„So vielfältig schmeckt Fairness: Coffee Cupping“ in Wuppertal und Peru
Geballte Kaffee-Expertise von Sensorik bis Zubereitungstipps gab es beim Social-Media-Event zur Fairen Woche: „Coffee Cupping“ in Wuppertal und Peru. Hier gibt es unsere Rückschau in Text, Bild und Video:
GEPA-Kaffeelabor: So vielfältig schmeckt Fairness
Worauf es bei grenzenlos gutem Kaffee ankommt – das zeigten Kaffee-Expert*innen bei unserem Social-Media-Event zur Fairen Woche: Aus unserem Kaffeelabor in Wuppertal und zugeschaltet aus dem 10.500 Kilometer entfernten Piurá in Peru.
In Instagram-Storys haben wir die Community mitgenommen und die wichtigsten Momente mit euch geteilt – das hast du verpasst? Kein Problem: Wir haben die wichtigsten Momente hier für dich zusammengestellt – und natürlich kannst du auch unsere Story-Highlights bei Instagram noch ansehen.
Das Expert*innen-Team aus Peru und Deutschland
Das deutsch-peruanische Team analysierte beim Cupping Aromen und Qualitäten der Kaffeemuster und gab Einblicke in die Welt der fairen GEPA-Kaffees. Zugeschaltet aus Peru waren Javier Dominguez Arbildo (Exportmanager Sol y Café), Q-Grader (lizensierter Sensorik-Experte) Rodolfo Cruz Garcia (Norandino) und Kleber Cruz Garcia (als GEPA-Einkaufsmanager zurzeit dort auf Dienstreise). Im Wuppertaler Kaffeelabor dabei: GEPA-Sortimentsmanagerin für Kaffee Hanna Schmid sowie Einkaufsmanagerin Kaffee Franziska Bringe. GEPA-Pressesprecherin Barbara Schimmelpfennig moderierte das Event und wies passend zum Motto der Fairen Woche: „Fair Handeln – Vielfalt erleben“ auf die Vielfalt der Aromen, der Kaffeesorten und der Menschen, die hinter dem Rohkaffee stehen, hin.
So funktioniert ein professionelles Coffee Cupping
Schau‘ dem deutsch-peruanischen Team über die Schulter und erlebe, wie ein professionelles Coffee Cupping abläuft. Dabei wird die Sensorik der Kaffeemuster analysiert und beste Qualität gewährleistet.
Aufgießen
Sorgfältig gießt Hanna Schmid zunächst die Kaffeeproben auf, die sie schon in Tassen vorbereitet hat – in jeder Tasse befinden sich sieben Gramm Kaffeemehl – und erläutert: „Das Wasser sollte nicht heißer sein als 95 Grad – damit die hitzeempfindlichen Aromen keinen Schaden nehmen.“ Von jeder Kaffeesorte werden sie und ihre Kolleg*innen gleich fünf Tassen verkosten.
„Kruste brechen“
Nach vier Minuten Ziehzeit geht es weiter: „Was wir jetzt machen, nennen wir ‚die Kruste brechen‘. In das Kaffeemehl, das sich oben abgesetzt hat, wird hineingestochen und ich drehe ein-, zweimal den Löffel. Dabei entfaltet sich schon mal das erste nasse Aroma“ – das macht gleichzeitig auch das Team in Peru. Kleber Cruz Garcia erläutert: „Wir brechen jetzt ebenfalls die Tasse, damit wir die ersten Aromen direkt inhalieren können.“ Die ersten Aromen verflüchtigen sich schnell, auf diese Weise können die Expert*innen sie wahrnehmen und analysieren.
Schlürfen und Aromen wahrnehmen
Als nächstes löffeln alle die Kruste vorsichtig ab und es geht los mit dem eigentlichen Verkosten. Lautstark ziehen die Profis den Kaffee mit viel Luft durch den Mund – das Schlürfen ertönt in beiden Kaffeelaboren und aus den Lautsprechern.
Franziska Bringe erklärt, was dahintersteckt: „Dadurch nimmt man noch mehr Sauerstoff auf und kann die Aromen besser auf seiner Zunge einfangen.“ Mit einem Augenzwinkern ergänzt sie: „Man darf einfach so schlürfen, wie man als Kind schlürfen durfte“.
