Politische Morde bei GEPA-Partner PFTC

Foto: GEPA - The Fair Trade Company/C. Nusch

Tag der Menschenrechte:
Fordern Sie mit uns Aufklärung!

Bei unserem Partner PFTC auf den Philippinen sind erneut mehrere Menschen gezielt ermordet worden. Zum Tag der Menschenrechte, am 10. Dezember, startet die GEPA daher eine Petition: Schreiben auch Sie E-Mails und Briefe an den Präsidenten mit der Aufforderung, für umgehende Aufklärung der aktuellen Mordfälle im nächsten Umfeld unseres Handelspartners Panay Fair Trade Center (PFTC) zu sorgen! Die Organisation ist Teil eines Netzwerks auf der Insel Panay, das sich u.a. für eine Landreform und die Einhaltung von Menschenrechten engagiert. Die GEPA bezieht von PFTC faire Bananenchips.

Sieben Personen im PFTC-Umfeld ermordet

Der Ehemann der früheren PFTC-Vorsitzenden Ruth Fe Salditos, Felix Salditos, wurde am 15. August 2018 auf der Insel Panay in der Provinz Antique ermordet – zusammen mit ihm sechs Kolleginnen und Kollegen.

Die Gruppe war gemeinsam unterwegs, um Themen wie der Zerstörung von Slums und steigenden Preisen für Grundnahrungsmittel nachzugehen sowie die Bedürfnisse und die Armutssituation von Fischern und Arbeiter/innen auf den Zuckerrohrplantagen vor Ort zu untersuchen.

Wer sich auf den Philippinen mit diesen sozialen oder ökologischen Themen beschäftigt, ob als Journalist/in oder NGO-Mitglied, gilt aus Regierungssicht per se als „Kommunist“ oder Guerilla-Mitglied – und lebt gefährlich.

Ruth Fe Salditos, ehemalige PFTC-Vorsitzende bei einer öffentlichen Kundgebung 2014. Ihr Ehemann ist im August 2018 gezielt ermordet worden. Sie selbst ist ebenfalls im Visier der Behörden. Foto: GEPA - The Fair Trade Company/C. Nusch
Ruth Fe Salditos, ehemalige PFTC-Vorsitzende bei einer öffentlichen Kundgebung 2014. Ihr Ehemann ist im August 2018 gezielt ermordet worden. Sie selbst ist ebenfalls im Visier der Behörden. Foto: GEPA - The Fair Trade Company/C. Nusch

Ermittlungen passen nicht zu Aussagen von Polizei und Militär

Polizei und Militär sprechen von einer bewaffneten Auseinandersetzung mit linksgerichteten und bewaffneten Guerillas; unter ihnen soll sich auch Felix Salditos befunden haben. Laut einer unabhängigen Untersuchung waren die Ermordeten allerdings unbewaffnet, die vor Ort gefundenen Waffen rostig und die Munition passte nicht zu den Waffen. Außerdem belegt eine von den Familien der Getöteten beauftragte Obduktion, dass die sieben Männer und Frauen aus nächster Nähe mit gezielten Schüssen hingerichtet worden sind. 

„Gerechtigkeit für die Opfer des Atabay Massakers“, fordern deshalb die Familienangehörigen und eine lokale Menschenrechtsorganisation auf einem Foto, das in der überregionalen Zeitung „Philippine Daily Inquirier“ erschienen ist. 

GEPA-Appell an Regierung und Botschaft

Als Signal, dass wir dieses grausame Verbrechen nicht einfach hinnehmen wollen, haben wir an Präsident Rodrigo Duterte, die philippinische Botschaft sowie an deutsche Regierungsvertreter/innen und Abgeordnete im deutschen Bundestag einen Appell geschickt.

Jetzt aktiv werden: Aufs Bild klicken und Vorlage herunterladen – dann den Text per Mail versenden oder ausdrucken und per Post verschicken. Foto: iStock.com/Pandastudio
Jetzt aktiv werden: Aufs Bild klicken und Vorlage herunterladen – dann den Text per Mail versenden oder ausdrucken und per Post verschicken. Foto: iStock.com/Pandastudio

Machen Sie mit und schreiben Sie an Präsident Duterte!

