Von A bis Z: unser Honig-ABC

Bienen sind voll im Trend, noch nie gab es so viele Hobby-Imker*innen, Bienenschutzpetitionen und Infos rund ums Thema Bienen, Artenschutz und Nahrungssicherheit. Gleichzeitig fasziniert uns die perfekte Organisation und Arbeitsaufteilung im Bienenstock. Im Honig-ABC haben wir einen kleinen Ausschnitt aus der Welt der Bienen und des Honigs zusammengebracht mit Informationen zum Fairen Handel und unseren Partnerorganisationen – viel Spaß dabei!
A wie Arbeiterin und anstrengend
Weibliche Bienen heißen Arbeiterinnen und sie machen ALLES im Bienenstock
- Zellen putzen
- Brut wärmen
- Larven und die Königin füttern
- Nektar abnehmen und einlagern
- Pollen abnehmen und in die Zellen einstampfen
- Waben ausbauen
- Bienenstock bewachen und gegen Feinde verteidigen
- Nektar und Pollen sammeln
Bei so vielen Arbeitsfeldern ist es kein Wunder, dass eine Arbeiterin nur ca. 45 Tage lebt.
B wie Bestäubung
Bienen fressen Nektar und Pollen. Sie kriechen in die Blüten, nehmen dabei Blütenpollen auf, fliegen zur nächsten Blüte und verteilen dabei die Pollen: Die Blüten werden bestäubt! Daher: Keine Bienen, keine Bestäubung, keine Früchte.
Bienen fliegen bevorzugt zu den Blüten einer Pflanzenart, oft über mehrere Tage, solange sie dort ausreichend Nektar oder Pollen finden. Bienen wechseln die Pflanzenart, wenn andere Blüten attraktiver werden oder die bisherige Nahrungsquelle weniger ergiebig ist.
Die Honigbiene leistet in Deutschland einen wichtigen Beitrag zur Bestäubung von Nutzpflanzen. Neben ihr tragen zahlreiche Wildbestäuber wie Wildbienen, Hummeln und Schwebfliegen zur Sicherung landwirtschaftlicher Erträge bei.
Lest hier mehr zum Thema Honig und Artenschutz.
C wie Cash against documents
Das heißt so viel wie: „Geld gegen Dokumente”. Diese besondere Leistung von Fair Trade-Pionier GEPA bedeutet:
Sobald die GEPA die Dokumente zur Verschiffung erhält, bezahlt sie ihren Partnerorganisationen den gesamten Warenwert. Zu diesem Zeitpunkt „schwimmt” der Container noch und ist noch nicht physisch im Honiglager eingegangen. Das ist für die Genossenschaften ein großer Pluspunkt, da sie nicht erst auf die Ankunft des Containers und zusätzlich auf den Abschluss der Honiganalysen warten müssen. Dadurch erhalten die Partnerorganisationen und somit die Imker*innen ihre Bezahlung mehrere Wochen früher.
D wie Drohne
Die männliche Biene heißt Drohne, sie arbeitet nicht und bettelt andere Bienen um Futter an. Sie hat keinen Stachel. Drohnen begatten die Königin und sterben danach. Im Spätsommer beginnt die so genannte Drohnenschlacht. Die männlichen Bienen werden nicht mehr im Bienenstock geduldet, abgedrängt und das Futter verweigert. Alleine können sie nicht überleben und verhungern.
E wie Elefantenschutz
In Kenia schützen Bienenstock-Zäune die Dorfbewohner vor Elefanten, die am Tag bis zu 200 kg Pflanzen fressen und die Ernten der Bauern gefährden. Stößt ein Elefant an den Bienenstockzaun, werden die Bienenstöcke durchgerüttelt, die Bienen schwärmen aus und die Elefanten ergreifen die Flucht. An empfindlichen Stellen wie Ohren, Augen und Rüssel sind Bienenstiche auch für die Dickhäuter sehr schmerzhaft. (Quelle: honig-verband.de)
F wie Frühstücksverordnung
Richtig gelesen – aber keine Angst: Die EU regelt seit Juni 2026 nicht etwa, was sich wann wer aufs Brot schmieren muss und wann Müslitag ist, sondern hat für Honig folgendes beschlossen: Auf den Etiketten müssen Hersteller seitdem alle Herkunftsländer und ihre Anteile in Prozent angeben. Bei GEPA-Sortenhonigen und unseren Länderhonigen war das auch vorher schon so, für unsere Mischhonige haben wir die Angaben gerne ergänzt. Denn wir finden, die neue Regelung schafft einen fairen Mehrwert für Imker*innen und Konsument*innen.
