Fair Trade wirkt: Auch in der Umgebung

Reiseblog
von Anne Bien

Im Juli 2016 habe ich unsere Einkaufsmanagerin Silvia Kurte zu unserem Kakaopartner COOPROAGRO in die Dominikanische Republik begleitet. Am dritten Tag bei COOPROAGRO wird deutlich, wie sich die Kakaogenossenschaft vor Ort vernetzt. Der Faire Handel zieht also Kreise.

Einen Überblick über unsere Reise sehen Sie hier

Die Klinik in Loma de Jaya

Auch heute holen uns Nicolas Ortiz und Joan Manuel Heredia, zwei Agrartechniker von COOPROAGRO, nach dem Frühstück ab. Sie fahren uns als Erstes zur Poliklinik in der Gemeinde Loma de Jaya. COOPROAGRO hat den Bau mitfinanziert. Die Klinik betreibt jetzt der Staat, das Land hat die Dorfgemeinde zur Verfügung gestellt. 

In der Bildergalerie erfahren Sie mehr darüber, wie die Gesundheitsversorgung hier funktioniert:

 

Fließendes Wasser und Strom

Wir fahren auf einer kleinen Straße, die sich einen Hügel hochschlängelt, bis wir vor einem grauen Betonkasten stehen: einem Aquädukt. Vier Kilometer entfernt steht ein Wassertank. Per Pumpe kommt das Wasser hier an und wird an die umliegenden Häuser weiterverteilt. Dies ist, zusammen mit der Klinik, eines der ersten Projekte, das durch den Fairen Handel verwirklicht wurde.

Kakaoproduzent Ramon Marte Nuñez hat sein Haus gleich daneben. Er ergänzt: „Dank des Fairen Handels sind auch die ganzen Stromleitungen hier.“

Kakaobauer Ramon Marte Nuñez – kennen Sie ihn?

Vielleicht kommt Ihnen Ramon Marte Nuñez bekannt vor? Dann haben Sie ihn sicher schon einmal auf einer unserer Schokoladenverpackungen gesehen. Zum Fairen Handel sagt er: „Es ist wie ein Kreislauf: Je mehr wir verkaufen, desto mehr können wir mit den Prämiengeldern bewirken und umso mehr Bauern möchten teilnehmen, weil sie die vielen Vorteile sehen.“

Es ist wichtig, dass ihr persönlich hier seid.Kakaobauer Ramon Marte Nuñez

Vorteile sieht er unter Anderem in der Beratung durch die Agrartechniker. „Sie zeigen einem, wie man die Finca gut bewirtschaftet, wie man Schädlinge z. B. ökologisch bekämpfen kann. So erwirtschaftet die Finca mit ökologischem Anbau mehr Ertrag als vorher." Vier bis fünf Mal im Jahr kommen die Techniker zu den Bauern.

Ramon Marte Nuñez meint zu uns: „Es ist wichtig, dass ihr persönlich hier seid. Das ist mehr, als nur bei COOPROAGRO anzurufen und Kakao zu bestellen. Man muss vor Ort sein, um die Situation zu verstehen.“ Das Gespräch führen wir unter einer Maracujapflanze, die Lieblingsfrucht unserer Einkaufsmanagerin Silvia Kurte. Und natürlich lässt Ramon Marte Nuñez sie nicht ohne eine frisch gepflückte Maracuja weiterziehen.

Kakaowein und mehr im selbstorganisierten Dorfladen

Wieder unten im Dorf, nur wenige Schritte von der Poliklinik entfernt, liegt ein kleiner Dorfladen. Betrieben wird er von einer Frauengruppe aus ca. 20 Frauen – diese sind nur zum Teil Mitglieder von COOPROAGRO. Die Kooperative hat jedoch das Gebäude mitfinanziert, insbesondere die Dachkonstruktion. Wir dürfen dort Wein und Marmelade aus Kakao probieren. 

Machen Sie per Klick auf die Bildergalerie mit uns einen Rundgang durch den Laden:

 

Einblicke: Familienleben bei den Ferreiras

Auch heute sind wir wieder zum Mittagessen eingeladen – diesmal bei Wilfreddy Ferreira und seiner Familie. Frau und Tochter haben köstlich gekocht. Wie auch bei Familie Hidalgo gestern ist der Garten reich bepflanzt und wir bekommen zum Nachtisch frische Bananen angeboten. Seitdem hat das Wort „Banane“ für mich eine neue Bedeutung: der intensive Geschmack ist mit den Früchten aus einem deutschen Supermarkt nicht vergleichbar.

Erfahren Sie mehr über Familie Ferreira in der Bildergalerie:

 

Neue Aufkaufzentren entstehen

In einigen Distrikten werden neue Aufkaufzentren gebaut – ähnlich wie das, das wir gestern besucht haben. 

Wenn sie fertig sind, können die Bauern der Umgebung ihren frischen Kakao hier abgeben und sich ausbezahlen lassen. Über das Zentrum wird der Kakao dann zur Zentrale transportiert. Im nächsten Schritt könnten Fermentations- und Trocknungsanlagen hinzukommen – jetzt geht es jedoch erstmal um die Aufkaufzentren an sich.

 

Neue Baumschule

Auf dem Weg zurück in die Zentrale kommen wir noch an der neuen Baumschule vorbei. Sie war beim letzten Besuch von Silvia Kurte 2012 geplant – jetzt ist sie da:

 

Abschied

Nun neigt sich unser Besuch bei COOPROAGRO dem Ende zu. Ein letztes Mal besuchen wir Exportmanager Francisco Soto in seinem Büro. Er hat schon das GEPA-Jubiläumsposter an seiner Tür aufgehängt, das wir ihm mitgebracht haben. Das Poster ist letztes Jahr zum 40-jährigen GEPA-Geburtstag gedruckt worden und zeigt von Produzentinnen und Produzenten bis Kunden über Weltladen-Aktive und Verarbeiter alle, die zu einer fairen Handelskette gehören. „Das ist Fair Trade“, freut sich Francisco Soto.

Stand 08/2016

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Das war der dritte und letzte Tag unseres Besuchs bei der Kakaogenossenschaft COOPROAGRO. Haben Sie schon die ersten beiden Teile des Reiseblogs gelesen? Hier geht es
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Einen Überblick über COOPROAGRO gewinnen Sie in unserer
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Mit Kakao von COOPROAGRO:

Foto: GEPA - The Fair Trade CompanyIm Shop kaufen