Fairer Kaffee in der Klimakrise: Dialog zur Fairen Woche
Wie kann Kaffee auch in Zeiten der Klimakrise fair und nachhaltig produziert werden? Das haben wir im Rahmen der Fairen Woche mit Vertreter*innen von Genossenschaften aus Nicaragua diskutiert.

Bäuerliche Landwirtschaft der Zukunft – Konsum und Anbau gemeinsam denken
Wie kann Kaffee auch in Zeiten der Klimakrise fair und nachhaltig produziert werden? Und was braucht es für eine gerechte Zukunft bäuerlicher Landwirtschaft? Diesen Fragen sind wir in der GEPA-Zentrale in Wuppertal nachgegangen. Dabei standen Perspektiven aus Mittelamerika im Mittelpunkt der Dialogveranstaltung: Vertreter*innen der Genossenschaften UCA SOPPEXCCA, Miraflor und Reynerio Tijerino aus Nicaragua – Partnerkooperativen von MITKA (MITtelamerikanische KAffee Im- und Export GmbH) und der GEPA – gaben Einblicke in ihre Arbeit, Herausforderungen und Visionen für die Zukunft bäuerlicher Landwirtschaft.
Einer unserer Gäste war José Antoni Talavera Herrera, Biokaffee-Produzent und Aufsichtsrat bei SOPPEXCCA, mit denen uns eine langjährige Partnerschaft verbindet. Mit dem Kooperativen-Dachverband arbeiten wir schon seit 1998 zusammen. Außerdem auf dem Podium: Silvia Gonzalez (geschäftsführende Präsidentin bei der Genossenschaft Miraflor), Olga Gonzalez Mendez (Kaffeebäuerin und Schatzmeisterin bei der Genossenschaft Reynerio Tijerino), Andrea Fütterer (Leiterin der GEPA-Abteilung Grundsatz und Politik) sowie Klaus Heß (Vorstand des Informationsbüro Nicaragua e.V.). Nach den Begrüßungen durch GEPA-Geschäftsführer Peter Schaumberger und Heiner Fragemann (1. stellvertretender Bürgermeister der Stadt Wuppertal) führte Sophia Merrem (Eine-Welt-Promotorin für das Bergische Land beim Forum Für Soziale Innovation FSI) als Moderatorin durch die Veranstaltung.
Klimakrise zwingt Kaffee-Produzent*innen zum Handeln
José Antonio Talavera Herrera zählt – angesprochen auf die Auswirkungen der Klimakrise – geringe Blütenanzahlen, schlecht entwickelte Kaffeekirschen sowie Pilzkrankheiten auf. Die Klimakrise erschwert den Kaffeeanbau also ganz massiv. Das zwingt die Kooperativen zum Handeln. Sie reagieren auf Starkregen, Dürren und Tropenstürme mit vielfältigen Maßnahmen von Wiederaufforstung über Erneuerung von Kaffeepflanzen und Einführung von resistenteren Sorten bis hin zu Wasserauffangbecken.
Verbraucher*innen dafür sensibilisieren, was Kaffeebäuer*innen alles leisten […]
Silvia Gonzalez erläuterte anhand des erheblichen personellen und finanziellen Aufwands etwa für die Fairtrade- und Biozertifizierung, dass es für die Genossenschaften längst nicht mehr nur um den reinen Export von Kaffee ginge. „Umso wichtiger ist es, Verbraucher*innen dafür zu sensibilisieren, was Kaffeebäuer*innen alles leisten, um ihre Lebensbedingungen zu verbessern und gleichzeitig Umwelt und Klima zu schützen.“ José Antonio Talavera Herrera fügte hinzu: „Wir brauchen ein Bündnis zwischen Produzent*innen und Konsument*innen.“
Auch setzen die Genossenschaften von SOPPEXCCA stark auf die Qualifizierung von jungen Menschen und Frauen. Mit rund 30 % ist der Frauenanteil im Vergleich zu vielen anderen Kaffee-Kooperativen sehr hoch. Außerdem leitet mit Fátima Ismael Espinoza eine Geschäftsführerin schon lange erfolgreich den Dachverband.
Wir brauchen ein Bündnis zwischen Produzent*innen und Konsument*innen.
Schau dir hier unser Recap-Video von der Veranstaltung an!
Austausch im GEPA-eigenen Kaffeelabor
Schon am Vormittag trafen unsere Gäste GEPA-Einkaufsmanager Kleber Cruz Garcia in unserem Kaffeelabor. Hier war Gelegenheit, sich über aktuelle Entwicklungen auszutauschen. So berichtete José Antoni Talavera Herrera etwa davon, wie SOPPEXCCA die Anforderungen der europäischen Verordnung zur entwaldungsfreien Lieferkette EUDR schon zu 98 Prozent erfüllt hat. Auch seien die Auswirkungen des sogenannten „Super-El-Niño“ in Form von sehr unregelmäßigen Niederschlägen deutlich zu spüren – was sich wiederum auf die Qualität des Kaffees auswirkt. Natürlich durfte bei dieser Gelegenheit aber auch eine gemeinsame Verkostung unter Kaffee-Expert*innen nicht fehlen, bei der viel gefachsimpelt und noch mehr hörbar geschlürft wurde.

















