Wertschöpfung: Fair ist schon immer „mehr“

40 GEPA-Lebensmittel
komplett im Ursprung hergestellt

Fair war immer schon „mehr“! Und ist es noch heute: Der Faire Handel der GEPA ist vor über 40 Jahren für bessere Wettbewerbschancen von Produzentengruppen angetreten, die auf dem Weltmarkt benachteiligt sind. Ziel war und ist, ihnen zu ermöglichen, „unter menschenwürdigen Bedingungen am nationalen und internationalen Marktgeschehen teilzunehmen und für sich aus eigener Kraft einen angemessenen Lebensunterhalt sicherzustellen.“ (GEPA-Gesellschaftsvertrag)

Die ungleichen Handelsbedingungen zwischen Industrieländern und Ländern im Süden mit einseitigem Rohstoffbezug zu niedrigen Preisen wurden schon im Kriterienkatalog der GEPA von 1977 erläutert. Und genau darum ist im Kern der Faire Handel entstanden: Die Fair Handelsbewegung und die Gründer der GEPA kämpften für mehr Einkommen vor Ort und gerechtere Handelsbedingungen.

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Im Ursprung verarbeitet

Warum sich die GEPA seit ihrer Gründung für mehr Wertschöpfung in den Ursprungsländern einsetzt, sagt Ihnen GEPA-Geschäftsführer Peter Schaumberger:

Foto: GEPA - The Fair Trade Company/A. Welsing

Fairer Handel veränderte die Welt 

Die Welt verändern mit dem ersten fairen Lebensmittel: Das wollten vor 45 Jahren auch die Initiatoren des Fairen Handels – die kirchliche Jugendbewegung – mit dem „Indio-Kaffee“ aus Guatemala. Ganz zentral war hier auch der Ausschluss von ausbeuterischem Zwischenhandel, der „Wert“ abschöpft. Eine Vorgabe, die sich zum Grundprinzip des Fairen Handels entwickelte: der „direkte“ Handel. Durch den direkten Rohkaffee-Bezug von Kleinbauerngenossenschaften wurden deren Marktmacht gestärkt und bessere Preise für die Mitglieder erzielt. Bis heute haben sich hunderttausende oft ehrenamtlich engagierte Menschen in Weltläden, Aktionsgruppen und anderen Initiativen für diesen Fairen Handel eingesetzt. 

Das langjährige Pionier-Thema des Fairen Handels, die Wertschöpfung in globalen Lieferketten in den Ursprungsländern zu steigern, ist heute aktueller denn je. Dieses Ziel ist auch in den Grundkriterien der GEPA festgeschrieben, ebenso wie die Bevorzugung von Produkten, deren Verarbeitung und Verpackung möglichst im Herkunftsland erfolgen sollen. 

Wir sind Pionier bei Herstellung und Verpackung im Süden

Über 40 Jahre erster fairer GEPA-Tee verpackt vor Ort: Die ersten Fair Trade-Tees auf dem deutschen Markt, die im Ursprungsland verpackt wurden, waren 1975 als Aktionsprodukte unser „Simba-Tee“ aus Tansania und unser„Singa-Tee“ aus Sri Lanka. 

1996 kam der erste im Ursprung geröstete und verpackte GEPA-Kaffee, der „Café Autentico“ aus Costa Rica hinzu – der „Vater“ aller im Ursprung gerösteten Kaffees. Da aber damals die Röstung noch nicht optimal den Vorlieben in Deutschland entsprach, wurde dieser Kaffee später wieder aus dem Sortiment genommen.

Jetzt neu: GEPA-Kaffees, im Ursprungsland geröstet

Inzwischen hat sich viel getan - sowohl hier bei der GEPA als auch bei unseren Partnern. 2018 ist die Zeit also reif für neue GEPA-Kaffees, die komplett bei unseren Partnern in den Herkunftsländern geröstet und verpackt werden: Unter dem Motto #mehrWertFürAlle machen wir mit unseren Partnern APROLMA in Honduras und FEDECOCAGUA in Guatemala auf eine gerechtere Verteilung von Wertschöpfung aufmerksam. 

