menschen für das Thema Artenvielfalt. So werden Naturräume erhalten. Das trägt vor Ort zu einem besseren Klima bei.
  • Schattenbewirtschaftung, wie beispielsweise bei unserem Honigpartner Tzeltal Tzotzil, dient zur Anpassung an den Klimawandel – hohe Bäume spenden dabei Schatten für andere (Nutz-)Pflanzen.
  • Alle GEPA-Honige sind biozertifiziert nach der EU-Öko-Verordnung. Bio-Landwirtschaft fördert die Artenvielfalt und schafft die Grundlage für vielfältige Lebensräume für Vögel, Insekten, Bodenlebewesen und Ackerwildkräuter.
  • Wie stark Klimaschutz und Artenvielfalt zusammenhängen, zeigt der gemeinsame Bericht des Weltklimarats (IPCC) und des Weltbiodiversitätsrats (IPBES) von 2021. 
Ein Imker in Schutzkleidung hält einen Rahmen mit Bienenwaben in seiner Hand. Darauf krabbeln viele Bienen.
Ein Imker der Genossenschaft Guaya'b in Guatemala.

So unterstützt die GEPA ihre Partner

Über den Fairen Handel unterstützen wir unsere Partner, mit den Folgen der Klimakrise umzugehen. Beispiele:

  • Über unseren Handelspartnerfonds fördern wir u. a. Maßnahmen zur Anpassung an die Klimakrise: z.B. durch die Umstellung auf Bio-Qualität wie 2021 beim Honig-Sortiment sowie Baumpflanzprojekte.
  • Übernahme von Zertifizierungskosten, teils über mehrere Jahre wie bei Guaya‘b
  • Abnahmegarantien für den Bio-Honig wie bei Copichajulense  
  • besondere Prämien für Honig in Bio-Umstellung  
  • Faire Preise und langfristige Handelsbeziehungen schaffen Planungssicherheit im Gegensatz zur Abhängigkeit von schwankenden Weltmarktpreisen und kurzlebigen Handelsbeziehungen. 

Als Partner der GEPA konnten wir die Wiederaufforstung mit bienenfreundlichen, blütenreichen und pollenproduzierenden Pflanzenarten fördern.

Lucas Silvestre García, Guaya'b

Kleinbäuer*innen und Imker*innen kämpfen mit den Folgen der Klimakrise

Die Klimakrise macht auch vor unseren Partnerorganisationen, etwa in Mittelamerika nicht halt. Sie trifft die am härtesten, die am wenigsten dazu beigetragen haben – Kleinbäuer*innen und Imker*innen haben mit den Folgen zu kämpfen: veränderte Regen- oder Trockenzeiten, die u.a. in Ernteverschiebungen, Ernterückgänge und damit weniger Einkommen resultieren.

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Nahaufnahmen von Bienenwaben, die teils geöffnet, teils geschlossen sind. Darüber krabbeln viele Bienen.
Die Klimakrise stört das Pflanzenwachstum, das wiederum sorgt für weniger Honig. Die GEPA unterstützt ihre Partner, z. B. durch ihren Handelspartnerfonds.
Imker in einer hügeligen Landschaft. Er nutzt einen Smoker, der die Bienen beruhigen soll
Imker von Guaya'b mit Smoker zur Beruhigung der Bienen

„Der Klimawandel hat globale Auswirkungen“, hat uns Lucas Silvestre Garcia, Geschäftsführer von GEPA-Honig-Partner Guaya’b 2021 zum Start unseres Honig-Schwerpunktes erklärt. „Das Wachstum der nektar- und pollenproduzierenden Pflanzen wird gestört und damit auch das Verhalten der Bienen. Früher begann die Honigernte im Dezember und endete in den ersten Tagen des Aprils. Heute beginnt die Ernte im Februar und endet im Juni. Aber das Besorgniserregendste ist der Rückgang des Produktionsvolumens. Die Bienenstöcke, die früher 50 Kilo Honig produzierten, liefern jetzt nur noch 15 Kilo Honig, ein Rückgang von 70 Prozent.“ 

Das Besorgniserregendste ist der Rückgang des Produktionsvolumens. Die Bienenstöcke, die früher 50 Kilo Honig produzierten, liefern jetzt nur noch 15 Kilo Honig, ein Rückgang von 70 Prozent.