Vielfalt in der Tasse
Unter dem Motto „So vielfältig schmeckt Fairness“ standen mit „organico naturmilde fairness“ und „dein pfund fairness“ zwei eurer Kaffee-Lieblinge im Fokus. Schon gewusst? Der „organico“ war 1986 der erste fair gehandelte Bio-Kaffee in Deutschland. Die Sorte „dein pfund fairness“ vereint Arabica-Bohnen aus Lateinamerika mit Robusta-Bohnen aus Afrika, schlägt also auch eine Brücke zwischen den Kontinenten.
So beschreiben unsere Expert*innen den "dein pfund fairness"
Javier Dominguez Arbildo, Exportmanager bei Sol y Café, verkostet zum ersten Mal die Arabica-Robusta-Komposition „dein pfund fairness“: „Ein sehr interessanter Kaffee, weil er so cremig ist. Sehr ausgewogen, gute Balance zwischen Fülle und Säure. Auf jeden Fall ein Spezialitätenkaffee.“
Hanna Schmid, GEPA-Sortimentsmanagerin, beschreibt ihren Eindruck: „Schön kräftig, intensiv würzig mit erdigen Noten. Später kam so richtig schön die fruchtige Arabica-Note raus. Die hat sich über die starke Robusta-Note gelegt – das fand ich richtig lecker.“
Einkaufsmanagerin Franziska Bringe betont die wichtige Rolle des ugandischen Partners für Robusta: „In ‚dein pfund fairness‘ ist unter anderem auch Robusta-Kaffee der Genossenschaft ACPCU enthalten. Wir gehen durch gute und auch herausfordernde Zeiten und haben etwa Schulungen zu Agroforstsystemen und zur Qualitätssicherung angeboten. Das Ergebnis ist ein wunderbarer Geschmack aus Ankole, kräftig und würzig-erdig.“
Q-Grader ordnet "organico" als Spezialitätenkaffee ein
Norandino-Q-Grader Rodolfo Cruz gibt seine Einschätzung zu „organico naturmilde fairness“: „Die Röstung ist sehr gut, eine mittlere Röstung und sehr angenehm. Die Säure ist angemessen, hat viel von Rotwein und eine gute Fülle. Im Nachgeschmack kommen Karamellnoten und Kirsche. Elegante und spritzige Säure, eine hohe Viskosität, sehr ausgewogen und gute Balance. Ich würde ihm auf der Q-Grader-Skala 83 Punkte geben und ihn somit als Spezialitätenkaffee einordnen.“
Dazu sagte GEPA-Sortimentsmanagerin Hanna Schmid: „Es freut mich ganz besonders, dass sie mit dem Produkt glücklich sind, das auch aus ihrem Rohkaffee entsteht.“
Für Javier Dominguez Arbildo (Exportmanager Sol y Café) ist die Beziehung zur GEPA mehr als reiner Einkauf. Die Kooperation mit der GEPA motiviert ihn: „Wenn wir vereint sind, sind wir stark.“ Er betonte, wie wichtig die Schulung in Wuppertal vor ein paar Jahren für die Qualitätsentwicklung war: „organico“ bedeutet für ihn auch bessere Lebensbedingungen für die Kaffeebäuer*innen, z.B. durch höhere Einnahmen, Gesundheitsvorsorge und Investition in Bildung.
Wenn wir vereint sind, sind wir stark.
Robusta als Besonderheit für unsere peruanischen Partner
Robusta zu verkosten, ist für die peruanischen Kaffee-Expert*innen etwas Besonderes, da in Peru überwiegend Arabica angebaut wird – so auch bei Sol y Café. Robusta bezieht die GEPA von Handelspartnern in afrikanischen Ländern.
Fair Trade – für grenzenlos guten Kaffeegenuss
Die Fair Trade-Kaffees der GEPA vereinen nicht nur eine Vielfalt an Aromen, sie sind auch Beispiele dafür, wie langjährige Partnerschaften im Fairen Handel zum einen hochwertige Spezialitätenkaffees hervorbringen und zum anderen das Leben der Menschen, die Kaffee im Globalen Süden anbauen und produzieren, verbessern.














