Imkerin Catarina Velasco Toma

Begleite Catarina Velasco Toma zu ihren Bienenstöcken und erfahre, wie die Genossenschaft Copichajulense Frauen gezielt fördert.

Porträt von Imkerin Catarina Velasco Toma
Catarina Velasco Toma ist Imkerin und Aufsichtsratsmitglied der Kooperative Copichajulense in Guatemala. Copichajulense hat eine Imkerschulung speziell für Frauen angeboten. Catarina liebt die Arbeit mit ihren Bienen, auch wenn der Alltag oft sehr hart ist.

Fairer Honig als Chance für Frauen

Die Genossenschaft Copichajulense (Guatemala) stärkt gezielt Imkerinnen wie Vorstandsmitglied Catarina Velasco Toma. Sie hat drei Kinder; ihr Mann arbeitet auf einer Finca im Tomaten- und Zwiebel-Anbau und kommt nur alle sechs Wochen nach Hause. Durch ihre Arbeit erwirtschaftet sie ein wichtiges Zusatzeinkommen für ihre Familie.  

Um neue Mitglieder anzuwerben, bietet die Genossenschaft Imkerschulungen an, Frauen erhalten dabei als Bonus zwei bis drei Bienenvölker geschenkt.  

Die GEPA kauft jährlich die gesamte Bio-Honigernte von Copichajulense auf und ist somit einzige Exportkundin.

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Frau in traditioneller lateinamerikanischer Kleidung steht erhöht an einem steilen Hang.
Imkerin Catarina Velasco Toma (Copichajulense, Guatemala): Der Weg zu ihren Bienenstöcken ist steil und rutschig. Auf dem 45-minütigen Fußweg muss sie sich querfeldein durch das Gestrüpp schlagen, oft schwerbeladen mit Smoker (Imkerpfeife), Stockmeißel und Waben.
Catarina Velasco Toma, in langem Rock und bepackt mit Ausrüstung steht am Steilhang.
Auf dem Heimweg trägt sie oft Kanister von 25 Kilo Honig das abschüssige Gelände hinab. Wegen der starken Regenfälle sind die Straßen ausgewaschen und für Busse nicht passierbar.

Aufrecht am Steilhang – Haltung, die zählt

Wie anstrengend Imkern wirklich ist, davon konnte sich Annika Schlesinger bei ihrer Dienstreise nach Guatemala im November 2023 selbst ein Bild machen. Zwei Kilometer steil bergauf, schlammiger Untergrund: Während sie selbst in Bergstiefeln auf allen Vieren vorankommt, um dann immer wieder abzurutschen, steigt die eher zierliche Catarina Velasco Toma aufrecht den Hang hinauf – und zwar mit voller Montur auf dem Rücken: Smoker, Stockmeißel, Rähmchen und Zargen. Diese Werkzeuge braucht sie für ihre Arbeit.  

Der Smoker erzeugt Rauch, der das Abwehrverhalten der Bienen reduziert. Mit dem Stockmeißel löst Catarina die mit Propolis verklebten Waben-Rähmchen voneinander. Propolis ist ein von den Bienen hergestelltes Kittharz mit antiviraler und antibakterieller Wirkung. Die Zargen sind die Stocketagen der Bienen, also deren „Wohn- und Arbeitszimmer“. 

Es macht mich stolz, dass die Deutschen Interesse an unserem Honig haben.

Catarina Velasco Toma

Was für Besucher*innen zur schweißtreibenden Strapaze wird, ist für Imkerin Catarina Velasco Toma Alltag. Später trägt sie die Honigernte ebenso konzentriert und routiniert wieder ins Tal. Denn sie zählt auf den langfristigen Fortschritt. „Es ist eine große Hilfe, dass Copichajulense mir meine Honigernte immer abnimmt und ich direkt einen Teil des Geldes erhalte“, sagt sie. „Ansonsten müsste ich von Haus zu Haus gehen, um den Honig zu verkaufen, aber die Nachfrage ist nicht groß. Es freut mich und macht mich stolz, dass die Deutschen Interesse an unserem Honig haben. Es ist ein purer, aromatischer Bio-Honig, den wir hier produzieren.“ 

Catarina Velasco Toma umarmt ihre Mutter und ihre Tochter. Sie tragen buntgeblümte Kleidung.
Imkerin und Aufsichtsratsmitglied Catarina Velasco Toma (Mitte) vom GEPA-Honigpartner COPICHAJULENSE in Guatemala, hier mit ihrer Mutter und Tochter.

Durch die starken Regenfälle, Kältefronten und Unwetter hat sie jedoch 15 ihrer 20 Bienenvölker verloren und so auch Einkommen eingebüßt. Sie sagt: „Manchmal frage ich mich, ob ich weitermachen soll, denn die Imkerei ist sehr harte Arbeit für eine Frau.“ Aber sie nimmt die Aufgabe immer wieder an, weil sie sehr gerne mit ihren Bienen arbeitet.