G wie Gelée Royal
Das Futter ist ausschlaggebend dafür, ob aus einem befruchteten Ei eine Königin wird. Wird eine Larve von den Arbeiterinnen mit Gelée Royal gefüttert, schlüpft daraus eine Königin. Gelée Royal wird in den Kopfdrüsen der Arbeiterinnen (Ammenbienen) produziert.
H wie Headbanging
Nicht nur beim Heavy-Metal Konzert wird ordentlich mit dem Kopf geschüttelt, auch die australische Blauband-Pelzbiene bewegt ihren Kopf bis zu 350 Mal pro Sekunde hin und her, dadurch lösen sie Pollen aus den Blüten und sorgen für die Bestäubung. (Quelle: honig-verband.de)
I wie Imkern
Das Imkern ist für zahlreiche Kleinbauern unserer Partnerorganisationen in Lateinamerika ein wichtiges Zusatzeinkommen und bietet viele Vorteile, wie zum Beispiel: es verbraucht wenig Ressourcen und Platz, die Bestäubungsleistung der Bienen fördert die Artenvielfalt und junge Imker*innen haben eine Perspektive, wenn sie aus den Städten oder den USA in ihre Dörfer zurückkehren.
J wie JWD
Die Bienenstöcke liegen oft weit außerhalb der Dörfer, also “janz weit draußen”. Das bedeutet für die Imker*innen der GEPA-Partnerorganisationen lange beschwerliche Fußwege. Umso wichtiger ist es, in einer Genossenschaft organisiert zu sein, die u.a. auch für den Transport des Honigs sorgt.
K wie Königin
Sie ist das größte Tier im Bienenvolk und wird von den Arbeiterinnen gefüttert und geputzt. Ihre einzige Aufgabe besteht darin, Eier zu legen – davon immerhin täglich bis zu 2.000. Sie wird 2-4 Jahre alt.
L wie Landlose
Gerade für Menschen, die kein Land besitzen, eröffnet die Imkerei Perspektiven und eine Einkommensmöglichkeit. Auch unter den Imker*innen der GEPA-Partnerorganisationen gibt es zahlreiche Landlose, die in Absprache mit den Landbesitzern ihre Bienenvölker aufstellen können. Dank des Fairen Handels werden sie von der Genossenschaft unterstützt, z.B. mit Schutzkleidung und Bienenstöcken ausgestattet.
M wie Muskelkraft
Bienen sind echte Arbeitstiere und starke Fliegerinnen: Für ein Glas Honig legen sie etwa 120.000 Kilometer zurück – das entspricht ca. drei! Erdumrundungen.
N wie Nutztiere
Honigbienen zählen in Deutschland zu den wichtigen Nutztieren, da ihre Bestäubungsleistung für Landwirtschaft und Biodiversität von großer Bedeutung ist.
Ihre Bestäubungsleistung sorgt dafür, dass wir Obst und Gemüse essen können und gleichzeitig sichern sie die Nahrungsgrundlage für viele Lebewesen wie Vögel und Kleinsäuger und leisten somit einen wichtigen Beitrag zur Artenvielfalt.
O wie Organisation
In einem Bienenvolk leben zwischen 40.000 und 80.000 Bienen. Was wie ein chaotisches Durcheinander aussieht, ist perfekt durchorganisiert: Jedes einzelne Mitglied hat ganz bestimmte Aufgaben und das gemeinschaftliche Ziel, das Volk zu erhalten und die Nachkommen zu schützen.
P wie Pro-Kopf-Verbrauch
In Deutschland verzehrt jede Person durchschnittlich rund 1 Kilogramm Honig pro Jahr. Im Jahr 2025 lag der Pro-Kopf-Verbrauch bei etwa 1,04 Kilogramm.
Dieser Bedarf kann nur durch Importe aus dem Ausland gedeckt werden – Deutscher Honig erfüllt nur 45 Prozent der Nachfrage.
(Zum Vergleich: Der Pro-Kopf-Verbrauch bei Fleisch beträgt in Deutschland pro Jahr im Schnitt rund 55 Kilogramm!)
Q wie Qualität
Für gleichbleibende Spitzenqualität sorgt die Qualitätssicherungs-Abteilung der GEPA zusammen mit akkreditierten Laboren, die die strengen Kontrollen für Speisehonig durchführen. Nur wenn alle Parameter erfüllt sind, kommt der faire GEPA-Honig ins Glas.