Treten auch Sie gemeinsam mit der GEPA für Felix Salditos, seine Kolleginnen und Kollegen sowie für die Einhaltung der Menschenrechte auf den Philippinen ein: Schreiben Sie eine E-Mail oder einen Brief über die philippinische Botschaft an den Präsidenten Duterte! Dazu können Sie den Text aus unserer Vorlage kopieren (insgesamt drei Seiten auf Deutsch und Englisch) und per Mail an info@remove-this.philippine-embassy.de oder per Post an die in der Vorlage angegebene Adresse versenden.

Menschenrechtslage auf den Philippinen

Der Fall von Felix Salditos und seinen Kollegen ist leider keine Ausnahme: Die Menschenrechtslage auf den Philippinen hat sich nach Informationen von lokalen und internationalen  Menschenrechtsorganisationen seit der Amtseinführung des Präsidenten Rodrigo Duterte noch einmal sehr verschlechtert. Die Zahl der Menschenrechtsverletzungen steigt und steigt . Polizei und Militär gehen nicht nur massiv gegen diejenigen vor, die sich für Menschen- und Kleinbauernrechte einsetzen. Der sogenannte „Drogenkrieg“ hat zusätzlich Tausende Menschen auf den Philippinen das Leben gekostet.

Immer wieder Menschenrechtsverletzungen bei PFTC

Unser Handelspartner Panay Fair Trade Center ist seit mehreren Jahren Zielscheibe von Menschenrechtsverletzungen. 2014 wurden zwei Mitglieder von Panay Fair Trade Center – der damalige Vorstandvorsitzende Romeo Capalla und der Bauer Dionisio Garete – auf offener Straße erschossen. Auch damals hatten die GEPA und die internationale Fair Handelsbewegung Briefe geschrieben und zum Mitmachen aufgefordert. Bis heute sind diese Verbrechen nicht aufgeklärt. Seit 2005 sind zwei weitere Mitglieder von PFTC spurlos verschwunden und vermutlich nicht mehr am Leben. Die frühere Vorstandvorsitzende und Mitgründerin Ruth Fe Salditos ist aufgrund gefälschter Beweise des versuchten Mordes angeklagt und befindet sich seit mehr als sechs Jahren in einer sehr bedrohlichen Lebenslage.

Wir trauern gemeinsam mit den Angehörigen, den Mitgliedern von PFTC um alle Opfer gezielter Morde auf den Philippinen. Foto: GEPA - The Fair Trade Company/C. Nusch
Wir trauern gemeinsam mit den Angehörigen, den Mitgliedern von PFTC um alle Opfer gezielter Morde auf den Philippinen. Foto: GEPA - The Fair Trade Company/C. Nusch


Felix Salditos war Künstler – Maler, Bildhauer und Dichter. Wie seine Frau hat er sich immer für die Bevölkerung der Insel Panay engagiert – für  Kleinbauern, Fischer, indigene Bevölkerungsgruppen – und diese in seinen politischen Bildern dargestellt. In Erinnerung an den 2014 ermordeten PFTC-Vorstandvorsitzende Romeo Capalla hat Felix Salditos zum Beispiel eine überlebensgroße Skulptur vor dem Gebäude unseres Handelspartners in Oton, Iloilo City geschaffen.

Wir trauern mit Ruth Fe Salditos um Ihren Mann und um alle Opfer gezielter Morde auf den Philippinen.

Stand 12/2018

Jetzt mitmachen & WEITERE INFORMATIONEN

Schreiben Sie eine Mail oder einen Brief an die philippinische Botschaft und den Präsidenten. Hier finden Sie die
Vorlage inkl. Text auf Deutsch und Englisch als Word-Dokument zum Download

Lesen Sie hier den Appell der GEPA an den philippinischen Präsidenten
Brief an Rodrigo Duterte zum Nachlesen als PDF (auf Englisch)

Die GEPA hat ihren Appell auch an die philippinische Botschaft sowie an deutsche Regierungsvertreter/innen und Abgeordnete im deutschen Bundestag geschickt
Den Brief zum Nachlesen als PDF (auf Deutsch)

Weiterführende Informationen zur Lage der Menschenrechte auf den Philippinen finden Sie auf der
Website des Aktionsbündnisses Philippinen

Menschenrechte

Situation auf den Philippinen

Unseren Überblick anlässlich des Weltgebetstages 2017 finden Sie hier.

Reportage

Kampf um Gerechtigkeit
bei PFTC

PFTC-Mitglieder sind immer wieder Repressionen ausgesetzt - ihr Engagement ist lebensgefährlich geworden.