Alles rund um die neuen Kaffees, Geschichten unserer Partner, die Herstellung und Vieles mehr erfahren Sie in unserem Special rund um das Thema Wertschöpfung.

Das haben wir noch vor…

Wir bieten bereits eine Vielzahl an GEPA-Produkten, bei denen durch die Verarbeitung und Verpackung im Süden mehr Einkommen im Ursprungsland entsteht. Wann immer möglich, versuchen wir, solche Wege zu gehen. Insofern haben wir hier langjährige Pionierarbeit geleistet. Alle unsere Ansprüche abzuwägen – etwa an Produktqualität oder an umweltverträgliche Verpackungen – ist immer eine Herausforderung. Aber Herausforderungen sind unser Job im Fairen Handel: Wir sind auf dem Weg!

Welche GEPA-Lebensmittel werden komplett vor Ort produziert?

Derzeit sind es über 40 Lebensmittel: Die beiden neuen Röstkaffees, lose Tees in handgeschöpften Verpackungen, getrocknete Mangos, Datteln, Mascobado-Vollrohrzucker, Reis, Wein, Marmeladen, Chutneys, Quinoa-Pops, Bananen-Chips oder Kokosmilch lassen wir zum Beispiel – teils schon jahrzehntelang – in den jeweiligen Ländern verarbeiten, abfüllen und verpacken. Das schafft dort zusätzliche Arbeitsplätze und mehr Geld bleibt im Land. 

 

Hier sehen Sie eine Auswahl an Fair Trade-Produkten, die wir vollständig aus dem Ursprungsland beziehen - bald finden Sie in unserem Online-Shop sowie in den Weltläden unsere beiden neuen Kaffees, geröstet und verpackt in Honduras und Guatemala!

... und das sind nur Beispiele

Produkte mit teilweiser Verarbeitung vor Ort 

Nicht nur das komplett vor Ort hergestellten Produkt, sondern auch viele Varianten von Verarbeitungsstufen im Land bedeuten schon einen Gewinn an Wertschöpfung:

Zum Beispiel der GEPA- Bio Kagera Instant-Kaffee

Dieser Kaffee hat schon seit mehr als 20 Jahren seinen Platz im GEPA-Sortiment. Er wird in Tansania in einer Anlage produziert, die mehrheitlich unserer Partnerkooperative KCU gehört. Er wird nicht nur vor Ort geröstet, sondern auch sprühgetrocknet, also direkt zu Instantkaffee verarbeitet, und später dann in Europa (Belgien) in Gläser abgefüllt. So war es auch der Wunsch des Partners.

Damit erreichen wir sogar eine höhere Weiterverarbeitungsstufe als bei einer alleinigen Röstung im Ursprung. Da wir uns hier mit dem Rohkaffee von KCU nicht auf eine Mischung, sondern auf eine Provenienz konzentrieren, ist es möglich, diese Schritte in Tansania durchzuführen. 

Zum Beispiel Halbfertigprodukte

Wir beziehen auch so genannte Halbfertigprodukte aus Ursprungsländern: Z.B. haben wir im Jahr 2017 60 Prozent unserer Kakaobutter von der Kooperative El Ceibo in Bolivien erhalten.
Mehr über El Ceibo erfahren Sie hier.

Klicken Sie sich durch die Bildergalerie, um mehr über einige unserer Partner zu erfahren, die weitere Verarbeitungsstufen durchführen:

 

Weitere Stufen sind das Schälen und Rösten der Haselnüsse bei IŞIK aus der Türkei, das Schälen der Cashew-Nüsse bei La Sureñita in Honduras, die Herstellung der Crispies für die Fairetta-Riegel von La Coronilla aus Bolivien oder die Marmelade für die Schoko-Lebkuchenherzen von Laos Farmers‘ Products aus Laos. Dann gibt es auch noch viele Produkte mit hohem Wertschöpfungsanteil im Ursprung, da diese Produkte in Europa nur noch gereinigt, aber ohne weitere Verarbeitung abgefüllt werden: Honig, Rosinen, Cashewnüsse natur, Paranüsse, Quinoa, Reis oder der El Sur-Wein.