R wie Rote Liste
Während die Honigbiene vom Imker gehegt und gepflegt wird, hat es die Wildbiene schwerer: Monokulturen und Spritzmittel der industrialisierten Landwirtschaft sowie zu wenige Flächen für Nistplätze haben verheerende Folgen für den Wildbienenbestand in Deutschland:
In Deutschland sind über 600 Wildbienenarten bekannt. Mehr als die Hälfte dieser Arten steht auf der Roten Liste und gilt als „gefährdet oder in ihrem Bestand bedroht.“
S wie Schattenbewirtschaftung
Eine Anpassungsmaßnahme gegen die Auswirkungen des Klimawandels ist das Pflanzen von Bäumen, deren Blätter Schatten spenden für die Pflanzen, die nicht so hoch wachsen. Damit wird der Nährstoffgehalt der niedrig wachsenden Pflanzen besser gespeichert. Gleichzeitig kann von den höheren Bäumen Obst geerntet werden. Auch die GEPA-Partnergenossenschaft Tzeltal Tzotzil setzt auf Schattenbewirtschaftung, damit während der Blütezeit mehr Pollen und Nektar für die Bienen zur Verfügung stehen. Der Klimawandel ist auch für die Imker*innen eine der größten Herausforderungen. Alles rund um das Thema Klimagerechtigkeit findet ihr in unserem Klimapuzzle:
T wie Tanz
Können Bienen tanzen? Ja, sie müssen es sogar, um ihren Artgenossinnen mitzuteilen, wo eine Nahrungsquelle ist. Gibt es Blüten im nahen Umkreis, werden die Informationen an die anderen Bienen im „Rundtanz“ vermittelt: Die Biene läuft hierbei enge achtförmige Kreise auf der Wabe. Ist die Nahrung weiter entfernt, führt die Biene einen „Schwänzeltanz“ auf. Dabei läuft sie auf den Waben einen Halbkreis, kehrt geradlinig zum Anfang zurück, läuft einen weiteren Halbkreis in die andere Richtung, läuft wieder auf der geraden Linie zurück usw. Entdeckt hat die Bienenkommunikation Nobelpreisträger Karl von Frisch.
U wie umweiseln
Vom Umweiseln spricht man, wenn die Königin gewechselt wird. Das passiert, wenn sie z.B. zu alt oder verletzt ist und zu wenig Eier legt. Dann ist es Zeit für eine neue Königin – in der Fachsprache wird die Bienenkönigin auch als Weisel bezeichnet.
V wie Varroamilbe
Gefährliche und weltweit verbreitete Parasiten, die sich vom Blut der Bienen ernähren und schlimme Krankheiten übertragen. Wenn sie nicht bekämpft werden, wird das Bienenvolk stark geschwächt und kann sogar sterben. In der Bio-Imkerei wird vor allem mit organischen Säuren gegen die Varroamilbe vorgegangen. Die Behandlung findet immer erst nach der Honigernte statt.
W wie Weltbienentag
Die UNO hat den 20. Mai zum Weltbienentag erklärt, um auf den weltweiten Rückgang der Bienenpopulation hinzuweisen und darauf, wie wichtig sie für unser Öko-System und die Wirtschaft sind.
Die Bienen stehen als Botschafterinnen dabei stellvertretend für alle Bestäuber - die Vielfalt an Bestäubern von Wespen über Käfer bis hin zu Kolibris – hat laut UNO einen direkten und positiven Einfluss auf Ernte-Erträge. Ohne Bestäuber sei es nicht möglich, die Nachhaltigen Entwicklungsziele (SDGs) zu erreichen.
X und Y wie Hydroxymethylfurfural
Kein Wunder, dass in der Fachsprache zu diesem Zungenbrecher HMF-Wert gesagt wird. Dieser Wert ist ein Indikator für die „Frische“ bzw. für eventuelle Wärmeschädigung des Honigs. Der HMF-Wert in frisch geschleudertem Honig ist sehr gering und steigt bei Wärme. Der EU-Grenzwert beträgt max. 40 mg/kg für Honig, der unter europäischen Bedingungen produziert wurde.
Z wie Zusatzprämie
Die GEPA hat ihren Partnerorganisationen während der Bio-Umstellungsphase eine Zusatzprämie bezahlt. So konnten die Imker*innen die Kosten für den Mehraufwand der Bio-Honigproduktion decken, obwohl sich ihr Honig noch in der Umstellungsphase befand und noch gar nicht als Bio-Honig vermarktet werden konnte.
Wann ist ein Honig ein Bio-Honig? Diese und weitere Fragen rund um unser Honig-Sortiment beantworten wir in unseren FAQs.
Auch Macario Jerónimo Martín, Imker beim GEPA-Partner Guaya’b in Guatemala, setzt voll auf Bio-Qualität, um sich am Markt zu behaupten. Durch die Unterstützung der GEPA konnten Agrartechniker vor Ort Imker wie ihn beraten, sodass die Bio-Zertifizierung am Ende auch geklappt hat.
Hier geht es zum vollständigen Porträt von Macario Jerónimo Martín.

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