Am 09. Mai ist Weltladentag!

Die Weltläden richten unter dem Motto „Fair fruchtet!” zum Weltladentag 2026 den Blick auf die Lieferketten von Orangen, Bananen, Mango & Co. 

Früchte mit bitterem Beigeschmack

Ob Bananen, Mangos, Orangen oder Ananas – sie zählen zu den beliebtesten Früchten im Einkaufskorb der Deutschen. Doch entlang der Lieferketten herrschen oft niedrige Löhne, schlechte Arbeitsbedingungen und fehlende Mitbestimmungsmöglichkeiten. Auch in Europa wird Obst unter problematischen Bedingungen geerntet, beispielsweise von Saisonarbeiter*innen mit wenig sozialer Absicherung. 

Am 09. Mai macht die Weltladen-Bewegung auf dieses Thema aufmerksam und zeigt faire Alternativen. Schau’ am besten im Weltladen in deiner Nähe vorbei, erfahre mehr und triff Menschen, die sich engagieren.

Hintergrund: Enorme Machtkonzentration im Lebensmittelmarkt

Vier große Einzelhandelsunternehmen („Big Four“) dominieren den deutschen Lebensmittelmarkt und üben massiven Preisdruck auf Lieferanten aus – ein System, das kleinbäuerliche Betriebe besonders belastet und aufbauend auf der Kolonialgeschichte insbesondere im Globalen Süden Ungleichheiten zementiert. Faire Handelsstrukturen hingegen zeigen, dass es auch gerechter geht, und stellen faire Preise, langfristige Beziehungen und menschenwürdige Arbeitsbedingungen in den Mittelpunkt. 

Ein großer Haufen noch grüner Orangen in einem Lager, daneben steht klein ein Mann
Während der Erntezeit packen bei COOPEALNOR alle mit an - auch der Präsident der Genossenschaft, Domingos Cardoso de Avila.

Fairness entlang der Lieferkette sichtbar machen

Als Pionierin des Fairen Handels arbeitet die GEPA seit über 50 Jahren mit kleinbäuerlichen Kooperativen weltweit zusammen. Die fairen Orangen für unseren Saft beziehen wir von der Kooperative COOPEALNOR. Dieses und weitere konkrete Beispiele machen deutlich, wie Kleinbäuer*innen trotz klimatischer und wirtschaftlicher Herausforderungen erfolgreich Obst kultivieren und welche politischen Rahmenbedingungen nötig sind, um gerechte Lieferketten voranzubringen.

Wir vermarkten unsere Orangen gemeinsam und erzielen bessere Preise.
 

Jairo de Souza Rios, COOPEALNOR

Beispiel aus der GEPA-Praxis: Faire Orangen von COOPEALNOR

Wie Fairer Handel in globalen Frucht‑Lieferketten konkret wirkt, zeigt der GEPA‑Partner COOPEALNOR in Brasilien. Die Kooperative mit 84 Mitgliedern im Bundesstaat Bahia ist seit 1999 GEPA‑Partner und stellt eine faire Alternative zur von Großkonzernen dominierten Orangensaftproduktion dar. Während Brasilien weltweit größter Exporteur von Orangensaftkonzentrat ist, profitieren Kleinbäuerinnen in der Regel kaum davon. Bei COOPEALNOR hingegen ernten die Mitglieder ihre Orangen selbst, erhalten faire Preise inklusive Fairtrade‑Prämie und lassen das Saftkonzentrat im Auftrag ihrer Kooperative verarbeiten. So bleibt ein größerer Teil der Wertschöpfung bei den Produzentinnen, Lieferketten sind transparent nachvollziehbar – von der Orange bis zum Saft. Durch den Fairen Handel konnten Investitionen in ökologische Anbaumethoden, neue Orangenpflanzen, Bildung und soziale Sicherung realisiert werden. 

COOPEALNOR macht damit deutlich, wofür der Weltladentag 2026 steht: Fair fruchtet, wenn Produzent*innen gestärkt und globale Lieferketten gerechter gestaltet werden.

Der Weltladentag: Gemeinsam laut für fairen Handel

Der Weltladentag ist der zentrale politische Aktionstag der Weltladen‑Bewegung und findet jedes Jahr am zweiten Samstag im Mai statt. Bundesweit machen Weltläden mit Aktionen im öffentlichen Raum auf Ungerechtigkeiten im globalen Handel aufmerksam und zeigen, dass faire Alternativen möglich sind. Der Tag verbindet Öffentlichkeits- und Bildungsarbeit mit konkreten Handlungsmöglichkeiten: Er macht deutlich, dass ausbeuterische Lieferketten kein Naturgesetz sind – und dass faire Alternativen existieren. Weltläden verstehen sich dabei nicht nur als Verkaufsorte, sondern als Teil einer engagierten Zivilgesellschaft, die Missstände benennt, politische Veränderungen einfordert und zeigt, wie globaler Handel menschenwürdig, nachhaltig und solidarisch gestaltet werden kann.

Mach mit: Besuche am 09. Mai einen Weltladen, informiere dich, komm ins Gespräch und setze mit deinem Einkauf und deinem Engagement ein Zeichen für fairen Handel.