Produkte mit hohem Wertschöpfungsanteil im Ursprung

Stöbern Sie durch unsere Auswahl an GEPA-Produkten mit hohem Wertschöpfungsanteil im Ursprung:

Handwerk: Schon immer im Ursprung gefertigt

Auch Handwerksprodukte werden immer schon komplett in Afrika, Lateinamerika und Asien hergestellt. Handwerkerinnen und Handwerker flechten dort beispielsweise Körbe, weben Schals oder gießen Kerzen. Das wird bei der Diskussion um Wertschöpfung häufig ganz vergessen.


Entdecken Sie GEPA-Handwerksprodukte von Wohnaccessoires über Schals bis hin zu Teppichen und Seifen:

Zu Fairem Handel gehört noch mehr

Alleinige Verpackung oder Verarbeitung im Herkunftsland spiegelt für uns noch nicht die kompletten Leistungen des Fairen Handels. Dazu gehört noch mehr. Wertschöpfung heißt daher auch, dass wir unsere Partner wie Genossenschaften umfassend beraten: Kompetenz schafft Wert! Wie kann der Kaffee hier auf dem Markt qualitativ punkten? Wie lassen sich die Produkte oder die Rohware exportieren, wo können wir gemeinsam mehr Absatz schaffen? Auch dadurch entsteht ein Mehrwert für sie. So können unsere Partner anderen konventionellen Kunden gegenüber selbstbewusster auftreten und höhere Preise verlangen. 


Vermarktung in den Anbauländern

Durch den Fairen Handel ist es Handelspartnern auch möglich, neue Vermarktungswege im eigenen Land aufzubauen. Bei Konsum im Ursprungsland verbleibt logischerweise die Wertschöpfung zu 100 Prozent vor Ort. So hat unser Partner, die Kakaogenossenschaft El Ceibo in Bolivien eine eigene Schokoladenfabrik aufgebaut und vermarktet selbst Schokolade.

Auch viele Kaffeepartner machen es ähnlich: Die Genossenschaft San Fernando aus Mexiko vertreibt ihren Kaffee dort in zwei Qualitäten unter der Eigenmarke „BioCafé“ in eigenen Cafeterien und auch über Supermärkte. Unser Partner FEDECOCAGUA in Guatemala spricht mit siner Eigenmarke „La Tostaduría FEDECOCAGUA" insbesondere trendige, kleine Cafés sowie öffentliche Träger an. Durch die eigene Rösterei kann der Kooperativen-Dachverband jetzt solche neuen Wege gehen.

Mehr Absatzchancen durch Kaffee-Mischungen

Bei vielen Produkten wie etwa bei Kaffee ist es uns auch wichtig, solche mit unterschiedlicher Herkunft der Rohwaren in Mischungen anzubieten. Das schafft größere Absatzmöglichkeiten für viele Partner in Lateinamerika, Afrika und Asien. Auch das hat mit Nachhaltigkeit und Fairness zu tun.

Und dafür steht der Faire Handel der GEPA seit 44 Jahren.

Stand: 05/2019

WEITERE INFORMATIONEN

Hier können Sie eine Liste mit allen
GEPA-Lebensmitteln, die zu 100 Prozent im Ursprungsland hergestellt wurden, herunterladen

Mehr Wertschöpfung für die Ursprungsländer - das steht auch in unseren
GEPA-Kriterien für Fairen Handel

Weitere Informationen zu den
GEPA-Handelspartnern finden Sie hier

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Im Ursprung verarbeitet

Warum sich die GEPA seit ihrer Gründung für mehr Wertschöpfung in den Ursprungsländern einsetzt, sagt Ihnen GEPA-Geschäftsführer Peter Schaumberger:

Foto: GEPA - The Fair Trade Company/A. Welsing

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