Lucas Silvestre Garcia, Geschäftsführer Guaya’b

Wie Guaya'b der Klimakrise begegnet

Lucas Silvestre hob das Engagement von Guaya’b hervor: „Als Partner der GEPA konnten wir die Wiederaufforstung mit bienenfreundlichen, blütenreichen und pollenproduzierenden Pflanzenarten fördern. Leider tragen die großen Weltmächte nichts zur Kontrolle oder zur Reduzierung der Treibhausgase bei, also liegt es an uns als kleine Produzenten, diese aufwändige Arbeit zu leisten."

Im Jahr 2019 hat Guaya’b einige Maßnahmen zur Eindämmung der Klimakrise ergriffen. Zum Beispiel eine Baumschule mit 7.000 Pflanzen eingerichtet, hauptsächlich mit Belladonna (schwarze Tollkirsche), die sehr effizient in der Nektarproduktion ist. „Im Jahr 2020 haben wir dann etwa 5.000 Orangen-, Mandarinen-, Zitronen-, Mango-, Avocado-, und Pfirsichbäumchen verteilt. Das kann uns helfen, den Klimawandel ein wenig zu mildern. Wir hoffen, dass wir etwas tun können, damit wir auf globaler Ebene etwas bewirken".

Video: Der Klimawandel und seine unmittelbaren Folgen

Im Video spricht Ángel Burgos, Exportverantwortlicher bei Tzeltal Tzotzil, über die spürbaren Folgen der globalen Klimakrise:

Gewappnet in der Klimakrise: Die Genossenschaft Tzeltal Tzotzil

Auch die Kaffee- und Honig-Genossenschaft Tzeltal Tzotzil hat unter der Klimakrise zu leiden. Die Prinzipien des Fairen Handels unterstützen  die Produzent*innen dabei, sich  gegen die Auswirkungen der Klimakrise zu wappnen.

„Durch den Fairen Handel erhalten wir garantierte Mindestpreise, während der lokale Markt niedrige Preise auf Genossenschaftsebene bietet“, sagt Ángel Burgos, Berater von Tzeltal Tzotzil und unter anderem Ansprechpartner für die Exportlogistik. „Wir haben unseren Imkern bessere Preise gezahlt, und das hat dazu beigetragen, die Lebensbedingungen der Familien zu verbessern.“

Diversifizierung durch Produktion von Kaffee und Honig spielt dabei eine große Rolle. Aber es geht um noch viel mehr, um den Erhalt der Traditionen, des lokalen Wissens, der Artenvielfalt – kurz: um den Schutz von Kultur und Umwelt. Aus der Fairtrade-Prämie der GEPA wurden auch Bienenstöcke finanziert.

Wir haben unseren Imkern bessere Preise gezahlt als der lokale Markt, und das hat dazu beigetragen, die Lebensbedingungen der Familien zu verbessern.

Ángel Burgos, Berater von Tzeltal Tzotzil

Nahaufnahme von rosa Blüten in einem sonnendurchfluteten Wald
Bienen sichern durch die Bestäubung die Fortpflanzung vieler (Nahrungs-)Pflanzen.

Bienenhaltung schont Ressourcen

Für Bienenstöcke braucht man nur wenig Platz.  

So haben beispielsweise die Imker*innen unserer Handelspartner Guaya’b und Tzeltal Tzotzil ihre Bienenstöcke an Waldhängen aufgestellt, die sonst nicht bewirtschaftet werden können, da sie zu steil sind.  

Da Honig kaum weiterverarbeitet wird, fällt auch hier wenig Energieverbrauch an. So schleudern unsere Partner den Honig beispielsweise von Hand. Auch der Materialeinsatz für den Bau der Bienenstöcke und der Wasserverbrauch sind sehr gering im Verhältnis zur Haltung anderer Nutztiere.

Stand 07/2026

Das GEPA-Klimapuzzle

Klimagerechtigkeit

Die Klimakrise als Ganzes angehen – mit dem Klimapuzzle zeigen wir: Fairer Handel ist Teil der Lösung.